Militärpfarramt bleibt bestehen

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Pfarrer Scharrer (2. v. r.) führte zusammen mit den beiden ehemaligen Militärpfarrern Pfarrer i.R. Dr. Wolfram Lohse (rechts) und Pfarrer i.R. Friedrich Rabenstein (links) den Verabschiedungsgottesdienst für Max Adolf durch.

Sonthofen – Soldatenfamilien der Standorte Sonthofen, Kempten und Füssen haben zusammen mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde mit Max Adolf den letzten Vertreter der evangelischen Militärseelsorge im Rahmen eines Gottesdienstes in der Täufer Johannis Kirche in Sonthofen verabschiedet.

Pfarrer Gerhard Scharrer von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sonthofen gestaltete zusammen mit den Soldatenfamilien einen familiären, fröhlichen und facettenreichen Gottesdienst. Auch in die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes brachten sich zur großen Freude von Max Adolf viele Angehörige der Soldatenfamilien ein: Daria Cappey spielte Klarinette, Hartmut Happel Tenorhorn und Uwe Siegener Dudelsack. 

Mit dem Ausscheiden von Pfarrhelfer Max Adolf aus der evangelischen Militärseelsorge Ende vergangenen Jahres war das evangelische Militärpfarramt Sonthofen vollkommen verwaist. Max Adolf hatte gekündigt, nachdem ihm ein Dienstposten beim neu aufgestellten Zentrum Brandschutz der Bundeswehr auf der Generaloberst-Beck-Kaserne angeboten worden war. 

„Es ist mir sehr schwer gefallen meine Stelle als Pfarrhelfer bei der Militärseelsorge aufzugeben”, bekannte Adolf schwermütig. Aber im Zuge der Umstrukturierung der Bundeswehr und der damit einhergehenden nachhaltigen Veränderung auch bei der Militärseelsorge sei die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib des Militärpfarramtes in Sonthofen immer geringer geworden. Adolf kehrt wieder auf die Burg zurück, wo er vor über 20 Jahren bei der Schule für Feldjäger und Stabsdienst seinen Dienst in der Bundeswehr begonnen hat. 

Mit seinem Ausscheiden geht eine erfolgreiche Ära der evangelischen Militärseelsorge zu Ende. Max Adolf hat besonders in der fast zweijährigen Vakanz der Standortpfarrerstelle die Militärseelsorge gut beatreut. Er war ein geschätzter Ansprechpartner. Manch einer bezeichnete ihn deshalb anerkennend auch als „d‘r kloi Standortpfarrer“. Seine Fähigkeiten waren auch dem Militärdekan nicht verborgen geblieben, weshalb dieser ihn von Sonthofen bis Bad Reichenhall, wo gerade Not am Mann war, als Pfarrhelfer eingesetzt hatte. 

Zukunft der Militärseelsorge 

Nach dem Ausscheiden riefen empörte Sonthofer Bürger im evangelischen Pfarramt an und wollten wissen, was denn mit der Militärseelsorge los sei. Der Kirchenvorsteher und Oberstleutnant a. D. Hans Ehrenfeld sollte nun in einem Gespräch mit Militärdekan Alfred Grombach in Erfahrung bringen, wie es mit dem Militärpfarramt weiter gehen solle. 

„Das Militärpfarramt Sonthofen ist zur Zeit vakant,“ informierte Dekan Grombach „weil sich kein geeigneter Bewerber aus der zuständigen Gliedkirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern, für die ausgeschriebene Stelle des Militärpfarrers gefunden hat.“ 

Jedoch bleibe ein Militärpfarramt bestehen, auch wenn die Stellen des Militärpfarrers und des Pfarrhelfers im Militärpfarramt vakant seien. Zudem sei die Wahrnehmung seelsorgerlicher Aufgaben durch Stellvertreter sichergestellt. Das Militärpfarramt Sonthofen werde nach aktueller Planung Bestand haben, es werde aber voraussichtlich eine Verlegung nach Füssen erfolgen. 

Inzwischen sei auch ein neuer Militärpfarrer gefunden worden, der am 15. April seinen Dienst beginnt. Die vakante Pfarrhelferstelle sei ebenfalls ausgeschrieben und würde wieder nachbesetzt werden. Die seelsorgerische Betreuung scheint damit weiter gesichert, was angesichts der anhaltenden Auslandseinsätze für die Soldatinnen und Soldaten von großer Bedeutung ist.

Hans Ehrenfeld

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