Zweiter Faulturm in Thanners

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Der Faulturm in Thanners bekommt einen Kollegen.

Die Kläranlage in Immenstadt-Thanners soll um einen zusätzlichen Faulturm erweitert werden. So lautet ein Beschluss der Mitglieder des Abwasserverbandes Obere Iller (AOI). Der neue Faulturm, in dem ebenfalls der Faulschlamm in Gas umgewandelt wird, hat ein Fassungsvermögen von 3 000 Kubikmetern.

Der Baubeginn ist für 2021 geplant, der Turm soll dann 2022 seinen Betrieb aufnehmen. Die Gesamtkosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 3,6 Millionen Euro. Der vorhandene Faulbehälter mit einem Fassungsvermögen von 4 000 Kubikmetern wurde bereits vor 35 Jahren in Betrieb genommen, erklärte AOI-Geschäftsleiter Siegfried Zengerle auf der Verbandsversammlung.

Ursprünglich sei auch ein zweiter Behälter geplant gewesen, aus Kostengründen aber seinerzeit nicht realisiert worden. Aufgrund des Alters müsse über kurz oder lang eine Sanierung von Bau und technischer Ausrüstung ins Auge gefasst werden. Erst in diesem Jahr sei eine umfangreiche und aufwendige Säuberung mittels Taucher notwendig geworden, die rund 400 000 Euro gekostet habe.

In der Versammlung erläuterte Diplom-Ingenieur Frank-Steffen Schmid vom Stuttgarter Ingenieurbüro „Jedele und Partner“, dass sich unter dem Strich der Bau eines zweiten Faulturms für den AOI rechnet. Die Sanierungsarbeiten des vorhandenen Behälters könnten möglicherweise bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. In diesem Falle würden allein für zusätzliche Stromkosten, erhöhte Entsorgung und die extern durchgeführte Entwässerung 1,1 Millionen Euro anfallen. „Verlorene Kosten“, sagt Ingenieur Schmid, wenn kein zweiter Faulturm zur Verfügung stünde.

Die Sanierung würde für etwa 15 Jahre vorhalten, die „verlorenen“ Kosten lägen somit bei rund 73 000 Euro im Jahr. Die Betriebskosten für den neuen Turm würden dagegen rund 35 000 Euro im Jahr betragen. Denn mit dem zusätzlichen Behälter würde mehr Gas, aber weniger Schlamm produziert, der zu dem besser zu entwässern ist und Tauchereinsätze würden seltener. „Damit erreichen wir auf lange Sicht eine zukunfts- und betriebssichere Schlammbehandlung“, stellt AOI-Verbandsvorsitzender Hubert Buhl fest.

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