Abmarsch in den "nicht alltäglichen Einsatz"

Die Bürgermeister der Stadt Sonthofen und der Gemeinde Rettenberg, Hubert Buhl und Oliver Kunz (Mitte), wünschten „ihren Soldaten“ viel Glück und eine gesunde Heimkehr ins Oberallgäu. Fotos: Josef Gutsmiedl

Sonthofen – Mit einem Appell in der Grüntenkaserne in Sonthofen wurden rund 50 Soldatinnen und Soldaten der leichten ABC-Abwehrkompanie 120 in den Auslandseinsatz verabschiedet. Etwa die Hälfte wird im Kosovo in den Kontingenteinsatz gehen, die andere Hälfte der Soldaten in Afghanistan.

Der bevorstehende Einsatz sei „alles andere als leicht“, erinnerte Kompanie-Chef Major Roland Weinberger seine Kameraden an die besondere Note eines Auslandseinsatzes. „Das ist keine alltägliche Situation, aber Sie haben auch keinen alltäglichen Beruf.“ Die Soldaten seien gut ausgerüstet und auch sehr gut ausgebildet. Für Hauptfeldwebel Andy Schwarz ist es schon der dritte Kontingenteinsatz. In wenigen Wochen wird er zum dritten Mal im Kosovo für gut drei Monate „arbeiten“ in seinem nicht alltäglichen Beruf. Aufgabe seiner Einheit ist es Trinkwasser für die Kontingentsoldaten aufzubereiten und zu transportieren. Es gelten die selben hohen Qualitätsstandards wie in Deutschland. Daneben wird Schwarz mit Dekontaminationsaufgaben befasst sein: sämtliche Ausrüstungsgegenstände, die die deutschen Feldlager verlassen, müssen desinfiziert werden, um die Übertragung der Maul- und Klauenseuche zu verhindern. Für Schwarz war der aktuelle Einsatz auch Grund genug, seiner Partnerin in der Heimat geloben „zusammen zu bleiben“ – Verlobung vor der Trennung auf Zeit. Auch für die Familenangehörigen und Partner der Soldaten seien die Kontingenteinsätze immer eine besondere Situation, betont er. Über die modernen Kommunikationswege wie Internet und Mobiltelefon werde er so gut es geht Kontakt halten. Ums Trinkwasser wird sich auch der Einsatzalltag von Oberleutnant Jan Ohlbrecht drehen, der rund ein halbes Jahr in Afghanistan im ISAF-Kontingent stehen wird. Für ihn ist es der erste Auslandseinsatz, doch er sieht sich und seine Kameraden gut vorbereitet. Immerhin haben die Soldaten ihr „Fach“ gelernt und vielfach geübt. Ein Jahr hatten er und seine Kameraden Zeit, sich vorzubereiten. „Das geht schnell vorbei...“, meint er, „und plötzlich ist es dann soweit.“ „Sie sind einsatzbereit“, stellte Oberst Fred Hilpert, der stellvertretende Kommandeur der Heerestruppen-Brigade, fest. „Sie verstehen ihr Handwerk.“ Und den Rückhalt in der Bevölkerung sehe er etwa in der Anwesenheit des Bürgermeisters und der Vertreter der Patengemeinde Rettenberg. Mehr als ein bloßes Stück Stoff mit Unterschriften ist für die Soldaten das gelbe Solidaritätsband, das anlässlich des Appell an die beiden Gruppen übergeben wurden. „Das ist wie die Ortsschilder eine Erinnerung und eine Verbindung zur Heimat. Da freut man sich über jedes Stück, das an Zuhause erinnert“, sagt Andy Schwarz. Die Solidaritätsbänder für die Soldaten der leichten ABC-Abwehrkompanie 120 wurden von den Vertretern der Initiative „Runder Tisch der Solidarität mit unseren Soldaten“ übergeben. Sonthofens Bürgermeister, Hubert Buhl, hob die lange und enge Verbindung der Stadt mit der Bundeswehr hervor. Die Verabschiedung sei mehr als ein formaler militärischer Akt. Wenn die Soldaten in ihrem Einsatz „vielfältigen Gefahren“ ausgesetzt seien, könnten sie sich „der Solidarität und Anerkennung“ sicher sein. Er hoffe, dass alle unverletzt und gesund wieder nach Sonthofen und zu den Angehörigen zurückkehrten. Die Bürgermeister von Sonthofen und Rettenberg übergaben den beiden Kontingentgruppen jeweils ein Ortsschild ihrer Gemeinden als sichtbares Zeichen der Verbundenheit.

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