Allgäuer Doppelschlag

Allgäuer Doppelschlag beim „Olymp“ mit Sieger Lukas Schüßler (rechts) und Thomas Seitz. Fotos: Josef Gutsmiedl

Zum 30-jährigen Jubiläum des Allgäu Triathlon war das Oberallgäu Schauplatz für die Wettkämpfe zur Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz (2-80-20 km). Sieger des „Classic“ und neuer Deutscher Triathlon-Meister wurde der 27-jährige Boris Stein (Montabaur) in 3:53:35 Stunden; bei den Frauen siegte Eva Boehrer aus Wiesbaden. Beim Kurzdistanz-Triathlon (1,5-42-10 km) fuhr Lukas Schüßler vom TV Immenstadt einen überlegenen Heimsieg ein. Mit Stefanie Schmölz (TSV Obergünzburg) kam auch bei den Frauen eine Sportlerin aus der Region ganz oben aufs Siegerpodest. Insgesamt gingen rund 900 Sportlerinnen und Sportler beim 30. Allgäu Triathlon ins Rennen.

Ausgesprochen gut läuft es in dieser Saison für Lukas Schüßler. Eine Woche nach seinem Sieg beim Kurztriathlon in Königsbrunn setzte Schüßler vor heimischer Kulisse beim „Olymp“ im Rahmen des Allgäu Triathlon eins drauf. „Vor den vielen Fans an der Strecke und im Ziel... cool“, kommentierte der TVI-Sportler seinen klaren Sieg in 2:10:49 Stunden beim „Heimspiel“ in Immenstadt. Einen Wettkampf über die Kurzdistanz mit 1,5 km Schwimmen, 40 km auf dem Rad und 10 km Lauf stecke man gut weg, erläutert Schüßler. „Auf der Olympia-Distanz geht das.“ Platz zwei ging mit Thomas Seitz (RSC Auto Brosch Kempten) in 2:16:50 Stunden an einen weiteren Allgäuer. Nicht weniger entspannt kam auch die schnellste Frau ins Ziel, Stefanie Schmölz vom TSV Obergünzburg mit 2:44:10 Stunden. „Wahnsinn!“ Sie habe zwar die 3-Stunden-Marke unterbieten wollen, war aber doch überrrascht, dass es so deutlich sein sollte. Die 31-jährige Krankenschwester ist zudem noch neu in der Triathlon-Szene, der Olymp in Immenstadt erst ihr dritter Wettkampf. Um die Deutsche Meisterschjaft ging es beim „Classic“. Tagessieger Boris Stein profitierte vom schlechten Wetter einerseits und andererseits womöglich davon, dass mit Daniel Unger ein Favorit entnervt ausstieg, nachdem er mit einer Vier-Minuten-Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens belegt worden war. „Den Titel hatte ich von Anfang an im Visier“, so Stein. „Heute geht was...“ habe er sich gesagt. Im Ziel hatte Stein schließlich neun Minuten Vorsprung auf den Zweiten. Nicht ganz zufrieden blickte Dominik Berger auf das Rennen zurück, wenngleich sich der Walsertaler Triathlet mit Platz 9 gut verkaufte. „Beim Laufen ging es einfach nicht richtig vorwärts“, so der 29-Jährige. Womöglich habe er noch den Ironman-Wettkampf in Klagenfurt (vor drei Wochen) in den Beinen, wo er bei Kilometer 32 ausgestiegen war. Jedenfalls will Berger „am Laufen noch arbeiten“. Und: „Spitzentriathlon ist ein knallhartes Geschäft.“ Ganz so ernst nimmt dagegen die neue Deutsche Meisterin dieses Geschäft (noch) nicht. „Es macht einfach Spaß. Da lohnt sich die Schinderei“, meinte Eva Boehrer aus Wiesbaden, die nach der Tagesbesten, Bianca Steuerer (Tri Dornbirn / 4:25:54 Stunden), als Gesamtzweite einlief mit 4:30:08 Stunden - und keineswegs atemlos. Erst vor zwei Jahren sei sie vom Mountainbike-Sport zum Triathlon gekommen. Offenbar ein gelungener Wechsel. „Wo ich an den Start gehe, will ich auch gewinnen“, kommentierte die 26-Jährige ihren Coup in Immenstadt. „Eine tolle Gegend.“ Für Lokalmatadorin Alexandra Hagspiel vom TV Immenstadt ging es nicht um den Titelgewinn. Vielmehr sollte der „Classic“ vor heimischer Kulisse ein angemessener Probelauf für ein ganz anderes Unternehmen sein: Mitte August steht für die 32-jährige Allgäuerin mit dem „Inferno Triathlon“ in der Schweiz ein Wettkampf an, der als der härteste Triathlon überhaupt gilt: 3,1 Kilometer Schwimmen, 97 Kilometer mit dem Rennrad, weitere 30 Kilometer mit dem Mountainbike, und zum Abschluss ein Berglauf über 25 Kilometer. Zufrieden mit den Test in Immenstadt war Hagspiel als 19. im Gesamtklassement mit 5:01 Stunden allemal.

Auch interessant

Meistgelesen

Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Mächtig was los beim Stadtfest Sonthofen
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Raubüberfall in Kempten
Raubüberfall in Kempten
Tödlicher Bergunfall am Hindelanger Klettersteig
Tödlicher Bergunfall am Hindelanger Klettersteig

Kommentare