"In den nächsten zehn Jahren wird sich nichts tun"

Zukunfts-Projekt Schongauer Lechbrücke

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An der Kreuzung Peitinger und Bahnhofstraße sowie vom Lechberg und Lechuferstraße sind einige Autofahrer oftmals verwirrt. Abhilfe könnte eine neue Lechbrücke schaffen.

Schongau – Als gordischen Knoten, den es zu durchtrennen gilt, bezeichnete Bürgermeister Falk Sluyterman kürzlich die Kreuzungssituation in der Lechvorstadt. Hier treffen Kommunal- und Staatsstraße sowie die Deutsche Bahn aufeinander, was häufig – gerade bei auswärtigen Fahrern – für Verwirrung und teilweise chaotische Situationen sorgt. Ein „Befreiungsschlag“ könnte laut Sluyterman die Idee einer Unterführung und Anbindung mit einer neuen Brücke über den Lech sein. Dass dieses Projekt zwar beim Staatlichen Bauamt in Weilheim auf der Agenda steht, aber noch in weiter Ferne liegt, machte Abteilungsleiter Christoph Prause auf Anfrage des Kreisboten deutlich.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird sich hier sicherlich nichts tun, erklärt Prause im Gespräch. Dennoch wolle man versuchen, den Planungsprozess für eine neue Lechbrücke wieder aufzunehmen. Zunächst steht vielmehr das jetzige Brückenbauwerk auf dem Prüfstand. Im Staatlichen Bauamt wartet man noch auf den Bericht der Untersuchung. Dann folgt eine Instandsetzung „mit sehr viel Augenmaß“, wie der Abteilungsleiter verdeutlicht. Diese soll die Standfestigkeit und Verkehrssicherheit für die nächsten zwölf bis 15 Jahre gewährleisten.

Vor zwei Problemen steht man bei der Brückenneubau-Idee: Hier treffen der Verkehr von Schiene und Staatsstraße aufeinander. Ein Konzept müsste erstellt werden wie eine Baustelle möglich wäre ohne den Verkehrsfluss zu sehr zu stören. Eine Anbindung der Brücke auf der nördlichen Seite bewertet Prause als unproblematisch. Viel schwieriger wäre dies auf der Süd-Seite zu bewerkstelligen. „Hier hat die Firma UPM natürlich einen relativ großen Stellenwert“, sagt der Abteilungsleiter für konstruktiven Ingenieurbau. Vor allem der Lkw-Verkehr dürfe nicht gestört werden.

Hier würden die Gleise parallel zur Friedrich-Haindl-Straße bei der Firma UPM unterführt werden. Dann ginge es für den Verkehr in einem Rechtsbogen über die neue Brücke. Die würde auf der Nord-Seite direkt an die Bahnhofstraße angeschlossen werden. Eine Überfahrt der Gleise wäre somit gar nicht mehr notwendig. Besonders auch im Hinblick auf die beiden schweren Unfälle zwischen Lkw und Bahn im Herbst 2017 und Anfang des Jahres 2018 mit Sicherheit eine charmante Lösung.

Allerdings sei dies alles noch Zukunftsmusik. „Wir haben noch nicht einmal mit der Wasserwirtschaft oder der Deutschen Bahn gesprochen“, macht Prause klar. Eine rein logistische Kostenschätzung gibt er mit einem knapp zweistelligen Millionenbetrag an. Zudem wolle man nicht den Eindruck erwecken, dass es nach Abschluss der Mühlkanalbrücke gleich weitergehen soll. Die Fertigstellung dort ist für Mai geplant. Ein vollständiger Rückbau der Baustelle ist für Herbst vorgesehen. 

asn

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