Hindernisse im Alltag

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Mal nicht zu Fuß sondern im Rollstuhl unterwegs (von links): Seniorenbeauftragte Gisela Bock, die Bezirksrätinnen Barbara Holzmann und Renate Deniffel sowie Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp. Geführt wurden sie von Günther Stangl (Zweiter von rechts), Behindertenbeauftragter des Landkreises Oberallgäu.

Immenstadt – Welchen schier unüberwindbaren Hindernissen sich Menschen mit Behinderung im alltäglichen Leben gegenübersehen, konnten Menschen ohne Handicap beim „Aktionstag der Menschen mit Behinderung”, den die Caritas in Immenstadt organisierte, erleben.

„Zu Fuß ist es nur eine kleine Steigung, mit dem Rollstuhl dagegen – probieren sie’s aus!“, ruft Günther Stangl der Gruppe Rollstuhlfahrer hinter sich zu. Hinter Stangl, Behindertenbeauftragter für den Landkreis Oberallgäu, setzt sich eine Truppe in Bewegung, die sonst eher zu Fuß unterwegs ist und dann vor allem in politischer Mission: die Bezirksrätinnen Barbara Holzmann und Renate Deniffel, Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp nebst dem Behindertenbeauftragten des Ortes, Werner Opppold, FDP-Politikerin und Seniorenbeauftragte Gisela Bock und Robert Immle (Sachgebietsleiter Soziale Angelegenheiten im Landratsamt Oberallgäu). Sie sitzen in Rollstühlen und finden heraus, wie es funktioniert, sich ohne die Kraft der eigenen Beine fortzubewegen. 

Rund eine halbe Stunde geht es in Rollis und mit Rollatoren quer durchs Städtle mit dem Ziel, auf die Hürden aufmerksam zu machen, die alle sogenannten mobiliätseinge- schränkten Menschen tagtäglich überwinden müssen. Stattgefunden hat diese etwas andere Stadtrundfahrt, an der sich neben den Politikern auch zahlreiche Fußgänger und Rollstuhlfahrer beteiligt haben, im Rahmen des „Aktionstages der Menschen mit Behinderung“ in Immenstadt. Die offene Behindertenarbeit des Caritasverbandes Kempten-Oberallgäu (OBA), Stangl und Oppold haben diesen Tag organisiert. 

Vor dem Schloss auf dem Marienplatz, inmitten des Wochenmarkttreibens, informierten OBA, Lebenshilfe und Diakonie die Besucher über ihre Arbeit mit Menschen mit Handicaps. Trotz nasskalten Wetters probierten zahlreiche Marktgänger den mit Alltags-Hindernissen gespickten Rollstuhlparcours aus und nutzten die Gelegenheit, für die Rollstuhl-Stadtrundfahrt zu „üben“. „Ich hätte niemals gedacht, wie unüberwindbar eine hohe Bordsteinkante ist, wenn man mit dem Rollstuhl darüber möchte“, bekannte eine Parcoursteilnehmerin erstaunt. Damit jeder für sich das passende Gefährt fand, stellten die OBA und das Reha-Center Sonthofen einen umfangreichen Fuhrpark zur Verfügung, in dem es vom E-Rolli bis zum Gehwagen alles gab, was bei der Fortbewegung hilft. 

Mit noch mehr Action auf zwei Rädern lockte die Behindertensportgruppe des TV Immenstadt, die Basketball im Rollstuhl anbot und außerdem zeigte, was es mit „Bosseln“ – einer Art Eisstockschießen – auf sich hat. Warmherzige Portraits behinderter Menschen waren im Schloss in der Ausstellung „Eindrücke“ zu sehen.

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