Abenteuer in der Eisenzeit

Am Lagerfeuer war es auf jeden Fall warm. Gabriele Hajek (3. von links) betreute die Eisenzeit-Gruppe in der „Erzgruben-Erlebniswelt“. Fotos: Josef Gutsmiedl

Ein Ferienabenteuer der besonderen Art erlebten 15 Jugendliche beim Feriencamp unter dem Motto „Eisen- und Wikingerzeit“ in der Erzgruben-Erlebniswelt am Grünten. Statt Computerspiele und Mobilfunk-Plausch durften die Buben und Mädchen hautnah erfahren, wie die Menschen vor 2000 und 3000 Jahren gelebt haben. Langeweile kam jedenfalls während der einwöchigen praktischen Geschichtsstunde nicht auf.

David, der Jüngste in der 15-köpfigen Gruppe junger Leute aus den Niederlanden, Österreich und Deutschland, wollte alles ausprobieren: Aus Knochen stellte er einen Ring her, auf dem kleinen Webrahmen einen Gürtel und für die Utensilien, die ein richtiger Junge sonst in der Hosentasche verstaut, fertigte er einen kleinen Beutel an, der am Gürtel befestigt wird. Das kleinen Hüttendorf der Erzgruben-Erlebniswelt wurde für das Feriencamp zu einer Siedlung während der Eisenzeit. Dusche und Schwitzhütte wurden selbst gebaut - zwar nicht aus Tierhäuten, sondern aus Abdeckplanen - aber immerhin zweckmäßig. „Tatsächlich stellten alle fest, dass man in der kleinen Dusche mit vier oder fünf Litern Wasser auskommt“, berichtet Gabriele Hajek, die das Gemeinschaftsprojekt zusammen mit ihrem Mann Christian betreut. Neben fünf Deutschen sind drei Teilnehmer aus Österreich dabei und fünf aus Holland. Dorfsprache ist Englisch, oder „mit Händen und Füßen“. Die Holländer sind fast schon „Profis“ in erlebbarer Frühgeschichte. Dort gibt es eine regelrechte Jugendorganisation, die sich dem Thema Experimenteller Archäologie verschrieben hat, berichtet Jan Jenissen, der eine Gruppe betreut. Die Eisenzeit-Gruppen stellen sich sogar ihre Kleidung weitgehend selbst her, die sie dann tragen, wenn „Wikingerzeit“ gespielt wird. Ariane etwa ist seit vier Jahren regelmäßig in Camps dabei und hat sich schon Kenntnisse im Schmiedehandwerk angeeignet. Hier in der Erlebniswelt hilft sie mit ihrer Erfahrung den Neulingen beim Umgang mit Esse, Hammer und Amboss. Denn mit glühenden Stahlstücken zu hantieren, verlangt Konzentration und Umsicht. Aufgeteilt in kleine Gruppen kommt jeder dran: Holzhacken, Wasser holen oder das Lagerfeuer betreuen und Maiskolben kochen - es gibt immer was zu tun im Museumsdorf der Eisenzeit am Grünten. Und geschlafen wird trotzdem erst spät in der Nacht im Matrazenlager in einer der Hütten.

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