In schwierigem Gelände - Konfliktpotential Mountainbiker?

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Das Mountainbike-Projekt Allgäu – Tirol soll auch aufzeigen, wie Konflikte bei der Naturnutzung ausgeräumt werden können.

Oberallgäu – Mountainbike ja, aber rechtssicher und umweltgerecht. Mit dieser Kernforderung wandten sich die Aufsichtsräte der Allgäu GmbH an die Landespolitik.

Die Diskussion in der Allgäu Initiativ Konferenz, aber auch viele andere Gespräche hätten den Handlungsbedarf im Bereich der Besucherlenkung, der Haftung und der Konfliktreduzierung zwischen Natur und Mountainbikern aufgezeigt. Nun müsse man die Regionen in ihren Bemühungen, diese Konfliktpotentiale zu entschärfen, auch unterstützen, so die Forderung.

Die Aufsichtsräte beziehen sich in ihrer Forderung an die Politik auf ein Schreiben des Innenministeriums aus dem Jahre 2002, welches dringend überarbeitet und aktualisiert werden müsse. Die Rahmenbedingungen seien heute andere als vor 15 Jahren und eindeutige Reglungen dienen sowohl Radlern als auch Grundstückseigentümern. Zwar garantiere das freie Betretungsrecht der Natur nach Art. 27 des Bayerischen Naturschutzgesetzes Mountainbikern das Radeln auf geeigneten Wegen, doch werde dies unterschiedlich interpretiert: Mountainbiker bewerten Wege oftmals anders als Grundstückseigentümer, Älpler, Waldbesitzer oder Wanderer.

Diese Interessenkonflikte forderten eine Besucherlenkung. Um diese im Sinne aller Beteiligten, auch des Naturschutzes, umzusetzen, benötigten Regionen und Orte Fördermittel, so die Vertreter der Allgäu GmbH.

Eine weitere Herausforderung sei die Haftung: Die Alp­wirtschaft prägt die Natur- und Kulturlandschaft und ist nicht nur für Mountainbiker äußerst attraktiv. Doch können private Grundstückseigentümer nicht für die Verkehrssicherheit auf ihren Wegeabschnitten haften. Auch hier müsse neben der finanziellen Förderung eine Rechtssicherheit hergestellt werden.

Das Mountainbike Projekt Allgäu - Tirol

„Seitens der Politik müssen klare Empfehlungen und Hilfestellungen zur Regelung und Haftungsfrage gegeben werden“, fordert Anton Klotz, Aufsichtsratsvorsitzender der Allgäu GmbH. Nur so sei eine Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten möglich, um ein Besucherlenkungskonzept umzusetzen. Aus Sicht mancher Grundstückseigentümer, Älplern, Waldbesitzer und Wanderer seien Mountainbiker „störend“, stellt die Allgäu GmbH weiter fest. Doch aufhalten könne man sie nicht. Daher stehe man vor großen Herausforderungen, sie gleichermaßen zu steuern und zu lenken wie zufriedenzustellen, meint Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH. Aus diesem Grund wird auch das gemeinsame Mountainbike Projekt Allgäu - Tirol umgesetzt. Die Interreg-Förderungen sollen Wegeführung, Infrastruktur und abgestimmte Werbemaßnahmen ermöglichen, so dass Radler informiert, sensibilisiert und gelenkt werden und eine einvernehmliche touristische Wertschöpfung ermöglicht wird. Mit einer klaren Positionierung der Politik sei dies für alle Beteiligten leichter umzusetzen.

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