Erhaltenswertes Kulturerbe

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Die Alpwirtschaft ist kein romantisches Klimborium, sondern Lebensgrundlage und erhaltenswertes Kulturgut. Jetzt strebt Bad Hindelang die Aufnahme der Alpwirtschaft ins Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ an.

Bad Hindelang - Bad Hindelang hat jetzt einen neuen Bildband vorgestellt, der die hochalpine Alpwirtschaft in den Allgäuer Hochalpen in ihrer Schönheit, Vielfalt und Einzigartigkeit darstellt. Der Bildband untermauert auf 120 Seiten, warum sich die Gemeinde unter dem Titel „Hochalpine Allgäuer Alpen (Almen) in Bad Hindelang als Vorzeigebeispiel für die bayerische Alm- und Alpwirtschaft“ für die Aufnahme in das nationale Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ bewirbt.

Das druckfrische Werk mit dem Titel „Kulturerbe Alpwirtschaft“ überreichte eine Allgäuer Delegation bei einer Buchpräsentation in München symbolisch an den Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Dr. Marcel Huber, der selbst einer der prominenten Autoren ist, übergeben.

Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber nannte die Alpen einen „unverzichtbaren Teil bayerischer Landeskultur“. Der Bewerbung Bad Hindelangs um die Anerkennung der Alpwirtschaft als „Immaterielles Kulturerbe“ sagte der Staatsminister seine nachdrückliche Unterstützung zu.“

Der Bad Hindelanger Bürgermeister Adalbert Martin bezeichnete den Bildband als „eine Hommage an unsere Alpwirtschaft und unsere Bergbauern, auf die wir sehr stolz sind. Unsere Älpler und Bergbauern prägen die Identität unseres Ostrachtales, pflegen und hegen unsere Kulturlandschaft und betreiben dadurch gemeindeweit großflächigen Naturschutz. Darüber hinaus ist unsere intakte hochalpine Kulturlandschaft der wichtigste Anreiz für 200.000 Urlauber pro Jahr.“

Martin Kluger (Verleger, Autor und Inhaber des context verlags Augsburg), der die Bewerbung anregte und die Idee zu diesem Buch hatte, bezeichnete es als „wohl bundesweit einmalig, dass Bad Hindelang als Kandidat für das Verzeichnis mit einem Bildband reagiert.“ Einem Buch mit Bildern, die einem den Atem rauben. Für die Illustration mit zumeist großformatigen Fotografien zeichnet der Augsburger Fotograf Wolfgang B. Kleiner verantwortlich.

Das Buch beschreibt eindrucksvoll die bayernweit einzigartige Hindelanger Alpwirtschaft: 80 Prozent der 140 Quadratkilometer großen Gemeindefläche stehen unter Landschafts- oder Naturschutz. Das „Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen“ gilt als das artenreichste Gebirge Deutschlands.

Die Internationale Alpenschutzkommission (CIPRA) und der World Wide Fund for Nature (WWF) beurteilen die Berge um Bad Hindelang als eine der 23 schützenwertesten Regionen der Alpen.

Mehrfach national und international prämiert wurde das „Ökomodell Hindelang“. Innerhalb dieser Allianz zwischen Berglandwirtschaft, Naturschutz und Tourismus gelang es Hirten und Bergbauern vor rund 30 Jahren, ökologisch sinnvolle Praktiken der Alpwirtschaft über das Ökomodell Hindelang in die Talwirtschaft zu übertragen.

Dieses seit bald drei Jahrzehnten verfolgte Konzept „Schutz der Natur durch ökologische Ausgleichszulagen“ unterstützt ortsansässige Landwirte, die Ursprünglichkeit der Landschaft mit ihren typischen Buckelwiesen, farbenprächtigen Pflanzenteppichen und klaren Bächen zu erhalten. Keine der Alpen hat seitdem aufgehört – im Gegenteil, die Alpwirtschaft ist ein auch für junge Leute begehrter Beruf – und die Anzahl der Bergbauernbetriebe ist stabil geblieben. Der drohende Kulturlandschaftswandel konnte erfolgreich gestoppt werden. Zudem wird die direkte Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte unter dem eigenen Qualitätslabel „Hindelang – Natur & Kultur“ vor Ort vorangetrieben.

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