Verein Allgäuer Alpgenuss: "Es sollten alle dabeisein"

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Die Alpgenuss-Vorstandschaft mit (von links) Eva Zweng (Kassier), Johannes Nussbaumer (Beisitzer der Allgäuer Hof-Milch), der Stellvertretenden Vorsitzenden Andrea Buhl, dem Vorsitzenden Alois Ried, sowie Presse-Chefin Resi Schwarz, Schriftführerin Bettina Hörburger und Beisitzer Franz Hage vom Alpwirtschaftlichen Verein.

Oberallgäu – Der Verein „Allgäuer Alpgenuss“ engagiert sich seit zehn Jahren bei der Vermarktung von Lebensmitteln aus der Region. Schwerpunkt dabei sind die Angebote auf den Alpen. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurden neue Alpen, Gemeinden und Lieferanten und Förderer begrüßt.

Der Verein will noch intensiver als bisher die Werbetrommel für die Idee rühren, dass heimische Produkte „Vorfahrt“ haben sollen bei der Kleingastronomie auf den bewirtschafteten Alpen und Hütten. Und eine aktualisierte Neuauflage der Broschüre „Alpgenuss-Wanderungen“ soll es demnächst auch geben.

Mit im Boot sind jetzt auch die Gemeinden Balderschwang, Blaichach, die Hörnerdörfer, Oberstdorf, Oberstaufen, Missen-Wilhams und Waltenhofen. Mithin allesamt „Schauplatz“ für die Arbeit des Vereins Allgäuer Alpgenuss und der Älplerinnen und Älpler. „In unserem Gemeindegebiet gibt es allein drei Alpgenuss-Sennalpen und die Genossenschafts-Sennerei in Gunzesried. Da ist es naheliegend, dass wir als Kommune die Idee über eine Mitgliedschaft im Verein unterstützen und Fördern“, betont Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß. Und seine Bürgermeisterkollegen sehen das genauso, versichert er.

Neun neue Alpgenuss-Sennalpen haben den Mitgliederstand dieser Kategorie auf fast 50 nach oben geschraubt. Mit der Lugenalpe (1560 m) bei Oberstdorf ist jetzt eine der höchstgelegensten Sennalpen dabei. „Und mit zwei weiteren Alpgenuss-Partneralpen im Raum Wertach können wir eine weitere Lücke schließen“, freut sich Andrea Buhl, die Stellvertretende Vorsitzende über die Entwicklung.

Bewährt habe sich die unbürokratische Handhabung der Konzessionspraxis für Alpen mit Einkehrmöglichkeit und Bewirtung. „Das Landratsamt wird die Alpen nicht gängeln und weiterhin unkompliziert verfahren“, so der Erste Vorsitzende, Vize-Landrat Alois Ried. Die einmal von dem damaligen Landrat – und Alpgenuss-Verfechter – Gebhard Kaiser eingefädelte sogenannte Alpkonzession habe Bestand. Überholt sei bestenfalls die frühere Regelung, dass nur Getränke aus Flaschen angeboten werden dürften. Da inzwischen sämtliche bewirtschaftete Alpen über kontrolliertes Trinkwasser verfügen, sei das Thema vom Tisch, so Ried.

„Wir machen weiter“, steckte Ried das ehrgeizige Ziel für die kommenden Jahre. Immerhin gebe es mehr als 160 Alpen in der Region. „Und die sollten alle beim Alpgenuss dabei sein.“ Ein Drittel habe man ja schon gewonnen. „Die Alpwirtschaft ist ein Aushängeschild unserer Region“, ergänzt Andrea Buhl.

Die traditionelle Alpwirtschaft stehe für Ursprünglichkeit, Qualität und Ehrlichkeit, betont Resi Schwarz und bringt die Alpgenuss-Philosophie auf den Punkt. „Das verbinden auch die Gäste der Alphütten mit den dort angebotenen Speisen und Getränken.“ Folglich gehöre vor Ort hergestellter Käse auf den Tisch, Milch aus der Region, Brot vom Dorfbäcker und Wurst und Fleisch aus der Metzgerei nebenan, oder Bier einer Allgäuer Brauerei. Unterm Strich nütze das Netzwerk der Alpwirtschaft, fördere die Wertschöpfung in durch die Stärkung der regionalen Vermarktung.

Ein gutes Podium für alle Alp­genuss-Alpen sieht die Vorstandschaft die im vergangenen Jahr vom AVA Verlag herausgegebene Broschüre „Alpgenuss-Wanderungen“. In den nächsten Wochen kommt die aktualisierte Neuauflage heraus. Jede Mitgliedsalpe kann sich hier auf jeweils zwei Seiten weitgehend frei präsentieren und als Ausflugsziel empfehlen. Das Büchlein sei solide und attraktiv aufgemacht, was auch die Schutzgebühr von knapp 7 Euro rechtfertige. „Dann wirft man es auch nach dem Ausflug oder Urlaub nicht gleich weg...“, weiß Andrera Buhl.

Bei passender Gelegenheit will der Verein intensiv Flagge zeigen und für den Alpgenuss werben. Auf Ausstellungen, Messen und anderen Veranstaltungen war „der Alpgenuss“ im Vorjahr präsent, sogar beim Landwirtschaftsfest in München. Diese Offensive soll heuer fortgesetzt werden, etwa bei der Wander-Großveranstaltung „24 Stunden von Bayern“ in Bad Hindelang der „B 1 Radl­tour“ in Sonthofen oder der Allgäuer Festwoche in Kempten. Zudem überlegt die Vorstandschaft, ob im Frühsommer eine spezielle Alpgenuss-Wanderung zu Partneralpen angeboten werden kann.

Als neuer Alpgenuss-Partner stellte sich die Neugründung Allgäuer Hof-Milch GmbH vor. Alpgenuss sei für das Konzept der Heumilch-Vermarktung, die die Hof-Milch voranbringen wolle, der Idealpartner, sagte Geschäftsführer Mathias Haug. Als weitere Kooperationspartner aus der Region will Allgäuer Alpenwasser die Alpgenuss-Idee unterstützen.

Josef Gutsmiedl

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