Heimerer Schulen feiern Jubiläum

Zwei Jahrzehnte am Standort Schongau

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Bei der Jubiläumsfeier ließen die Schüler der Heimerer Schulen ihren Gedanken freien Lauf und gaben Einblick in ihr Seelenleben.

Schongau – Aller Anfang war schwer: Als die Heimerer Schulen 1994 eine Fachschule für Altenpflege neben dem Heiliggeist-Altenheim eröffneten, drückten gerade einmal 21 Umschüler die Schulbank. Mittlerweile ist die Einrichtung aus dem Bildungsangebot der Region nicht mehr wegzudenken. Am Dienstag feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen.

„Ältere Menschen helfen ist keine schwere Aufgabe, vorausgesetzt man tut sie mit dem Herzen“: Es ist einer der Gedankensplitter, mit denen Schüler der Altenpflege auf der Bühne im Jakob-Pfeiffer-Haus zu Beginn der Jubiläumsfeier Einblick in ihre Gefühlswelt gaben. Sie, so machte der Auftritt klar, hatten ihre Erfüllung gefunden. In einem Beruf, der in der Gesellschaft immer noch zu wenig Anerkennung erfährt, obwohl Fachkräfte in diesem Bereich in den nächsten Jahrzehnten dringlicher denn je gebraucht werden. 

„2040 werden nur noch 16 Prozent der Deutschen unter 20 Jahre alt sein, 32 Prozent dagegen über 65“, erklärte Fritz Heimerer. Der Geschäftsführer der Heimerer Schulen sponn den Gedanken an die Schüler gewandt weiter: „Das bedeutet, die Zahl der Auszubildenden muss steigen oder Sie müssen doppelt so viel arbeiten.“ Für seine Einrichtung wäre ersteres zweifellos eine gute Entwicklung. 

Überhaupt zog Heimerer eine positive Bilanz der vergangenen zwei Jahrzehnte. Am Anfang habe man gebangt, ob die Schülerzahlen reichen würden für einen Standort in Schongau, blickte er zurück. Daran bestehe mittlerweile kein Zweifel mehr. Zwischendurch habe man den Sprung von der reinen Umschulungs- zur Ausbildungsschule gemeistert.

 „Früher waren unsere Schüler hauptsächlich Erwachsene, jetzt haben wir sogar Elternsprechtage“, beschrieb Heimerer den Wandel. Der nächste stehe mit der Vereinheitlichung der Pflegeausbildung ab 2017 bereits vor der Tür. Besonders lobte der Geschäftsführer die Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis. „Das Verhältnis zu Herrn Gerbl und Herrn Zeller war immer sehr angenehm.“ 

Die Angesprochenen gaben das Lob gleich zurück. „Wir sind sehr froh, dass es die Heimerer Schulen hier gibt“, betonte Landrat Friedrich Zeller. „Ohne private Schulträger würde es nicht gehen.“ Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl pries die Einrichtung als „ideale Ergänzung“ zum nebenan liegenden Alten- und Pflegeheim der Heiliggeist-Stiftung. „Außerdem sind Sie ein super Mieter“, fügte er augenzwinkernd hinzu, ehe er Schulleiterin Conny Leibig ein kleines Präsent überreichte. 

Zum Abschluss hatten noch einmal die Schüler das Wort. Pflege ich so, dass der Mensch sich wohlfühlt? Darf ich mir wünschen, dass eine alte Frau stirbt, lauten ihre Fragen. Sie wollten sagen: Nicht immer fällt die Antwort leicht.

Christoph Peters

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