Zwei Jahre Renovierung erfolgreich abgeschlossen

Wiedereinweihung der St. Georgskirche auf dem Auerberg

+
Generalvikar Harald Heinrich weihte bei einem Festgottesdienst die innen und außen mit gut 900.000 Euro renovierte St. Georgskirche feierlich wieder ein.

Bernbeuren – Die feierliche Wiedereinweihung der St. Georgskirche auf dem Auerberg war eigentlich gemeinsam mit dem Georgiritt geplant. Der Traditionsritt musste aber aufgrund leichten Schneefalls in der Nacht zuvor abgesagt werden. Zum Festgottesdienst, umrahmt von der Bernbeurer Musikkapelle, der Fanfarengruppen des Georgirittvereins, dem Männerdreigesang und dem Vierklang, kamen dennoch viele Gläubige, so dass der Platz im über zwei Jahre lang renovierten Gotteshaus kaum ausreichte.

Von der Diözese Augsburg übernahm Generalvikar Harald Heinrich gleich nach dem Einzug samt Fahnenabordnungen die Wiedereinweihung der zum Teil über 500 Jahre alten Kirche. In seiner Predigt betonte der Geistliche im Bezug auf „das Evangelium des ungläubigen Thomas“, dass „der Glaube des Menschen auch manchmal das Greifbare wie Sakramentalien, Bilder und Gebäude braucht, die uns an die Nähe Gottes erinnern“. Ein Gotteshaus könne der Seele in der heutigen weltweit vernetzten Gesellschaft einen Ort bieten, wo sie verbindlich daheim sein könne.

Der Generalvikar verglich den Auerberg mit seiner exponierten Lage sogar mit der kürzlich bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale in Paris. Wie Notre Dame in Frankreich liege den Menschen hier in der Region St. Georg am Herzen. Jahrhunderte alte Gotteshäuser sollen zudem nicht zu Museen werden, sondern mit Leben gefüllt werden. Pfarrer Thaddäus Biernacki aus Bernbeuren sagte gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung Danke an alle Firmen, Spender und Helfer.

Ende April 2017 wurde die St. Georgskirche für Besucher und Pilger gesperrt, genau zwei Jahre später konnte sie mit einiger Verzögerung wieder offiziell freigegeben werden. Aufgrund einer Kostenmehrung von rund 315.000 Euro auf schlussendlich 905.000 Euro musste über die Finanzierung neu verhandelt werden. Die Summe setzte sich aus den größeren Schäden am Dachstuhl, sowie der Empore zusammen, welche zunächst nicht abzuschätzen waren. Bei den Gesamtkosten sind allein 410.000 Euro für Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten angefallen.

Die Diözese hat in Nachverhandlungen ihren Zuschuss von 360.000 Euro auf 645.000 Euro erhöht. Bei der Bayerischen Landesstiftung sind bisher 35.000 Euro und dem Bezirk Oberbayern 12.500 Euro bewilligt. Die Gemeinde Bernbeuren steuerte 55.000 Euro, der Landkreis Weilheim-Schongau 7.000 Euro und die Viermetz-Stiftung in Augsburg 10.000 Euro bei. Nach Abzug von weiteren kleineren Zuschüssen, bleibt der Eigenanteil der Pfarrei bei rund 137.000 Euro.

Zusätzliche Maßnahmen kamen mit den neuen Schindeln auf der Westseite, dem Innenanstrich oder dem geplanten Umbau der Aussichtsplattform aus statischen Gründen hinzu. Die Plattform darf künftig nicht mehr auf dem Dach aufliegen und muss daher einen Meter kürzer sein, um alle Vorgaben zu erfüllen. Das von Rost angegriffene Ziffernblatt samt Zeiger wurde in Passau restauriert und die Turmkugeln neu vergoldet. Das Unterziehen und Neueindecken des Kirchendaches wurde nötig und die Dachplatten wurden ausgetauscht und sollen mit Metallklammern fixiert besser dem Wind standhalten.

Ende Oktober wurde der Kran abgebaut, um diesen vor Wintereinbruch vom Berg herunter manövrieren zu können. Im November folgte der Abbau des Gerüsts. Noch ausstehende Arbeiten werden in den kommenden Wochen der Austausch der Holztüre ins Vorzeichen, sowie das Herrichten der Außenanlage sein. Das besondere Kleinod wurde von Staub, Gerüst und Bauzaun befreit und bietet über die Aussichtsplattform mit den Worten von Generalvikar Harald Heinrich gesprochen „einen Blick hinein in Gottes Schöpfung“.

zil

Auch interessant

Meistgelesen

Fehlt es in Peiting an Fachärzten?
Fehlt es in Peiting an Fachärzten?
Schwabsoien steht zum 27. Mal Kopf
Schwabsoien steht zum 27. Mal Kopf
An unbeschranktem Bahnübergang in Hohenpeißenberg: Regionalzug gegen Pkw
An unbeschranktem Bahnübergang in Hohenpeißenberg: Regionalzug gegen Pkw
Fastenaktion: "Sieben Wochen bewusst leben"-Challenge
Fastenaktion: "Sieben Wochen bewusst leben"-Challenge

Kommentare