Schongauer Heiliggeist-Altenheim

Ein Kiosk als besonderes Einkaufserlebnis

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Daumen hoch: Sigrun Werner und Christine Waldmann (v. li.) mit Kundinnen und Verkäuferinnen im neuen Laden.

Schongau – Wer Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs in der Schongauer Altstadt einkaufen will, für den ist der Mühlenmarkt in der Weinstraße die erste Adresse. Jetzt hat die von Herzogsägmühle betriebene Einrichtung eine weitere Zweigstelle eröffnet – für einen besonderen Kundenkreis.

Der kleine Bruder des großen Mühlenmarkts ist mehr ein Kiosk denn ein richtiger Laden. Für seine Kunden ist er jedoch trotz des überschaubaren Sortiments unglaublich wertvoll, denn er bringt ihnen ein Stück Lebensqualität zurück. Die neue Zweigstelle befindet sich im Heiliggeist-Altenheim und soll dort vor allem jenen Bewohnern die Möglichkeit zum Einkauf bieten, die dazu außerhalb der Einrichtung nicht mehr in der Lage sind.

Die Idee dazu hatten die stellvertretende Pflegedienstleiterin Christine Waldmann und Sigrun Werner, die als Anleiterin für die Beschäftigten im Mühlenmarkt arbeitet. Alles habe vor drei Jahren mit der Überlegung begonnen, ob es nicht möglich sei, dass der damals noch benachbarte Herzogsägmühler Lebensmittelladen einen Lieferservice für die Heimbewohner anbiete, blickten beide am Montag bei der offiziellen Eröffnung zurück. „Das war leider aus personellen Gründen nicht möglich“, sagte Werner. Doch sie und Waldmann blieben dran an, entwickelten als Alternative die Idee eines kleinen Kiosks – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigte.

Einmal die Woche am Montag von 9 bis 11 Uhr können Bewohner ab sofort in dem kleinen Laden einkaufen, der sich in einem bislang ungenutzten Raum im Erdgeschoss befindet. Die passende Einrichtung fand man im Gebrauchtmöbelhaus der Herzogsägmühle. Den Verkauf übernehmen abwechselnd zwei Beschäftigte des Mühlenmarkts. 

Das Sortiment an Waren ist klein, aber auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. „Wir haben die Bewohner befragt, was sie wollen“, so Waldmann. Ohnehin gehe es um viel mehr als die bloße Auswahl an Produkten, betonte sie. Gerade für Demenzkranke oder Bewohner, die aus körperlichen Gründen das Haus nicht mehr verlassen könnten, bedeute wieder einkaufen zu können, einen Teil Normalität zurückzuerlangen. Außerdem sei der Laden als „Ort der Begegnung“ gedacht.

Analoge Einkaufs-App

Dabei wurde auch an jene gedacht, die ihr Zimmer etwa aus Gesundheitsgründen nicht verlassen können. Alle angebotenen Produkte wurden fotografiert und in einem Ordner gesammelt, der für die Bewohner auf Station als Bestellkatalog dient – „das ist quasi unsere analoge Einkaufs-App“, bemerkte Hans Rock schmunzelnd. Den Fachbereichsleiter von Herzogsägmühle freute die neue Kooperation genau wie auch Heimleiter Christian Osterried. „Das ist eine tolle Sache.“

Christoph Peters

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