Oberstdorfer Älpler sind zufrieden mit dem Sommer

Oberstdorfer Viehscheid: Sechs Berge, 1000 Rinder

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Oberstdorf – Traditioneller Besuchermagnet Oberstdorfer Viehscheid. Diesem Ruf wurde der Alpabtrieb auch heuer gerecht. Sechs Jungviehalpen aus den Oberstdorfer Bergen zogen mit insgesamt rund 1000 Stück Galtvieh auf den Scheidplatz – dicht umringt von Tausenden von Zuschauern.

Nach dem zum Teil mehrstündigen Marsch ins Tal wurde das Vieh den Besitzern zurückgegeben; jedes Tier einzeln vom Hirten zugewiesen und weggeführt. Ein guter Sommer für das Alpvieh und die Älpler, so die Bilanz. Dennoch gab es da und dort Unfälle oder Abstürze und nur drei Oberstdorfer Alpen brachten ein geschmücktes Kranzrind ins Tal. Das Spektakel Viehscheid ließen sich auch der Schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und seine Kollegin bei der Regierung von Oberbayern, Brigitta Brunner, nicht entgehen. Der Oberallgäuer Landrat Toni Klotz führt die Gäste durch das Gedränge und erläuterte die Feinheiten der Alpwirtschaft im Allgäu.

Die verschneiten Gipfel der Allgäuer Alpen zeigten: es wird Herbst. Zeit für den Viehscheid. Der Sommer sei durchwegs ein guter Alpsommer gewesen für das Vieh und die Älpler, betont Oberalpmeister Vinzenz Schraudolf. „Damit können wir ganz zufrieden sein...“, so Schraudolfs Bilanz. Nicht zu trocken, nicht zu nass – gute Voraussetzung für ausreichend Futter und genügend Wasser. Tierverluste ließen sich auch bei größter Umsicht nicht immer vermeiden. Vor lokalen Gewittern etwa sei man nie sicher, gibt er zu bedenken. „Das gibt es halt in den Bergen.“ 

Mit Kranz als Zeichen eines unfall- und verlustfreien Alpsommers kamen die Rappenalp, die Alpe Bierenwang und die Bieberalpe durch das Spalier der vielen Besucher auf den Viehscheidplatz. Was die Beschlagzahlen angeht, ist Schraudolf ebenfalls zufrieden. Plätze für eine 100-tägige Jungviehälpung seien gefragt, weiß der Oberalpmeister. Aber ob das auf lange Sicht so bleibe, sei nicht sicher. Ein Rückgang der Beschlagzahlen sei durchaus vorstellbar, wenn noch mehr Landwirte in der Region ihre Betriebe aufgäben. „Das merkt man dann nicht so schnell, aber auf Dauer könnte es schwierig werden.“

Viehscheid in Oberstdorf

gts

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