Wohl bis Ende September 2019

Großprojekt am Mühlkanal

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Schluss mit Stillstand: Der nächste Arbeitsschritt bei der Erneuerung der alten Mühlkanalbrücke hat begonnen.

Schongau – Lange war es ruhig um die Mühlkanalbrücke. Im Januar war der Böschungsbewuchs abgeholzt worden, um Platz für die wichtigen anstehenden Arbeiten zu schaffen. Seitdem schien Stillstand zu herrschen, Beobachter wunderten sich, wann der für den Sommer angekündigte Startschuss denn endlich falle. Denn die alte Brücke hat nach 60 Jahren ausgedient, soll durch ein komplett neu zu errichtendes Pendant ersetzt werden. Schon allein gemessen an dem Aufwand eines der aufwendigsten Verkehrsprojekte der vergangenen Jahre in Schongau. Rund zwei Jahre wird das Projekt in Anspruch nehmen und dabei gut sechs Millionen Euro verschlingen. Eine stattliche To-Do-Liste, die nun endlich angepackt wird.

Wie an einer Perlenschnur lassen sie sich derzeit beobachten, die abgeschlossenen, laufenden oder anstehenden Arbeiten, die sich entlang der Staatsstraße 2014 in Schongau aneinanderreihen: Ein neuer Straßenbelag zwischen Spinne und der Einmündung des Kastanien- und Buchenwegs soll her, zusätzliche Querungshilfen – unter anderem am Jugendheimweg – mit und ohne Ampel sollen geschaffen werden. Und die Peitinger Straße bietet durch den Abriss der Haindl-Häuser ein immer noch nicht ganz gewohntes Bild.

Auch direkt östlich davon, am Mühlkanal, geht es mittlerweile richtig rund. Dort wird die betagte Brücke in den kommenden Jahren durch eine neue ersetzt und abschließend abgerissen. Das mittlerweile 60 Jahre alte Bauwerk befände sich „in einem sehr schlechten baulichen Zustand“, heißt es in einer Pressemitteilung des Staatlichen Bauamts in Weilheim. Schuld seien Korrosionsschäden am Überbau und die große Verkehrsbelastung. Für die Dauer der Maßnahme soll eine zusätzliche Entlastungsbrücke dafür sorgen, dass es auf der wichtigen Verkehrsader in Richtung Peiting nicht zum Infarkt kommt.

„Die Baufirma ist aufgezogen, hat die Baustelle eingerichtet“, blickt Christoph Prause auf die betriebsamen vergangenen Tage zurück. Der Abteilungsleiter für Ingenieurbau im Bereich Straßenbau am Staatlichen Bauamt benennt drei Schwerpunkte, die derzeit ganz oben auf der Agenda stehen.

Um die Fahrspur wie geplant verschwenken zu können, muss eine Stahlbetonplatte auf sogenannten Mikrobohrpfählen über das Abwasserbecken am Pumpenhäuschen gelegt werden. Denn hier soll künftig der Verkehr rollen, seit vergangenem Mittwoch, laufen die dafür notwendigen Arbeiten. Außerdem wird die alte Brücke mithilfe von CFK-Lamellen statisch ertüchtigt. Sie soll später bei fließendem Verkehr – auf der parallel zu errichtenden Behelfsbrücke werden die Fahrzeuge nur stadtauswärts rollen – längs zerschnitten werden und dennoch einstweilen stabil und befahrbar bleiben. Ferner gilt es derzeit, an beiden Böschungen die Widerlager der Behelfsbrücke zu errichten.

Deren Einschub, der danach ansteht, macht Prause als einen der spannendsten Schritte im Projektfortgang aus. Denn räumlich liefen die Arbeiten beengt ab. Daneben berge auch die Strömung im Kanal die ein oder andere Herausforderung. Vor allem, da Arbeiten von einem Schwimm-Ponton aus zu erledigen seien. „Das wird ein gewisser Knackpunkt“, glaubt der Fachmann. Klappt alles reibungslos, rechnet er mit einer Verkehrsfreigabe gegen Ende September 2019. Anschließend steht noch der Rückbau der Behelfsbrücke an. „Diese Angaben sind aber mit Vorsicht zu genießen“, gibt Prause zu bedenken.

Ein Vierteljahr verloren

Verständlich, denn schon jetzt ist Verzug zu konstatieren. „Wir haben uns mehr Zeit für die Ausschreibungen genommen, weil es viel zu klären gab“, erklärt der Abteilungsleiter den von außen wahrgenommenen Stillstand der vergangenen Monate. Nun habe endlich alles „Hand und Fuß“, doch ein Vierteljahr sei so verloren gegangen. „Die Ingenieurbüros und Baufirmen sind derzeit sehr stark ausgelastet.“

Die Kosten des Brückenumbaus, die nach Auskunft Prauses derzeit mit rund 6,1 Millionen Euro beziffert werden, trägt der Freistaat. Lediglich mit einem Anteil für die Gehwege ist die Stadt Schongau involviert.

Maßgeblich ist der Fortgang der Arbeiten an der Mühlkanalbrücke auch für eine andere anstehende Maßnahme an der Perlenschnur Staatsstraße 2014: Je nachdem, wie der Verkehr an der einzurichtenden Behelfsbrücke fließt, könnte die Umgestaltung des Haindl-Ecks, das bekanntlich durch eine neue Abbiegespur samt Ampel entschärft werden soll, früher oder später beginnen. ras

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