Altstadthäuser werden saniert

Leben statt Leerstand

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Steht seit Jahren leer und soll nun saniert werden: Das Gebäude der ehemaligen Bäckerei Feustle.

Schongau – Bäckerei Feustle steht mit großen Buchstaben über dem Schaufenster, doch Brot und Brezen gibt es hier schon seit Jahren nicht mehr zu kaufen. Jetzt soll das leerstehende Gebäude in der Münzstraße saniert werden.

Es war nicht die einzige erfreuliche Neuigkeit in Sachen Leerstand in der Schongauer Altstadt, die in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses publik wurde.

Das letzte Mal, das der Duft von frischem Brot aus den Türen der Bäckerei Feustle wehte, ist zwölf Jahre her. Seitdem steht der bestens situierte Laden in der Münzstraße leer. Fast ebenso lange ist es her, dass der letzte Mieter aus den darüber befindlichen Wohnungen auszog. Jetzt sieht es so aus, als könnte bald das Leben zurück in das Altstadthaus kehren. Stadtrat Stephan Hild und Harald Haberstock haben es gekauft. Ihr Plan: In den Obergeschossen sollen fünf Wohnungen entstehen und der Laden im Erdgeschoss wieder hergerichtet werden.

Die dafür nötigen Befreiungen waren nun Thema im Bauausschuss. Denn um die Wohnungen im Dachgeschoss unterbringen zu können, müsse die Traufhöhe um 86 Zentimeter angehoben werden, erklärte Bauamtsmitarbeiter Michael Wölfle. Außerdem planen die Bauherren im vorderen Bereich eine Stehgaube, im hinteren zwei große Dachgauben zu errichten. Dort, wo früher das Mehllager untergebracht war, ist eine weitere Garage geplant. Und statt einem Schaufenster soll es künftig derer zwei geben. „Wir sind der Meinung, dass es geht“, sagte Wölfle. Die Denkmalschutzbehörden hätten ebenfalls keine Einwände vorgebracht, fügte er hinzu.

Ein Problem gab es jedoch noch im Innenhof. Laut Bebauungsplan sei dort ein Baum vorgesehen, erklärte der Bauamts-mitarbeiter. „Das ist aber aus Platzgründen nicht machbar.“ Das sahen die Mitglieder des Bauausschusses ebenso. Einstimmig erteilten sie die Freigaben. „Es ist sehr erfreulich, dass wieder ein Haus in der Altstadt saniert wird“, sagte 2. Bürgermeister Paul Huber, der das erkrankte Stadtoberhaupt Karl-Heinz Gerbl vertrat. 

Es blieb nicht das einzige Mal in der Sitzung, dass Huber diesen Satz sagen konnte. Denn auch einem zweiten Gebäude, das nicht weit entfernt in der Kirchenstraße steht, soll mit neuem Leben gefüllt werden. Derzeit steht der Laden im Erdgeschoss seit einem Jahr leer, die Wohnungen im Obergeschoss haben seit langem keinen Mieter mehr. Anders als in der ehemaligen Bäckerei Feustle steht der neue Nutzer der Geschäftsräume bereits fest. Die psychologische Beraterin Solveig Geiger, die derzeit in Altenstadt praktiziert, will hier ihre neue Praxis eröffnen. Sie und ihr Mann haben dafür das Haus gekauft. 

Oben sollen zwei je 70 Quadratmeter große Wohnungen entstehen. Die beiden geplanten Dachgauben seien laut Bebauungsplan zulässig, erklärte Wölfle. Für die künftige Praxis solle der Eingang zudem wieder in die Mitte verlegt werden, wo er sich früher bereits befunden habe. „Das ist mit den Denkmalschutzbehörden besprochen und auch der Nachbar hat zugestimmt“, sagte der Bauamtsmitarbeiter. Einzig ein Stellplatz müsste abgelöst werden, da die vorhandenen sechs nicht ausreichen würden. Auch hier sah das Gremium keine Probleme. Einstimmig fiel die Zustimmung aus.

Christoph Peters

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