Senioren-Bürgersammlung

Dauerärgernis Bahnhof

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Der Bürgermeister hatte gerufen und die älteren Mitbürger kamen: Bei der Senioren-Bürgerversammlung war der Sitzungsaal im Rathaus bis auf den letzten Platz gefüllt.

Schongau – Groß war das Interesse der älteren Schongauer an der Senioren-Bürgersammlung am Montag: Der Sitzungssaal im Rathaus platzte aus allen Nähten.

Die Themen reichten vom Schongauer Bahnhof, über überschwemmte Keller bis hin zur tierischen Geruchsbelästigung. Wie schon in der allgemeinene Bürgerversammlung hielt Gerbl seinen Jahresbericht kurz. Dennoch dauerte die Veranstaltung fast zweieinhalb Stunden, was daran lag, dass den Senioren viele Fragen auf den Nägeln brannten. 

Manche Themen waren schon im Vorjahr angesprochen worden, etwa der jämmerliche Zustand des Schongauer Bahnhofs, an dem sich seitdem nichts getan hat. „Das muss dringend verbessert werden. Die Anlagen schauen fürchterlich aus“, wetterte Helmut Zedelmaier. Für Behinderte seien die Bahnsteige gar nicht begehbar, von den fehlenden Toiletten ganz zu schweigen. In die gleiche Kerbe stieß Werner Kjaer. „DIe Leute gehen wild über die Schienen, die Bahnsteige sind viel zu eng. Da muss was geschehen.“ 

Gerbl konnte den Unmut durchaus verstehen. Erst vor kurzem habe ein Gespräch mit Vertretern der Bahn stattgefunden, berichtete er, allerdings mit keinem befriedigenden Ergebnis. Seit der Privatisierung werde nur noch das gemacht, was Geld bringt, ärgerte sich der Bürgermeister und warf der Bahn vor: „Das ist eiskalte Taktik. Die lassen das solange verlottern, bis die Stadt das Grundstück herrichtet.“ Ein Grund für die Bahn, den Bahnhof zu überarbeiten, wäre die kleine Landesgartenschau, für die sich die Stadt vielleicht bewerben werde. „Aber wir müssten auch dann mitzahlen.“ 

Ein Thema, das schon im Mittelpunkt der normalen Bürgerversammlung stand, sorgte auch am Montag für eine hitzige Diskussion. Im Namen jener, deren Keller in Schongau West beim Unwetter im Juli vergangenen Jahres vollgelaufen waren, warfen Peter Haggenmüller und Siegfried Spitz der Stadt erneut Versäumnisse vor und forderten, dass das Problem im Stadtrat behandelt werde. Gerbl sicherte das zu, abstimmen lassen über die Anträge, die Haggenmüller formuliert hatte, wollte er allerdings nicht. Diese hätten in der normalen Versammlung gestellt werden müssen. Bei der Senioren-Bürgerversammlung handle es sich um ein „Entgegenkommen aus praktischen Gründen“, für das die Gemeindeordnung nicht greife, begründete das Stadtoberhaupt. „Ich werde mich aber natürlich um alle Anliegen kümmern.“ 

 Und diese gab es reichlich. Arthur Simnacher fand es schade, dass der Stadtrat die Übertragung seiner Sitzungen im Internet und damit „ein Stück Bürgernähe“ abgelehnt hatte. Eine andere Bürgerin ärgerte sich darüber, dass beim Schneeräumen auf dem städtischen Friedhof Einfassungen der Gräber beschädigt würden. Dass der Fußweg am Rößlekellerberg derzeit so dreckig sei, dass man gezwungen sei, auf dem Radweg zu laufen, stieß einem anderen Schongauer sauer auf. 

Und auch eine tierische Seite hatte die Veranstaltung. Eine Bürgerin beschwerte sich über den „unerträglichen Gestank“ der Ziegenböcke, die im Sommer auf der Wiese oberhalb des Feuerwehrhauses stehen. Dass es da ab und zu mal „kräftig und streng“ rieche, räumte Hauptamtsleiter Bernd Liebermann ein. Doch auf die „natürlichen Rasenmäher“ könne die Stadt aufgrund des steilen Hangs nicht verzichten. Sein Vorschlag: „Wenn man zügig vorbeigeht, dann ist das doch kein Problem.“ chpe

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