Arbeitslosigkeit im März gesunken

Allgäu – Der Arbeitsmarkt startete fulminant ins Frühjahr. Deutlich weniger arbeitslose Menschen und eine anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften bildeten zwei markante Ergebnisse im März. Die Arbeitslosenquote ging auf 2,7 Prozent zurück. Sie erreichte damit den niedrigsten Märzwert der vergangenen zehn Jahre.

„Zum Frühjahrsauftakt konnten mehr Menschen als in den letzten Monaten eine neue Beschäftigung aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden. Der Bedarf an weiteren Arbeitskräften bleibt hoch. Die Möglichkeiten für Frauen, die nach einer Familienphase wieder in ihren erlernten Beruf zurückkehren möchten, sind derzeit sehr günstig. Sie stellen ein wichtiges Potenzial zur Sicherung des Fachkräftebedarfs dar“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Rückkehr in den Arbeitsprozess nach einer Familienphase erleichtern.“

Beruflicher Wiedereinstieg

Im Zeitraum Juni 2007 bis Juni 2017 nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei Frauen stärker zu als bei Männern. Während bei Männern ein Zuwachs von 21 Prozent zu verzeichnen war, bewegte sich das Plus auf Seiten der Frauen bei 28 Prozent. In diesem Zeitraum stieg gleichzeitig die Beschäftigung in Teilzeit deutlich stärker als die für Tätigkeiten in Vollzeit. Arbeiten in Teilzeit ist eine Frauendomäne. Zuletzt gingen im Juni 2017 knapp 60 000 Frauen einer Teilzeittätigkeit nach, während dies für 11 500 Männer zutraf.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter unterstützen Frauen bei der Rückkehr ins Berufsleben. Ansprechpartner sind vor Ort die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Für den beruflichen Wiedereinstieg gibt es ein besonderes Beratungsangebot, das auch für Personen gilt, die nicht arbeitslos gemeldet sind. Bei der Beratung werden insbesondere auch die Vorteile einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung aufgezeigt. Viele Frauen kehren nämlich nach einer Familien- oder Pflegephase ins Erwerbsleben zurück und arbeiten zunächst in einem Minijob. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist für Frauen sehr wichtig, vor allem im Hinblick auf ihre Eigenständigkeit und die soziale Absicherung sowie die finanzielle Sicherung im Alter.

Immer wichtiger wird es für Betriebe im Allgäu ihre Personalplanung familienorientiert zu gestalten, damit auch in Zukunft eine ausreichende Zahl qualifizierter Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Im März waren 9 960 Menschen bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Februar bedeutete das einen Rückgang um gut 600 Kräfte. Der Blick auf den März des vergangenen Jahres zeigt sogar einen Rückgang um mehr als 1 000 arbeitslose Frauen und Männer. Aktuell sprachen etwas mehr als 1 400 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern vor, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das waren sowohl weniger Menschen als im Vormonat wie auch weniger als im März des vergangenen Jahres. Gleichzeitig konnten mehr Kräfte in eine neue Beschäftigung starten als in den letzten Monaten. Genau 1 721 Frauen und Männer beendeten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Tätigkeit.

Regionale Entwicklungen

Aktuell waren gut 1 000 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im März des vergangenen Jahres. Im Allgäu lag die Arbeitslosenquote dieses Mal bei 2,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Diese Entwicklung setzte sich in allen Regionen des Agenturbezirks fort. Besonders günstig sah es auf dem Arbeitsmarkt in den Wirtschaftsräumen Mindelheim, Memmingen, Marktoberdorf, Lindau und Kempten aus. Im südlichen Oberallgäu gint die Arbeitslosenquote auf 3,0 Prozent zurück – 0,3 Prozentpunkte weniger als im März 2017. Im Jahresvergleich erzielte der Wirtschaftsraum Marktoberdorf die stärkste Verbesserung. Dort erreichte die Arbeitslosenquote aktuell den Wert von 2,4 Prozent, sie lag damit um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vporjahresergebnis.

Aufgrund der wenig frühlingshaften Witterung der letzten Wochen ist mit steigenden Temperaturen nach Ostern mit zahlreichen weiteren Arbeitsaufnahmen für Tätigkeiten im Freien zu rechnen. Die Situation wird sich dann auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu weiter entspannen. Dafür spricht auch der anhaltend hohe Kräftebedarf quer durch viele Branchen. In einigen Bereichen wird sich eine zeitnahe Besetzung von Arbeitsplätzen schwieriger gestalten.

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