Fahrrad im Fokus

Zweiter Runder Tisch zum Thema Klimaschutz in Schongau

Vertreter der Fridays For Future-Ortsgruppe, des Stadtrates und der Verwaltung sprachen über den Klimaschutz.
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Vertreter der Fridays For Future-Ortsgruppe, des Stadtrates und der Verwaltung sprachen über den Klimaschutz.

Schongau – Am Freitag vor den Pfingstferien haben sich Mitglieder des Orga-Teams von Fridays For Future (FFF) Schongau und Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat, sowie Bürgermeister Falk Sluyterman und Markus Keller vom Bund Naturschutz erneut online zum Runden Tisch getroffen, nachdem die Tagesordnung beim letzten Treffen nicht vollständig abgearbeitet wurde. Moderiert hat wieder Pfarrer Jost Hermann.

Hauptthemen dieses Mal waren der Alltags-Radverkehr und die Öffentlichkeitsarbeit bzw. wie erreicht werden könne, Bürger der Stadt Schongau, aber auch der Umgebung besser in den Klimaschutz einzubinden.

Beim Thema Fahrradverkehr durfte erfreulich festgestellt werden, dass die Stadt bereits ein Alltags-Radwegekonzept erarbeitet hat und für dessen Umsetzung auch für mehrere Jahre jährlich ein Budget von 50.000 Euro im Stadthaushalt eingeräumt wurde. Dieses soll sowohl für die Instandsetzung und den Ausbau bereits existierender genutzte Strecken als auch für neue Radwege verwendet werden.

Im Gespräch wurde klar, dass der Erfolg dieses Konzepts davon abhängt, ob es von der Bevölkerung angenommen wird. Es gab Bedenken, dass das Umfahren der Hauptverkehrswege – wie es das Konzept an vielen Stellen vorsieht – zu längeren Strecken führen könnte und diese dadurch nicht genutzt werden würden, obwohl sie sicherer sind. Hans Rebehn zerstreute diese Bedenken: Die Wege würden zwar teilweise etwas weiter wirken, seien aber oft durch ihre Topographie oder auch dadurch, dass seltener angehalten werden müsse, schneller.

Ein Punkt, der als Hindernis für den Radverkehr in Schongau identifiziert wurde, sind die vielen Steigungen innerhalb der Stadt. Besonders für ältere Einwohner aber auch zum Lastentransport wird die Stadt so nur schwer mit dem Rad nutzbar. An dieser Stelle setzten alle Teilnehmer auf das E-Bike als Alternative zum Auto, auch wenn sich die meisten einig waren, dass dieses nicht das normale Fahrrad ersetzen dürfe.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurde über drei Bereiche gesprochen: Die Online-Verfügbarkeit bzw. Auffindbarkeit von Informationen zum Klimaschutz in Schongau, die Idee einer Ausstellung von der Stadt und FFF gemeinsam organisiert sowie ein Bürgerdialog zum Thema.

FFF kritisierte, dass viele bereits vorhandenen Informationen, die der Bevölkerung beim Klimaschutz helfen würden – zum Beispiel der Plan des Stadtbusses oder das Radwegkonzept – online nur schwer zu finden sind und regte an, dass die Stadt diese auf einer Unterseite der Webseite, die auf der Startseite verlinkt wäre, sammeln könnte. Auch das Klimakonzept der Stadt, welches hoffentlich noch im Laufe des Jahres fertig wird, könnte dort vorgestellt werden.

Eine weitere Idee, die FFF ansprach und die im Gespräch verfeinert wurde, war eine gemeinsame Ausstellung zum Thema Klimaschutz von Stadt und FFF. Wichtig dabei sei, dass auch Menschen diese zu Gesicht bekämen, die sich nicht ohnehin schon viel mit dem Thema beschäftigen, gab Alexander Majaru zu bedenken. Gemeinsam wurde die Idee entwickelt, die Ausstellung eventuell im Rahmen der Pfaffenwinkel Gewerbeschau stattfinden zu lassen, sodass die Besucher dieser Ausstellung quasi als Laufkundschaft fungierten und so neue Zielgruppen für das Thema gewonnen werden könnten.

Eine weitere Zielgruppe, die laut Alexander Majaru in den Fokus muss, sind die Arbeitnehmerverbände. Diese können den Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Er bat die Fridays for Future Ortsgruppe mit diesen Kontakt aufzunehmen.

Des Weiteren wurde gemeinsam mit dem Bürgermeister der Plan geschmiedet, den Klimaschutz bei der nächsten Bürgerversammlung der Stadt zu einem Gesprächspunkt zu machen. Weitere Absprachen zum Thema werden folgen.

Auseinander gingen die Meinungen hingegen beim Thema Klimaschutzmanager. FFF sieht diesen als notwendig, um die Bestrebungen der Stadt zum Klimaschutz zu überwachen und sicherzustellen, dass die gesteckten Ziele auch erreicht werden. Bürgermeister Sluyterman hingegen kann diesen Wunsch mit Blick auf die derzeitig angespannte Haushaltssituation nicht erfüllen. Er würde sich natürlich fügen, wenn der Stadtrat anderer Meinung wäre, aber im Moment sei das Geld schlichtweg für eine solche Stelle nicht vorhanden. Was er sich hingegen vorstellen kann, wäre eine solche Stelle möglicherweise zusammen mit den Gemeinden Peiting und Altenstadt zu schaffen. Des Weiteren gäbe es ja bereits im Landkreis eine Klimaschutzmanagerin, welche ihre Aufgabe unter anderem auch darin sieht, die Kommunen im Landkreis bei ihren Klimaschutzbemühungen zu unterstützen. Mit dieser wird auch FFF in naher Zukunft Kontakt aufnehmen, um sich über die Pläne für den Klimaschutz im Kreis zu informieren.

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