"Bringen Sie frischen Wind in die Region"

Die Gratulanten mit den Regierungspreisträgern (von links) Schulleiter Dieter Friede, Markus Liebherr, Hotelfachmann (Jugend & Familiengasthäuser GmbH, Kempten), Sabrina Müller, Bauzeichnerin (ELOKA GmbH, Salgen, Ortsteil Bronnen), Oliver Klein, Zimmerer (Koether Walther Zimmerei GmbH, Stetten), Landrat Anton Klotz. Nicht auf dem Bild ist Fabian Maaß, Bürokaufmann (Caritasverband Kempten Oberallgäu, Sonthofen).

Immenstadt - „Den ersten, aber äußert wichtigen Schritt in ihrem Arbeitsleben haben Sie bereits hinter sich gebracht“, betonte Schulleiter Dieter Friede und gratulierte im Hofgartensaal in Immenstadt den 550 Absolventinnen und Absolventen des Beruflichen Schulzentrums Immenstadt zur bestandenen Abschlussprüfung und zum Ende der Berufsschulzeit.

Schulleiter Friede verglich die Berufsausbildung im dualen System mit einer Brücke, die direkt ins Beschäftigungssystem führt. An der Bildung zu sparen bedeute für unsere Wissensgesellschaft, die Zukunft des Landes aufs Spiel zu setzen durch den Verlust an Flexibilität und Innovationskraft. Während es jedoch für die Bildung keine Wachstumsgrenzen gebe, da der Mensch nie alles wissen werde, glaubten viele Ökonomen immer noch an das stetige Wachstum der Wirtschaft, das zum „Gradmesser von Erfolg“ geworden ist. Trotz vieler wiederkehrender ökologischer Krisen verhindere die Ökonomie ein ernsthaftes Handeln zu Gunsten einer unverzichtbaren intakten Biosphäre, wie Friede kritisch anmerkte. Das oft maßlose Konsumverhalten gehe zu Lasten der Natur.

Sein Appell an die Absolventinnen und Absolventen: „Jede und jeder Einzelne ist gefordert. Sie nehmen jetzt als voll ausgebildete Mitglieder am Wirtschaftsleben teil. Seien Sie sich der Verantwortung bewusst.“ Zum Schluss berief sich der Schulleiter auf Artikel 3 des Grundgesetzes – Gleichheit vor dem Gesetz – und appellierte an die Absolventen nach diesen Idealen der Menschlichkeit zu leben, die für ein friedliches Zusammenleben in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft unverzichtbar sind.

Landrat Anton Klotz dankte Eltern, Lehrkräften und Ausbildern, die die Stärke der jungen Menschen hervorgeholt und ihnen das Rüstzeug für die Zukunft gegeben haben, um darauf ihr zukünftiges Leben aufzubauen, weiter an sich zu arbeiten und sich fortzubilden. Gefragt seien dabei jedoch nicht nur das Wissen aus der Ausbildung, sondern auch Initiative, Flexibilität, Kreativität und Engagement als Schlüssel zum Erfolg. „Das Allgäu braucht starke Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzen, den Wirtschaftsstandort zu sichern und auszubauen. Bringen Sie frischen Wind in die Region. Sie sind dazu in der Lage!“ ermunterte Klotz die jungen Menschen.

Auch die beiden Schulsprecher Charlott Gensel und Alexander Krug brachten ihre Anerkennung für die glücklichen Absolventen zum Ausdruck: „Ein Erfolg, den euch keiner mehr nehmen kann.“ Ein besonderes Anliegen war es für den Beratungslehrer Hermann Siegel, zwei Schülerinnen als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Integration hervorzuheben. Olena Smolka aus der Ukraine und Iva Natcheva aus Ungarn absolvierten als Klassenbesten die Ausbildung zur Hotelfachfrau.

Vier Friseurinnen und 24 Absolventen der Hotellerie- und Gastronomieberufe konnten den Mobilitäts-Europass entgegennehmen. Zwei Schreinerinnen und ein Schreiner erhielten CNC Zertifikate. Die Schülerinnen der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung überraschten ihre Lehrkräfte mit Gedichteinlagen und kleinen Geschenken.

Bei der anschließenden Preisverleihung gratulierten Friede und Klotz 17 Schulpreisträgern, 16 Landkreispreisträgern und vier Regierungspreisträgern mit Urkunden und Geldprämien. Stimmungsvoll umrahmt mit Gitarre und Steirischer Ziehharmonika wurde die Feier von den Zimmerern Markus Haug und Sebastian Luibelsbacher. Reinhard Pargent zeichnete sich wie immer für die Organisation und den reibungslosen Ablauf der rundum gelungenen Veranstaltung aus, die mit der Übergabe der Abschlusszeugnisse durch die Klassenlehrer und einem kleinen Umtrunk endete.

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