Ohne Bergler geht es nicht

Allgäuer Alpwirtschaft jetzt auch bayerisches Kulturerbe

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Für die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ ist die Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang erneut ausgezeichnet worden. Unser Bild zeigt (von links) Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier, Karin Agerer (Gentechnikfreies Bad Hindelang), Josef Agerer (Vorsitzender Hindelang – Natur & Kultur), Leonhard Bellot (Oberalpmeister), Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, Roman Haug (Stellvertretender Landrat), Bürgermeister Adalbert Martin, Joachim Huber (2. Vorsitzender Hindelang – Natur & Kultur) und Martin Kluger (Geschäftsführer beim context verlag Augsburg).

Bad Hindelang – Die Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Hindelang ist erneut von exponierter Stelle gewürdigt worden. Für die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ überreichte der Bayerische Kultusminister, Dr. Ludwig Spaenle, eine repräsentative Messingtafel.

Spaenle bezeichnete die Bad Hindelanger Alpwirtschaft als ein Stück Heimat und die Arbeit von Alphirten und Bergbauern als „eine Tradition, die über Generationen hinweg im kollektiven Gedächtnis haften bleiben wird. Wenn man den Begriff ‚Kulturlandschaft‘ verorten kann, dann hier in Bad Hindelang“, so Spaenle. Seit Ende 2016 ist die Hindelanger Alpwirtschaft als „gutes Praxisbeispiel“ auch ein Teil der deutschen Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes.

„Unsere Bergbauern und Alp­hirten pflegen unsere Kulturlandschaft seit Jahrhunderten mit sanfter Hand und nach strengen ökologischen Kriterien, betreiben großflächigen Naturschutz und geben ihr gesammeltes Wissen an nachfolgende Generationen weiter. Nur dank dieser sehr anstrengenden Arbeit auf bis zu 2 200 Höhenmetern war und ist es überhaupt möglich, unsere wunderbare hochalpine Berglandschaft bis heute zu erhalten. Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft schaffen unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlage zugleich“, sagte Bürgermeister Adalbert Martin und fügte hinzu: „Die Bad Hindelanger Alphirten gehen nicht nur besonders schonend mit Natur und Tieren um, sie schaffen und erhalten Lebensräume – etwa für Schmetterlinge und wilde Orchideen.“

Der Hindelanger Landschafts- und Naturschutz basiert vor allem auf den Alpen im Gemeindegebiet. 45 gibt es – damit ist Bad Hindelang das größte zusammenhängende Alpgebiet in Deutschland. Kernstück sind die 19 hochalpinen Alpen im Hintersteiner Tal. Als Vorzeigeprojekt für großflächigen Naturschutz im Alpenraum gilt seit 1988 das „Hindelanger Ökomodell“: Über das Ökomodell gelang es dem Ferienort, in dem 80 Prozent Gemeindefläche unter Naturschutz stehen, die Jahrhunderte lang praktizierten strengen ökologischen Kriterien der Alp­wirtschaft in die Talwirtschaft zu übertragen. Im Jahr 2016 hatten die Bad Hindelanger Älpler den „Heimatpreis Schwaben für besondere Verdienste um Kultur, Heimat und Brauchtum“ erhalten. Zwei Jahre zuvor wurde die Schönheit, Vielfalt und Einzigartigkeit der Allgäuer Hochalpen in dem Bildband „Kultur- erbe Alpwirtschaft“ verewigt. Die Idee für das Buch mit Texten und Bildern von Fotograf Wolfgang B. Kleiner hatte seinerzeit Martin Kluger, Geschäftsführer beim context verlag.

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