Bestmögliche Lebensqualität

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Immenstadt/Kempten – Mit einem solchen Ansturm hatten die Organisatoren des Patiententages im Rahmen der Allgäuer Parkinsontage nicht gerechnet. Zusätzliche Sitzgelegenheiten mussten herangeschafft werden, um die rund 120 Besucher im Tagungsraum des Gesundheitszentrums Immenstadt (GZI) unterzubringen.

Aus erster Hand erhielten die Betroffenen und ihre Angehörigen detaillierte Fachinformationen zur Krankheit „Morbus Parkinson“. Auch kam es zu angeregten Dialogen mit den neurologischen Spezialisten aus dem Klinikum Kempten und dem MVZ Immenstadt. Entsprechend positiv fielen die Reaktionen der meist älteren Zuhörer aus. Peter Pfeiffer etwa, dessen Frau an Parkinson erkrankt ist, war voll des Lobes über die „kompetente, informative und für Laien gut verständliche Darstellung“ durch die Referenten. Bereits am Tag zuvor waren rund 70 niedergelassene Ärzte und Klinikärzte aus der Region zu einer Fachtagung zum Thema Parkinson im GZI zusammen gekommen.

Von Prof. Dr. Rolf Kern (Chefarzt Klinik für Neurologie) und Dr. Roman Karst-Althaus (MVZ Immenstadt Allgäu) erfuhren die Zuhörer beim Patiententag einiges über die Stadien der chronisch fortschreitenden Krankheit, die im Volksmund auch „Schüttelkrankheit“ genannt wird. Vor 200 Jahren habe erstmals der Engländer Dr. James Parkinson die Hauptsymptome beschrieben: Zittern, verlangsamte Bewegungen, Sprachstörungen und Muskelsteifheit in Armen und Beinen.

„Aber auch psychiatrische Symptome wie Depressionen oder Demenz können begleitend auftreten“, sagte Prof. Kern. Oft dauere es Jahre, bis die Krankheit zutage tritt und diagnostiziert werden kann. „Leider nimmt die Parkinson-Erkrankung mit dem Älterwerden der Gesellschaft an Häufigkeit zu“, ergänzte Dr. Karst-Althaus.

Zellen im Gehirn sterben ab

Bei der Krankheit handelt es sich um eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der eine kleine Gruppe von Zellen im Gehirn abstirbt. Diese Zellen sind für die Produktion von Dopamin zuständig und können demzufolge nur mehr wenig oder gar kein Dopamin mehr produzieren. Der wichtige Botenstoff ist jedoch notwendig für die Steuerung von Körperbewegungen.

Etwa 250 000 Menschen leiden in Deutschland an Parkinson. Überwiegend erkranken Männer und Frauen im Alter von über 50 Jahren. „Leider ist die Krankheit noch nicht heilbar“, sagte Dr. Christoph Wahl. Der Neurologe am Klinikum Kempten erläuterte den Zuhörern die Möglichkeiten der Therapie. Ziel sei, die Symptome zu verringern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

An erster Stelle stehe die medikamentöse Therapie, die das fehlende Dopamin im Gehirn ersetzt. Ein Hoffnungsschimmer seien vielversprechende Forschungen in Richtung Immuntherapie, Antikörpertherapie und Inhalation mit Medikamenten.

Während der Pause gab es für die Besucher die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen mit den Ärzten sowie an Infoständen über die Parkinson-Krankheit zu informieren. Auch nutzten viele die Gelegenheit, mit Parkinson-Regionalgruppen aus dem Oberallgäu in Kontakt zu treten.

cis

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