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Älplerletze auf dem Fellhorn würdigt die Verdienste der Hirtinnen und Hirten

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Von: Josef Gutsmiedl

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Älplerletze Fellhorn 2022
Die Euregio-Alphorngruppe darf bei der Älplerletze nicht fehlen und begleitet das Fest der Älplerinnen und Älpler musikalisch. © Josef Gutsmiedl

Oberstdorf – Alljährlich feiert die „Euregio via salina“ das Ende des Alpsommers mit der sogenannten Älplerletze – ein Fest zu Ehren der Hirtinnen und Hirten.

Umrahmt von der Euregio-Alphorngruppe wurde die Älplerletze heuer wieder auf dem Fellhorn gefeiert, verbunden mit einer Bergmesse und einer Schellenverlosung unter den Älplerinnen und Älplern aus dem Euregio-Gebiet.

Sowohl der Geschäftsführer der Fellhornbahn, Dr. Andreas Gapp, als auch der Pastoralassistent im Kleinwalsertal, Hans Suck, erinnerten an die Bedeutung der Alpwirtschaft. Die auch heute noch oft schwere, mühevolle Arbeit der Hirtinnen und Hirten ermögliche erst den Genuss des „Gottesgeschenkes“ Kulturlandschaft.

Der Mensch braucht Hirtinnen und Hirten

„Der Mensch braucht Hirtinnen und Hirten - und Gottes Fürsorge“, so Hans Suck in seinen Betrachtungen zur Älplerletze. Vor ein, zwei Generationen sei das Leben „im Berg“ während der Alpsaison bestimmt noch beschwerlicher gewesen als heute. Doch auch jetzt sei es trotz mancher Neuerungen und Erleichterungen immer noch etwas Besonderes; ein Leben mit viel Arbeit, Handarbeit und großer Verantwortung. Die Älplerletze sei der Tag des Dankes für einen guten Alpsommer – aber auch Moment der Zuversicht, wenn es Schwierigkeiten gegeben habe, so Suck, der seit vielen Jahren das Fest begleitet. „Es braucht auch heute Menschen, die auf den Bergen arbeiten, leben.“

Diesen Gedanken konnte der Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, Dr. Michael Honisch, nur vertiefen. „Es braucht Männer und Frauen, die bereit sind, in die Berge zu gehen und sich dieser immer noch besonderen Arbeit und Verantwortung zu stellen.“ Auch wenn die Umstände heute anders seien, Stress bedeute das allemal.

Positive Bilanz des vergangenen Alpsommers

Honisch zog eine insgesamt positive Bilanz des vergangenen Alpsommers. Was die Wasserversorgung angeht, sei das Allgäu gut davongekommen. „Woanders war es nicht so prickelnd.“ Und: „Wenn das Vieh nichts zu saufen hat, wird‘s schnell eng.“

Der AVA-Geschäftsführer forderte auch mehr politische Unterstützung für die Belange der Alpwirtschaft ein. Und was das „heiße Eisen Wolf“ angehe, wünschte sich Honisch mehr Unterstützung für die Weideviehhaltung und Möglichkeiten Wolfspopulationen zu regulieren. Letztendlich, so Honisch weiter, sei Alpwirtschaft ohne Vieh unmöglich. Es brauche immer Talbetriebe, die „dabei mitmachen“ und ihr Vieh sömmerten. Letztlich sei die Kulturlandschaft der Bergwelt doch kein „Geschenk Gottes“, sondern vielmehr der Arbeit der Älpler­innen und Älpler zuzuschreiben. Heute, bei der Älplerletze, sei der Tag, dies zum Ausdruck zu bringen und den Menschen, die diese Arbeit verrichteten zu danken. Nicht zuletzt den Kleinhirtinnen und Kleinhirten gelte der Respekt: „Wir können glücklich sein über diese Jugend! Sie sind die Zukunft der Alpwirtschaft. Auf diese Zukunft setzen wir!“

Traditionelle Schellenverlosung

Bei der traditionellen Schellenverlosung ging es um vier prächtige Schellen und Glocken, gestiftet von Tourismus Kleinwalsertal, Tourismus Oberstdorf, sowie der Fellhornbahn und der Kanzelwandbahn. Im Lostopf waren 72 Lose der anwesenden Älplerinnen und Älpler aus dem Euregio-Gebiet – dem Allgäu und dem Tiroler Tannheimer Tal.

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