Abwasserverband Obere Iller AOI versteht sich als "Experte für Hygiene"

Sauberes Wasser für das Oberallgäu

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Auf der Kläranlage in Immenstadt-Thanners ist neben dem Neubau eines Feinrechens auch der Neubau eines Zwischenhebewerks angelaufen.

Oberallgäu – Der Abwasserverband Obere Iller (AOI) wählte in der ersten konstituierenden Sitzung Ende Mai die Verbandsvorsitzenden. Die Corona-Krise stellt auch den Abwasserverband vor besondere Herausforderungen. Als „Experte für Hygiene“ sieht sich der Verband jedoch gut aufgestellt.

Dieter Fischer wurde in seinem Amt als Verbandsvorsitzender bestätigt.

Bei der Wahl des Verbandsvorsitzenden wurde Dieter Fischer in seinem Amt bestätigt. Er blickt auf langjährige Erfahrung zurück: Seit 1990 ist er Mitglied im Abwasserverband Obere Iller, 2002 wurde er zum zweiten Stellvertreter und 2008 zum ersten Stellvertreter gewählt. Im Juni 2019 übernahm er das Amt des Verbandsvorsitzenden von Hubert Buhl. In der konstituierenden Sitzung wurden Alois Ried, Erster Bürgermeister von Ofterschwang, sowie Christian Wilhlem, Erster Bürgermeister von Sonthofen, als stellvertretende Verbandsvorsitzende gewählt.

Für den AOI bringt die Corona-Pandemie besondere Herausforderungen mit sich. Dieter Fischer erklärt: „Die Reinhaltung der Gewässer im Oberallgäu mit seinen alpin geprägten Flüssen und Bächen wie Iller, Ostrach und Konstanzer Aach ist eine wichtige Aufgabe. Durch die Corona Krise erwarten wir Einbußen in den Finanzhaushalten der Gemeinden, die sich auch auf uns auswirken werden. Aber es ist gerade für den Gewässerschutz sehr wichtig, weiter zu investieren und damit das Klärwerk und die Kanäle am laufen zu halten.“ Fischer sieht deshalb viele wichtige Entscheidungen auf die 18 Mitglieder, darunter elf Bürgermeister und sechs Stadt- bzw. Gemeindemitglieder, zukommen. „Es gibt genug zu tun, wir haben große Aufgaben“, so Fischer.

Siegfried Zengerle, Geschäftsführer beim AOI, betont, dass die Kläranlage rund um die Uhr und sieben Tage die Woche funktionieren müsse. „Wenn die ganze Mannschaft aufgrund einer Corona-Infektion in Quarantäne müsste, dann wäre das ein echtes Problem.“ Deshalb wurden die Mitarbeiter in zwei Gruppen eingeteilt, die im wöchentlichen Wechsel gearbeitet haben. Da sich die Infektionslage mittlerweile entspannt hat, sind die Mitarbeiter wieder zu regulären Arbeitszeiten zurück gekehrt. Es gelten aber weiterhin Regeln zum Infektionsschutz. „Hygieneregeln haben wir sowieso, da sind wir ja Profis“, erklärt Zengerle.

Auch während der Corona Krise sind die Bauprojekte des AOI weiter vorangekommen. Unter anderem ist der Neubau eines Zwischenhebewerks angelaufen und der Neubau eines Feinrechens in der Kläranlage wurde weiter voran gebracht. Auf der Kläranlage in Immenstadt-Thanners wird die Reinigung der Abwässer aus den elf Mitgliedsgemeinden sichergestellt. Das Abwasser wird in mehreren Schritten gereinigt und anschließend zu rund 95 Prozent der Iller zugeführt. 20 Mitarbeiter kümmern sich um die Kläranlage, neun Mitarbeiter sind für das 160 Kilometer lange Kanalnetz verantwortlich; zehn Angestellte arbeiten in der Geschäftsstelle in Sonthofen. Insgesamt klärt der AOI 13 Millionen Kubikliter Abwasser pro Jahr. Seit seiner Gründung im Jahre 1974 hat der Abwasserverband Obere Iller zur Reinhaltung der Flüsse rund 163 Millionen Euro in seine Anlagen investiert.

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