Blasmusik-Nachwuchs gut aufgestellt:

Junge Leute geben Ton an

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Rund 600 Zuhörer fanden sich ingesamt zum Jubiläumsabend und zur Kaffeehausmusik im Jakob-Pfeiffer-Haus ein.

Schongau – Das war ein 65. Geburtstag, bei dem die jungen Leute tonangebend waren. Zum Jubiläum des Musikbezirks Oberland formierte sich ein 65-köpfiges Orchester mit Nachwuchsmusikern. Zweimal konzertierten sie im Jakob-Pfeiffer-Haus vor zusammen gut 600 Zuhörern – am Samstag beim Jubiläumsabend und am Sonntag in der Kaffeehausmusik.

Es war zunächst nicht die Absicht, aber es fügte sich, dass passend zum 65-jährigen Bestehen sich 65 Musiker aus Kapellen zwischen Bernbeuren und Weilheim zusammenfanden. Gut die Hälfte davon kam aus Schongau und Schwabsoien.

In der Organisation ergriffen vier junge Frauen die Initiative: Julia Just, die in der Kaffeehausmusik kurz und knackig moderierte, sowie Patricia Graf, Johanna Braun und Katharina Fastner.

Bezirksleiter Max Kriesmair war gerührt, als er je zum Schluss der Aufführungen zum Mikro griff. Gerührt deswegen, weil aus dem Projekt so ein beeindruckendes Orchester entstanden ist. Er zeigte sich angetan, empfand die Aufführungen wie ein vorgezogenes Ständchen für seinen 60. Geburtstag.

Kriesmair unterstützte die Organisation. Den Konzerten gingen zwei Probewochenenden voraus; zuvor gab’s seit dem Frühjahr Übungseinheiten. Die musikalischen Impulse, die kamen freilich von den Dirigenten: Marcus Graf aus Schongau, Michael Müller aus Schwabsoien und Susi Zwick aus Polling.

Drei Dirigenten sind eingespannt

Bezirksjugendleiterin Zwick dirigierte Stücke wie „Gershwin Classics“, den amerikanischen Marsch „Them Basses“ oder die gemütliche Pfluger-Polka „Blasmusik im Herzen“. Müller (20), der für den erkrankten Bezirksdirigenten Bernd Schuster aus Polling übernommen hatte, studiert Musik fürs Lehramt. Er interpretierte mit schönem Dirigat Titel wie „Best of the Beatles“ oder das beeindruckende, sinfonisch angelegte „Star Trek through the years“. Wenn Zwick oder Graf den Takt vorgaben, spielte er im Jugendorchester das Horn.

Graf kam die Rolle des Leitwolfs zu. Mit Strenge, Exaktheit und Liebe zum Detail holte der routinierte Stadtkapellmeister viele Facetten aus dem Klangkörper heraus – wie beim „Le belle Helene“, einem schwungvollen Arrangement zu Operettenmelodien von Jacques Offenbach oder beim Bolero, den er selbst arrangiert hatte. Insgesamt brachten die Musiker – darunter allein zehn im Flötenregister – 13 Stücke zu Gehör. Dazu noch die Zugaben.

In der Geschichte des Bezirks Oberland waren diese zwei Konzerte Highlights. Einen besseren Rahmen hätte es kaum geben können zur Ehrung, die Max Kriesmair galt. Er bekam aus den Händen seines Stellvertreters Arthur Keck (Bernbeuren) die Ehrenmedaille in Gold mit Diamant, die von der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände verliehen wird.

Anwesend war auch der Geschäftsführer des MON (Musikbund für Ober- und Niederbayern), Andreas Horber aus Denklingen. Er sah, dass es um den Nachwuchs in der Blasmusik gut bestellt ist. Das trifft erst recht auf den Bezirk Oberland zu, der im MON der größte ist und von Wildsteig bis Starnberg reicht.

Johannes Jais

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