Allgäuer Sagen waren namensgebend für neue Bierkreationen der Brauerei Zötler

Sagenhafte Bierspezialitäten

+
Herbert Zötler (von links) stieß mit seinen drei kreativen Braumeistern Niklas Zötler, Markus Würz und Dominik Lissek auf die sagenhaften Biere an.

Rettenberg - Auf „sagenhafte Bierspezialitäten“ setzt die Brauerei Zötler in Rettenberg. "Der Schwarze Ritter von Rettenberg" und "Heinrich von Kempten" heißen die neuen, besonderen Bierkreationen.

Mit den Bierkreationen „Der schwarze Ritter von Rettenberg“ und „Heinrich der Kempter“ haben die Zötler-Braumeister in den vergangenen Monaten eine neue Produktlinie angestoßen, die das Bewusstsein für die Allgäuer Kultur und Geschichte stärken soll, aber auch das Bier-Image verbessern könnte: Genussbiere für Genießer. 

„Bier ist nicht nur etwas für den Durst“, sagt Brauerei-Chef Herbert Zötler. Der Trend bei der Braukunst gehe zu kreativen Bierspezialitäten. „Die junge Generation der Braumeister experimentiert mit Hopfen und Malz.“ 

Spaß am Experimentieren, am Spiel mit Hopfen und Malz, hat offenbar auch Niklas Zötler, der Sohn des Brauerei-Chefs. Der junge Braumeister und Bier-Somelier hat zusammen mit seinen Kollegen Markus Würz und Dominik Lissek in den zurückliegenden Monaten mit viel Kreativität und handwerklichem Geschick und Fingerspitzengefühl zwei „Sagenbiere“ entwickelt und eingebraut. „Wir wollten nicht die 65. Brauerei mit einem sogenannten Edelbier sein, sondern etwas ganz Neues machen“, beschreibt Herbert Zötler den Weg zu den Sagenbieren. 

Herausgekommen seien zwei Sorten, die man durchaus als „handgestreichelt und handgerührt“ bezeichnen könne, wie Zötler stolz meint. Pate für die neuen – kräftigen – Bierspezialitäten stand der Allgäuer Sagenschatz. Die beiden ersten Biere widmeten die drei Braumeister den Sagen um „Heinrich den Kempter“ und um den „Schwarzen Ritter von Rettenberg“. Die Charaktere der Hauptfiguren sollten sich in den Bierkreationen wiederfinden, so die Grundidee, die vor zwei Jahren am Rande der Sudkessel aufkam. 

Ein „starker Bock“ mit rötlicher Färbung spielte dann den Ritter „Heinrich der Kempter“, bei dem vier Malz- und zwei Hopfensorten kombiniert wurden. Mit 6,4 Volumenprozent Alkohol langt der tapfere „Ritter in der Flasche“ schon kräftig hin. Noch dunkler, noch mystischer eingefärbt musste der „Schwarze Ritter von Rettenberg“ werden, wusste das Brauer-Trio. Pechschwarz, ganz im Stil der englischen „Baltic Porter“ Biertypen übertrumpft der starke „Schwarze Ritter“ mit 7,7 Prozent den bekannten Stephansbock aus der Zötler-Brauerei. 

Der „Schwarze Ritter von Rettenberg“ sei übrigens gar nicht so derb und rau, wie man sich einen Geisterritter vielleicht vorstelle, erläutert Herbert Zötler. Mit ein wenig Schokolade auf der Zunge entfalte der markante „Ritter“ sogar einen ausgesprochen milden, ja samtartige Geschmack... Ein Biergenuss, ein Biererlebnis auch für Damen. 

Länger als gedacht dauerte es, bis die Braumeister mit ihren Bierschöpfungen zufrieden waren. „Der gesamte Brauvorgang für diese Spezialitäten musste ja nachvollziehbar werden. Die typischen Kombinationen von Malz und Hefen zu finden und zusammen zu führen war schon ein Stück Arbeit“, erinnert sich Markus Würz an die „heißen Monate“ im vergangenen Sommer. Die beiden neuen Spezialitäten aus der Experimentierküche mussten dauerhaft reproduzierbar sein und waren nicht nur für die hausinteren Verköstigung gedacht. 

Pro Sorte sind erst einmal jeweils 600 Flaschen abgefüllt. In Handarbeit wurden die Etiketten auf den 0,75-Liter-Bügelflaschen angebracht und eine kleine Broschüre dazu, die die „Geschichte zum Bier“ liefert. „Heinrich den Kempter“ und den „Schwarzen Ritter von Rettenberg“ gibt es direkt im Zötler Brauerei-Markt in Rettenberg und in ausgesuchten Getränkemärkten in der Region. „Der Preis ist angemessen hoch“, räumt Herbert Zötler ein und verweist auf den „großen Aufwand und viel Handarbeit“. 13 Euro pro Flasche sei zugegebener Maßen „viel Geld für Bier“, doch bei Wein in dieser Preislage denke sich keiner etwas. „Ein Bier für Genießer.“ 

Zötler denkt an den Geschenk-Charakter der neuen Allgäuer Sagen-Biere. „Die attraktive Aufmachung der Flasche, ein Glas dazu – fertig ist das pfiffige Geschenk für alle möglichen Anlässe.“ Die beiden Kreationen lebten schon auch vom niveauvollen Biergenuss. Gespannt sind Zötler und seine Braumeister wie das Edelbier schmeckt, wenn es - wie Wein - länger gelagert wurde, womöglich in speziellen Fässern.

Josef Gutsmiedl

Meistgelesen

Bockbierfest in Oberstdorf
Bockbierfest in Oberstdorf
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu

Kommentare