Die "Allgäuer Gastgeber mit Herz" bangen um ihre Existenz

Große Sorgen bei Kleinvermietern

+
Die „Allgäuer Gastgeber mit Herz“ hoffen auf eine baldige Öffnung ihrer Betriebe.

Allgäu – Die Corona Krise trifft die Wirtschaft hart. Der Tourismus ist zum Stillstand gekommen und die Gastgeber wissen nicht, wann es wieder los geht. Auch kleinstrukturierte Vermieterbetriebe bangen um ihre Zukunft und fühlen sich nicht genug gehört.

Margret Hohberger ist die Vorsitzende von „Allgäuer Gastgeber mit Herz“. Der Verein ist ein Zusammenschluss von rund 150 privat und familiär geführten Vermieter im Allgäu. Im Verein sind sowohl Kleinbetriebe, als auch Familienbetriebe und gewerbliche Vermieter vertreten.

Margret Hohberger setzt sich als Vorsitzende der „Vermieter mit Herz“ für eine baldige Öffnung der Ferienwohnungen ein.

Gerade für die Kleinbetriebe ist die Vermietung ein wichtiges Zusatzeinkommen, da die Vermieter damit zum Teil ihre Rente oder ein kleines Einkommen aufstocken.

Aber auch die Familienbetriebe sind auf die Vermietung angewiesen. Dort arbeiten oft alle Generationen im Haus mit. Als Privatvermieter führen sie ihre Betriebe meist nicht gewerblich. Deshalb bekommen sie auch keine Unterstützung durch die staatlichen Hilfspakete im Zuge der Corona Krise.

Die größeren Vermieter im Verein führen ihre Betriebe gewerblich und haben damit finanzielle Verpflichtungen gegenüber Verpächter oder Personal. Margret Hohberger erklärt: „Da diese Betriebe oft wenig Personal beschäftigen, erhalten sie bei der zugesagten Soforthilfe nur einen kleinen Anteil, weil dieser sich nach der Mitarbeiterzahl richtet.“

Egal ob Privatvermieter oder gewerbliche Vermieter, „alle Gruppen sind aufgrund des Vermietungsverbots in finanzieller Schieflage“, so Hohberger. Viele hätten erst kürzlich Darlehen aufgenommen, um den Betrieb zu modernisieren. „In den letzten Jahren haben wir die Unternehmer durch die Qualitätsoffensive 'Fit für die Zukunft' ermutigt, ihre Betriebe zu modernisieren. Diese müssen nun hohe Darlehen bedienen und ihre monatlichen Fixkosten erwirtschaften, was zur Zeit unmöglich ist. Bis jetzt (24. April) hat noch keiner unserer Mitglieder etwas von der 'schnellen Soforthilfe‘ der Regierung auf dem Konto“, so Hohberger weiter.

Aus Sicht des Vereins, wäre die beste Hilfe für die Betriebe, dass die Vermietung bald wieder unter sinnvollen Auflagen erlaubt werden würde. „Ferienwohnungen bieten einen geschützten Raum. Die Gäste können sich in unseren gut ausgestatteten Küchen selbst versorgen oder wir kaufen für sie ein und füllen den Kühlschrank auf.“

Margret Hohberger betont, dass bei allen Entscheidungen die Gesundheit der Vermieter und Gäste an erster Stelle stehen müsse. „Das schlimmste was passieren könnte, wäre ein Rückfall in eine erneute Ansteckungswelle und damit in Beschränkungen, die eine Vermietung in der Sommer- und Herbstsaison zunichte machen würden.“

Der Verein sieht jedoch die Vermietung von Ferienwohnung mit bestimmten Schutzmaßnahmen als machbar. Die Nutzung von Gemeinschaftsräumen wäre dabei untersagt. Frühstück gäbe es nur als Zimmerservice, die Vermieter müssten Mundschutz tragen und Desinfektionsmittel bereitstellen. Zusätzlich sollten die Wohnungen nach jedem Gast intensiv gereinigt werden und natürlich immer ausreichend Abstand zwischen Vermieter und Gästen gehalten werden. Laut Hohberger wären auch einige Bergbahnen bereit nur zusammengehörende Familien bzw. Paare in einer Gondel zu transportieren.

Der Verein hat diese Vorschläge unter anderem an das Wirtschaftsministerium in München, den Deutschen Tourismusverband sowie den Hotel- und Gaststättenverband herangetragen. Diese betonen, dass sie die Kleinvermieter „auf dem Schirm“ hätten und wüssten wie wichtig der Tourismus im Allgäu sei. Die „Allgäuer Gastgeber mit Herz“ hoffen nun auf eine positive Lösung aus München, damit sie bald wieder Gäste in ihren Häusern begrüßen können.

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Nahtloser Wechsel bei der Lebenshilfe
Nahtloser Wechsel bei der Lebenshilfe
Zwei Sonthofer im Eilmarsch auf dem "Grenzgänger"-Etappenwandersteig
Zwei Sonthofer im Eilmarsch auf dem "Grenzgänger"-Etappenwandersteig
Oberstdorfer Bergwacht: Rettungsaktion im Nebel
Oberstdorfer Bergwacht: Rettungsaktion im Nebel

Kommentare