Söllereck auf gutem Weg

7,77 Millionen Euro Förderung für die Söllereckbahn

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (vorne von links) überbrachte die Förderzusage, die er auf der Baustelle der Söllereckbahn Vorstand Henrik Volpert und Oberstdorfs Bürgermeister Klaus King übergab.

Oberstdorf – Keine Zeit, Zeit zu verlieren – nach dieser Devise laufen derzeit die Modernisierungsarbeiten der Oberstdorfer Bergbahnen: Sowohl am Nebelhorn als auch am Söllereck sind umfangreiche Bauarbeiten im Gange, um die Angebote in den Skigebieten zu verbessern. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger brachte jetzt den Förderbescheid des Freistaats in Höhe von 7,77 Millionen Euro für die Erneuerung der Söllereckbahn direkt zur Baustelle.

„Wir investieren in die Zukunft und in den Fortschritt, nicht in Rost!“ Auf diesen griffigen Nenner brachte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) den Hintergrund für den Förderbescheid: „Die Staatsregierung steht zur Wertschöpfung in der Region und für den Tourismus – mehr denn je!“ Daher auch das klare Ja zur Förderung. Immerhin gehe es um die Modernisierung eines traditionellen Familien-Skigebietes. „Eine vernünftige Förderung, die sich rentieren wird“, ist sich der Staatsminister sicher.

Nicht zuletzt angesichts der Corona-Pandemie mit den Beschränkungen in der Folge gewinne der heimische Tourismus an Bedeutung, findet Aiwanger. Es gelte, „die Touristen mit offenen Armen zu empfangen“. Umso wichtiger sei es, so der Staatsminister weiter, „sich aus der Krise heraus zu investieren, statt sich heraus zu sparen“. Er jedenfalls sei froh, dass die Berg- bahnen hier investierten und eine Infrastruktur mit modernem Angebot präsentierten.

Bis zum Beginn der Wintersaison Ende des Jahres soll die neue Söllereckbahn „stehen“. Die Arbeiten rund um das 14-Millionen-Projekt laufen seit Monaten auf vollen Touren.

Von einem „Projekt für den Landkreis“ sprach Landrätin Indra Baier-Müller. Sie könne als Landrätin die kräftigen Investitionen der Oberstdorfer Bergbahnen am „Familienberg Söllereck“ in eine qualitative Verbesserung des Angebotes nur begrüßen. Die Bergbahnen im Allgäu erwiesen sich als „Motor der regionalen Wirtschaft“. Und auch Oberstdorfer Erster Bürgermeister Klaus King lobte die Bergbahnen: „Sie schaffen ein attraktives Angebot für Urlauber und Einheimische.“ Seit 70 Jahren werde im Familienskigebiet investiert. Das neue Modernisierungsprojekt habe Aktionäre und Investoren gleichermaßen überzeugt.

„Ein tolles Projekt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Oberstdorfer Bergbahn AG, Laurent Mies. Es gehe um die Erneuerung und Fortentwicklung des langjährigen Bestandes, zerstreute Mies die Kritik, die an den Modernisierungsplänen vorgebracht worden war. „Es gibt keinen Quadratmeter neue Piste!“ Viele Steine seien ihm vom Herzen gefallen, als die Förderzusage endlich vorgelegen habe.

Keine Zeit verlieren werde man jetzt mit den Bauarbeiten, unterstrich Bergbahn-Vorstand Henrik Volpert bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheides „bei laufender Baustelle“. Was vor 70 Jahren mit einer Sesselbahn am Söllereck begonnen habe, werde in den kommenden beiden Jahren grundlegend modernisiert: „Der Bestand ist beim besten Willen nicht mehr zeitgemäß.“ Es gehe um eine Qualitätsverbesserung am Ganzjahresberg Söllereck. Volpert: „Wir glauben an den Tourismus in der Region.“

„Ganz oben“ ging Ende vergangenen Jahre bereits der neue Schrattenwang-Lift in Betrieb.- Seit April schon laufen die Arbeiten für die Erneuerung der Söllereckbahn mit Ersatzneubau für die Gondeln, die zukünftig von 10er-Kabinen abgelöst werden. Die neue Talstation ist ebenfalls „in Arbeit“ und die Stützen liegen schon bereit. In den Folgejahren sollen die Schlepplifte „Wanne“ (Baustart: 2021) und „Höllwies“ (Baubeginn: 2022) weichen, die ebenso durch 6er-Sesselbahnen ausgetauscht werden und die „Runderneuerung“ der Ganzjahres-Bergbahn mit Gesamtinvestitionen von 42-Millionen Euro abschließen.

Das traditionelle Skigebiet am Söllereck setzt auf attraktives Ganzjahres-Angebot.

Volpert zeigt sich stolz, dass seit den 1950er Jahren „jetzt die dritte Bergbahn auf derselben Fläche“ gebaut werde: „Auf kleinem Raum eine unglaublich große Wertschöpfung“, bringt er das Konzept der Bestandsmodernisierung auf den Punkt. Das Skigebiet sei so erfolgreich, weil man stets das Prinzip „kleiner Einsatz – große Wirkung“ verfolgt habe.

Auch der Landtagsabgeordnete Alexander Hold (Freie Wähler) aus Kempten verteidigte die Modernisierung. „Falls wir hier nicht investieren, fahren die Menschen woanders hin.“ Ein attraktives Angebot und kurze Wege seien allemal ökologisch sinnvoll. Touristische Schwerpunkte zu schaffen durch Angebote sei eine wirksame Form der Besucherlenkung, die letztlich neue Ruhezonen in der Natur bewirken. Dass man im Allgäu konsequent auf Projekte der Bestandsverbesserung setze sei „langfristig richtiger und nachhaltiger“, so Hold mit Blick auf den Expansionskurs der Berg- bahnbetreiber im benachbarten Österreich.

Hold lobte den Einsatz seines Parteikollegen Aiwanger für die Bergbahnmodernisierung in Bayern. „Für einen Niederbayern nicht selbstverständlich.“ Was die staatliche Förderung angehe, sieht Hold das Allgäu gut versorgt: 70 Prozent der Mittel (55 Millionen Euro) gehen ins Allgäu – und die Hälfte davon nach Oberstdorf.

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