Arla kündigt Lieferverträge von 400 Milchbauern

Platzverweis für Bergbauern

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Das Milchwerk Sonthofen ist ein wichtiger Arla-Standort in der Region.

Oberallgäu – Auf dem Milchmarkt wird mit harten Bandagen gekämpft. Das mussten die Milchbauern der Allgäuer Bergbauernmilch erfahren: Nachdem bei den Milchpreisverhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte kündigte der Molkereikonzern Arla Foods die Lieferverträge mit „seinen“ Bergbauern.

„Es war weniger die Höhe des Auszahlungspreises, sondern ein neues System, das unsere Liefergenossenschaft schlechter stellen würde“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Allgäuer Bergbauernmilch, Hubert Rupp. „Das können wir so nicht akzeptieren.“ Der geplante neue Milchliefervertrag passe vielleicht für größere Milcherzeuger, nicht aber für die kleinen Strukturen der Region, so Rupp. Arla fackelte daraufhin nicht lange und kündigte nach der erfolglosen Verhandlungsrunde den rund 400 Milchlieferanten der Genossenschaft kurzerhand die Verträge – bei einer Kündigungsfrist von 24 Monaten. „Das ist nicht unbedingt neu“, erläutert Rupp den Schritt. Bei einer Mitgliederversammlung wurden die Milchbauern über die Details der Verhandlungen informiert und auch darüber, wie es weitergehen könnte. Rupp gibt sich gelassen. Mit Arla seien die Bergbauern -Genossenschaft bislang gut gefahren, aber Arla sei nicht ohne Konkurrenz im Allgäu unterwegs. Es gebe mehrere Alternativen, falls die Kündigung tatsächlich greife.

Die Kündigung der Lieferverträge für die fast 400 Milchlieferanten der Genossenschaft Allgäuer Bergbauernmilch sei „ein ganz normaler Vorgang“, versichert auch der Pressesprecher bei Arla Foods Deutschland in Düsseldorf, Wolfgang Rommel: „Das ist ein formaljuristischer Vorgang, um die Fristen der Laufzeiten zu wahren.“ Diese Information sei vielleicht noch nicht zu jedem Milchlieferanten vorgedrungen. Arla sei stets daran gelegen, seinen Milchlieferanten den bestmöglichen Milchpreis zu bezahlen. „Aber diesen Preis müssen wir auf dem Markt auch erwirtschaften“, betont Rommel.

Auch wenn die jüngste Runde bei der Milchpreisverhandlung kein Ergebnis gebracht habe, sei das trotz der Kündigungen „kein Grund zu Panik“, meint Wolfgang Rommel weiter. In der nächsten Runde, die noch in diesem Monat zusammenkommt, werde man weiterverhandeln. Der Milchmarkt sei nach wie vor „sehr schwierig“, auch wenn die Preise zum Jahresende 2016 hin etwas angestiegen seien. Rund 100 große Molkereien in Deutschland sähen sich fünf Markt beherrschenden Handelsketten gegenüber, beschreibt Rommel die Lage.

gts

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