Gefährliche Eschen

100 Eschen an der Illersiedlung in Sonthofen gefällt

Baumfällung an der Illersiedlung
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Im Wäldchen an der Illersiedlung haben Forstarbeiter rund 100 kranke Eschen gefällt, die als „Gefahrbäume“ erkannt worden waren.
  • VonJosef Gutsmiedl
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Sonthofen – Rund 100 stattliche Eschen wurden in dem kleinen Waldstück an der Illersiedlung gefällt. Der Grund: Gefahr im Verzug.

Die Bäume mussten aufgrund des sogenannten Eschentriebsterbens möglichst rasch aus dem Wäldchen entnommen werden, da sie unvermittelt umstürzen könnten. Mithin eine unberechenbare Gefahr für Menschen auf dem vielbegangenen nahen Illerdamm. Die Sperrung des Dammweges auf Höhe des Kraftwerkes ist inzwischen aufgehoben; die Fällarbeiten sind abgeschlossen.

Auf dem Dammweg sind fast rund um die Uhr Spaziergänger, Jogger, Radler und Erholungsuchende unterwegs. Für Förster Robert Baldauf, der seit Kurzem den Waldbesitz der Stadt betreut und im Auge behält, keine Frage: „Da musste schnell gehandelt werden.“ Weitere „Gefährdungsobjekte machte Baldauf in der Hochspannungsleitung auf der Westseite des Wäldchens aus, sowie in der nahen Wohnbebauung der Illersiedlung auf der Südseite.

Kranke Eschen sind unberechenbar

Wie tückisch sich die kranken Bäume „verhalten“ können, zeigte sich beispielhaft während der Fällarbeiten durch Mitarbeiter der Forstunternehmung Egger und Wilhelm. Kurz bevor eine stattliche Esche mit dem letzten Schnitt der Motorsäge ohnehin gezielt gefallen wäre, krachte der Baum samt dem Wurzelstock plötzlich zu Boden: Die dicken Wurzel brachen unter den Zugkräften des Stammes ab wie dürre Äste im Wind.

Und auf absehbare Zeit würden die kranken Eschen ohnehin „zusammenfallen“, wenn die Pilzerkrankung weiter fortschreitet.

„Genau solche spontanen Stürze von ganzen Bäumen wollen wir mit der vorbeugenden Fällung verhindern“, erklärt Robert Baldauf. Was in diesem Fall gut ausging, könnte zu einem schlimmen Unglück führen.

Eschen werden zu Brennholz

Ein Kahlhieb wurde es nicht in dem rund 1,3 Hektar großen Waldstück an der Illersiedlung. Einige gesunde Eschen wurden im Bestand der Ulmen, Weiden und Ahornbäume belassen; vor allem in der Mitte des kleinen Waldes, also außerhalb des Gefahrenbereiches, wo sie im Ernstfall weder den Dammweg noch die nahen Häuser erreichen könnten.

Die gefällten Eschen werden als hochwertiges Brennholz verkauft und bessern die städtische Kasse auf. Die Äste werden zu Hackschnitzel zerkleinert. „Etwas Restholz, das bei den Arbeiten anfällt, belassen wir im Wald. Es dient als Rückzugs- und Brutort für kleine Tiere in diesem Lebensraum“, skizziert Baldauf den Nebeneffekt einer Biotopverbesserung.

Mit Rücksicht auf die bevorstehende Brutzeit von Vögeln wurden die Arbeiten jetzt im Hochwinter ausgeführt. Zudem ist das feuchte Gelände zu dieser Jahreszeit besser befahrbar und beim Abtransport der gefällten Eschen hinterlassen die schweren Forstfahrzeuge auf dem gefrorenen Boden keine bleibenden Spuren. Das am Waldrand auf dem Illerdamm gelagerte Stammholz wird demnächst abtransportiert.

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