Mobilität im Alter innovativ gestalten

Diskutierten über die Mobilität im ländlichen Raum: ADAC Südbayern-Vorstandsrat Manfred Sensburg (von rechts), IGES-Geschäftsführer Christoph Gipp, Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter, Schwabens Regierungspräsident Karl Michael Scheufele, Herbert Beck (Geschäftsführer mona GmbH), Werner Weigelt (Geschäftsführer Schwabenbund e.V.) und Alexander Kreipl (Verkehrspolitischer Sprecher ADAC Südbayern e.V.).

Oberallgäu – Mobil sein bedeutet, aktiv am Leben teilzunehmen, Einkäufe zu erledigen, zum Arzt zu fahren oder schlichtweg Kontakte zu pflegen. Doch wie sieht es aus, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel in die nächstgelegene Stadt fahren und nicht immer ein eigenes Auto zur Verfügung steht?

Der ADAC Südbayern hat dazu mit dem IGES Institut Berlin eine Studie entwickelt mit dem Schwerpunkt auf der Mobilität Älterer im ländlichen Raum. Diese wurde vor Kurzem in Kempten für den Regierungsbezirk Schwaben vorgestellt.

Thomas Kiechle (Oberbürgermeister der Stadt Kempten) und Manfred Sensburg (Vorstandsrat des ADAC Südbayern e.V.) stellten eingangs die Bedeutung dieser Studie heraus. „Das Thema Mobilität im Alter gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wegen des demographischen Wandels und der immer höheren Zahl älterer Menschen in Deutschland erleben wir auch neue Mobilitäts-Bedürfnisse“, sagte Sensburg. Die Mobilitätssituation von älteren Personen auch und gerade im ländlichen Raum war bis dato jedoch nicht oder nur unzureichend mit entsprechenden Daten unterfüttert, um die richtigen Schlüsse daraus ziehen zu können.“

Dies untermauerte IGES-Geschäftsführer Christoph Gipp in seiner Präsentation. „Wir haben 1964 Menschen ab 55 Jahren zu ihrer Mobilität befragt und auf acht Planungsregionen herunter gebrochen. Somit ergibt sich eine sehr detaillierte Vergleichbarkeit.“ Ergebnis: Das Auto ist und bleibt Verkehrsmittel Nummer 1. Die Menschen wünschen sich aber eine Optimierung von individueller Mobilität und öffentlichem Nahverkehr. „Wir müssen hier Neues zulassen“, betonte Gipp. „Es gilt, die Innovation aktiv zu gestalten und sektorübergreifende Lösungen, z.B. mit dem Tourismus oder der Gesundheit“, zu schaffen. 

Ergebnisse für Schwaben

Trotz ihrer Präferenz für das Auto sind Ältere auf Alternativen zum PKW angewiesen. Sie schätzen auch ihre Fahrtauglichkeit bemerkenswert verantwortungsvoll ein. Die Schwaben haben Interesse an Mitnahme-Angeboten. „Hier haben wir Handlungsbedarf und brauchen zugleich Lösungsoptionen“, sagte Gipp. Dazu passt, dass die Schwaben hohes Nutzungspotenzial bei Elektrofahrrädern und Ruf- und Bürgerbussen sehen. „Zudem sind flexible und innovative ÖPNV-Angebote im Regierungsbezirk Schwaben entwicklungsfähig“, so Gipp. Und: Bestehende ÖPNV-Barrieren für Menschen mit eingeschränktem Gehvermögen müssen dringend abgebaut werden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten Karl Michael Scheufele (Regierungspräsident von Schwaben), CSU-Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter, Werner Weigelt (Geschäftsführer Schwabenbund e.V.), Herbert Beck (Geschäftsführer mona GmbH) und Alexander Kreipl (Verkehrs- und Umweltpolitischer Sprecher des ADAC Südbayern e.V.) über die Ergebnisse und waren sich am Ende einig: „Nur durch gemeinsames Engagement aller Beteiligter und auf diversen Entscheidungsebenen lässt sich diese Zukunftsaufgabe meistern!“

Alleine in Südbayern leben 2,2 Millionen Menschen auf dem Land, davon etwa ein Drittel in der Altersgruppe ab 55 Jahren. Das eigene Auto überwiegt als Fortbewegungsmittel, allerdings sind die Bewohner mit zunehmendem Alter häufiger auf Mitfahrgelegenheiten angewiesen. Flexible Angebote des Personennahverkehrs sind jedoch gerade außerhalb der Ballungszentren entwicklungsfähig. „Vereinzelt gibt es bereits erstaunlich innovative Ansätze, wie den selbstfahrenden Bus in Bad Birnbach oder das ISTmobil in Österreich. Von einer flächendeckenden Lösung sind wir jedoch weit entfernt“, betonte Alexander Kreipl.

ADAC

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