Eine gute Partnerschaft

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Stolzes Trio: Stephan Gehring (links), Vorstandsvorsitzender der Allgäuer Bergmilch eG, und Christian Schramm von der Molkerei Zott (rechts) mit dem Gewinner beim Wettbewerb „Goldene Milchkanne“, Norbert Bader (Mitte) aus Agathazell bei Burgberg.

Oberallgäu - Auf einem guten Weg sehen sich die rund 200 Milchlieferanten der „Allgäuer Bergmilch eG“ - zusammen mit ihrem Milchverarbeiter, der Molkerei Zott in Mertingen. Das dritte Jahr nach der Gründung verlief Vorstand Stephan Gehring zufolge sehr gut. Die Partnerschaft mit Zott habe sich weiter positiv entwickelt. Man fühle sich fair behandelt und könne „auf Augenhöhe“ miteinander umgehen.

„Nichts Spektakuläres“ habe die Vorstandschaft der Allgäuer Bergmilch eG zu berichten, läutete Stephan Gehring die jüngste Mitgliederversammlung ein. Zur Zufriedenheit der Milchlieferanten habe nicht zuletzt eine „sehr gute Milchpreisentwicklung“ beigetragen. Die Zusammenarbeit mit Zott als Milchverarbeiter gestaltete sich weiter sehr gut. „Ein angenehmes Verhandlungsklima“, so Gehring.

Gehring zeigte sich begeistert vom neuen Wettbewerb „Zott Qualitätsmilch aus Leidenschaft“. Die Traditionsmolkerei wolle damit Erzeugung von Qualitätsmilch weiter entwickeln. In drei Kategorien ging es um herausragende Leistungen in der Milcherzeugung, etwa um die älteste „aktive“ Kuh im Stall, um hohe Milchqualität oder um andauerndes Engagement bei der Ausbildung von Lehrlingen.

Besonders erfreulich dabei sei, so Gehring im Rückblick, dass auch kleinere Betriebe bei diesem Wettbewerb eine Chance hätten. Tatsächlich ging der 1. Platz in der Kategorie „Zellgehalt“ an einen Betrieb der Allgäuer Bergmilch eG: Mit Norbert Bader aus Burgberg-Agathazell kam ein „ganz Kleiner“ ganz groß heraus mit einem hervorragenden Zellzahl-Durchschnitt von nur 37000 Zellen pro Milliliter Milch im Zweijahresmittel. Bader hält gerade mal sechs Kühe in seinem Stall.

Die Zellzahl ist ein wichtiges Kriterium, da sie unter anderem die Eutergesundheit einer Milchkuh beschreibt. Je niedriger der Wert der Zellzahl, desto besser. Der Durchschnitt der Zott-Milchanlieferer liege bei einer Zellzahl von rund 180000, betont Christian Schramm, der Leiter des Milcheinkaufs bei Zott. Der gesetzliche Höchstwert liegt bei einer Zellzahl von 400000. Zott werde den Wettbewerb „Zott Qualitätsmilch aus Leidenschaft“ ZQL weiterführen. „Damit wollen wir andere Botschaften aus unserer Branche senden“, sagte Christian Schramm. Er habe das Gefühl, dass davon alle profitierten – Milcherzeuger wie Milchverarbeiter. Bei den Zott-Milchlieferanten fand der Wettbewerb jedenfalls großen Zuspruch.

„Es hat schon ein bisschen Spaß gemacht, wenn man sieht, dass die Arbeit was wert ist“, kam Vorstand Gehring schließlich auf das Thema Milchpreis zu sprechen. Er hoffe, dass das die Milchkäufer auch so sehen.

Hier musste allerdings Schramm etwas „bremsen“. Er beobachte eine Trendwende nach dem guten Milchpreis der vergangenen zwei Jahre. Momentan sei viel Milch auf dem Markt und „wahnsinnig viel Druck“ im Milchmarkt. Er rechne mit einem leichten Preisrückgang. „Ich betone: leichter Rückgang“, so Schramm. Einen Absturz wie etwa im Jahr 2009 erwarte er aber nicht, eine „Delle“ zeichne sich hingegen ab.

Das Unternehmen Zott siehtSchramm weiter im Aufwind. Mit dem oberbayerischen Obersöchering sei seit kurzem eine weitere Liefergenossenschaft mit im Boot; und in absehbarer Zeit komme mit der Liefergruppe Nürnberg ein starker Partner dazu mit rund 50 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr. Zott gehe auf die Milliardengrenze zu bei der Verarbeitungsmenge.

Josef Gutsmiedl

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