Ein heißer Sommer für die Bergwacht

Allgäuer Bergwacht zieht Bilanz: Im Sommer gab es 671 Einsätze

Einsatz der Bergwacht Allgäu
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Auf fast 700 Einsätze kam die Allgäuer Bergwacht in diesem Sommer.

Allgäu – Nach dem ersten „Lockdown“ in Frühjahr drängten die Menschen ins Freie – und stürmten in die Berge. Die Zahlen der Allgäuer Bergwacht zeigen, dass viele Wanderer, Biker und andere Naturfreunde in den Bergen unterwegs waren, was sich auch beim Einsatzgeschehen wiederspiegelt.

Die Bergwacht blickt auf einen ereignisreichen Sommer zurück: Nach einem eher verhaltenen Monat Mai stieg die Zahl der monatlichen Einsätze rasch an, mit Höhepunkt im Ferienmonat August mit 185 Alarmierungen. Insgesamt war die Allgäuer Bergwacht in diesem Sommer bei 671 Einsätzen vor Ort. Und: Alles unter den neuen Herausforderungen der Pandemie-Beschränkungen und entsprechenden Auflagen im Einsatz.

Mittags ging bei der Bergwachtbereitschaft Sonthofen ein Notruf ein. An einer Kletteroute am Burgberger Hörnle ereignete sich ein Kletterunfall. Eine 40-jährige Teilnehmerin einer Ausbildungsgruppe der Bundeswehr stürzte in der Schlüsselstelle und zog sich eine schwere Verletzung am Unterarm zu. Aufgrund der schlechten Witterung konnten die Bergwachtleute nicht per Hubschrauber abgesetzt werden und mussten zu Fuß und kletternd die Verletzte erreichen. Nach der ersten Versorgung wurde die Frau zunächst über die Kletterroute abtransportiert. Aufgrund der Schwere der Verletzung und des Zeitdrucks wurde entschieden, doch eine Rettung per Bergetau mit dem Hubschrauber Christoph 17 zu versuchen, was dann unter Ausschöpfung sämtlicher Risikopuffer und der fliegerischen Meisterleistung des Piloten erfolgreich war. Im Einsatz waren sieben Bergwachtler und das Team von Christoph 17. So liest sich ein Bericht über einen Einsatz Anfang Mai im Tagebuch der Bergwachtbereitschaft.

Für viele Tagebucheinträge der Allgäuer Bergwacht sorgte das Ende des Corona-Lockdowns im Frühjahr, als die Menschen nach draußen drängten und das Allgäu regelrecht stürmten. Daraus resultierten zahlreiche Einsätze in mittleren bis niedrigeren Höhenlagen, während es in den Allgäuer Hochalpen erst einmal ruhig war. Schwerpunkte waren der Grünten, die Nagelfluhkette und das Hörner-Gebiet.

Ein schwieriger Einsatz in Hinterstein

In der Statistik für das Sommerhalbjahr schlug sich das in einem Plus an „normalen Rettungseinsätzen“ nieder – fast 500 insgesamt. Schwierige „Sondereinsätze“ im Hochgebirge gab es mit 90 dagegen eher seltener als in den Vorjahren.

Die „neue Mobilität“ mit dem E-Bike macht auch vor den Bergen nicht Halt. Neben knapp 50 Mountainbike-Unfällen mit „normalen“ Mountainbikes, wurde die Allgäuer Bergwacht auch zu 14 verunglückten E-Bikern gerufen. Und 32 Mal sind Klettersteig-Einsätze im Bericht verzeichnet. Offenbar ein beliebtes Ziel für Bergwanderer.

„Die Einsätze standen natürlich alle auch unter dem besonderen Blickwinkel der Vorschriften und der Vorsicht im Umgang mit dem Corona-Virus. Trotz der anstrengenden Arbeit mussten die Bergretter auf ihren Eigenschutz achten und die Schutzvorkehrungen einhalten“, betont Peter Eisenlauer, der Regionalleiter der Allgäuer Bergwacht. „Das ging nicht immer ganz einfach, denn die Kommunikation war durch die Maske stark beeinträchtigt; insbesondere bei Hubschraubereinsätzen stellte das die Bergretter vor neue Herausforderungen. Insgesamt sind wir gut durch den Sommer gekommen und haben selbst nur wenige Fälle mit Kontakten zu infizierten Patienten zu vermerken.“ Dennoch musste auch der eine oder andere Bergretter in Quarantäne gehen.

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