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Aktionsbündnis „Helf ma zam!“ hilft Ukrainischen Geflüchteten

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Europaabgeordnete Ulrike Müller, Stadträtin Petra Müller, Hansjörg Nast-Kolb
Die Europaabgeordnete Ulrike Müller (Mitte) mit Stadträtin Petra Müller (rechts) und Hansjörg Nast-Kolb, dem Mann der Tat an allen Orten rund um die Aktion „Helf ma zam!“ © Felix Gattinger

Sonthofen – Nach der Sommerpause sollen über die Plattform „Helf ma zam!“ einmal im Monat gezielte Spendenaufrufe erfolgen.

Schon kurz nach dem Beginn von Putins Überfall auf die Ukraine hatte die Europaabgeordnete Ulrike Müller von ihrem rumänischen Amtskollegen Vlad Botos über die verzweifelte Lage der Kriegsflüchtlinge im rumänischen Grenzgebiet erfahren. Die Geflüchteten waren dort provisorisch in Lagern und Hallen untergebracht worden. Die Helfer vor Ort waren mit der Situation überfordert, und, um die Ankömmlinge wenigstens mit dem Nötigsten zu versorgen, fehlten die Mittel.

Zusammen mit Botos und zahlreichen Akteuren und Helfern im Allgäu und in Rumänien organisierte Müller mit der Unterstützung des Flughafens Memmingen eine Art Luftbrücke, die Geflüchtete aus den Auffanglagern herausholte und von Memmingen aus auf die verschiedenen Unterbringungen in der Region verteilte. Die Maschinen flogen allerdings schon beim ersten Mal nicht leer nach Rumänien. An Bord waren zahlreiche Hilfsgüter, die von den Flüchtlingen in Rumänien dringend gebraucht wurden. In über zehn Transporten wurden bereits Anfang März insgesamt sechs Destinationen angeflogen, von wo aus Helfer mit Kleintransportern die Güter zu den Flüchtlingen brachten. Der Kontakt mit den Helfern vor Ort war somit hergestellt, und man konnte sich ein genaueres Bild von dem machen, was tatsächlich benötigt wurde und wie viel davon.

Hilfs-Aktionsbündnis „Helf ma zam!“

Diese Informationen wurden vom Hilfs-Aktionsbündnis „Helf ma zam!“ gebündelt und über Spendenaufrufe auf einer eigens dafür eingerichteten Internetplattform an die Bevölkerung weitergegeben. In Sonthofen, Kempten, Missen, Lindau und Memmingen wurden Sammelstationen eingerichtet. Aufgrund komplizierter Regularien im Luftfrachtverkehr erfolgten die weiteren Hilfslieferungen auf dem Landweg.

Die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Sonthofer Stadtrat, Petra Müller, ist heute noch überwältigt von der spontanen Hilfsbereitschaft auf allen Seiten: „Egal wo wir angerufen haben, jeder hat uns unterstützt: Mit LKW, Ladetechnik und Gabelstaplern“, erzählt die Stadträtin. Auch bei der Bevölkerung sei die Aktion allgäuweit zum Selbstläufer geworden. Immer mehr Leute hätten angerufen: „Ihr könnt holen, ihr könnt holen!“

Großzügige Lieferungen von Landwirten

Insgesamt hatten auch 15 Schulen in der Region fleißig Hilfspakete geschnürt. Viele Lehrer hatten die Aktion dankbar aufgegriffen, denn sie bot zusätzlich die Möglichkeit, die schlimmen Nachrichten aus dem Kriegsgebiet zusammen mit den Schülerinnen und Schülern durch konkretes Handeln psychisch zu verarbeiten. Auch zahlreiche Landwirte hatten großzügige Lieferungen gespendet.

„Wir machen das, weil wir durch unsere Kontakte genau wissen, was vor Ort gebraucht wird“, sagt Ulrike Müller aus Missen-Wilhams „Und weil wir zu 100 Prozent sicher sein können, dass die Ware auch dort ankommt.“

Schon Anfang August wird Müller mit einem der Transporte nach Rumänien und in die Ukraine fahren, um sich die Lage vor Ort anzusehen im Hinblick auf das, was weiterhin benötigt wird und wo. Eventuell, fügt sie hinzu, müsse man auch die Situation in der Republik Moldau bei den nächsten Transporten berücksichtigen.

Nach der Sommerpause wird die Aktion weitergehen. Dann sollen über die Plattform „Helf ma zam!“ einmal im Monat gezielte Spendenaufrufe erfolgen und die Sammlungen koordiniert werden. Dabei setzten die Europaabgeordnete und ihre Mitstreiterin Petra Müller aus Sonthofen erneut auf die ungebremste Hilfsbereitschaft der Allgäuer Bevölkerung. „Besonders“, betont Ulrike Müller, „danken wir allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Spediteuren und Logistikbetrieben und nicht zuletzt auch den Rotariern Oberstaufen-Immenstadt, die für die Aktion so viele Spenden sammeln konnten.“

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