Elternabend der Allgäuer Werkstätten

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Der Sozialdienst der Allgäuer Werkstätten hat Verstärkung bekommen: Neben Maria Filser (links) und Simone Stuber (rechts) gehört jetzt auch Philipp Merk zum Team.

Die Allgäuer Werkstätten werden noch transparenter: sie weisen die Leistungsangebote für ihre Mitarbeiter mit Handicap detaillierter aus – vom Produktions- oder Betreuungsassistenten bis hin zur Ausbildung für einen Hubwagenführerschein für den Logistikbereich oder die Chance auf einen Außenarbeitsplatz.

Von Letzterem machten übrigens 2017 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gebrauch. Eine erfreuliche Nachricht auch: Die Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Autisten am Mühlberg­hof in Sonthofen werden gut genutzt. Dieses und vieles mehr erfuhren jetzt die Eltern, Angehörige und Betreuer bei den beiden gut besuchten aktuellen Elternabenden in Sonthofen und Kempten.

„Wir sind gut aufgestellt und für die nächsten Jahre gerüstet“, fasste es Geschäftsführer Michael Hauke zusammen. Bis 2025 rechnet er mit einem Zuwachs bis auf etwa 750 Mitarbeitern mit Behinderung. Aktuell sind es knapp 700 (Stand Anfang 2018). Diesen stehen aktuell 191 hauptamtliche Angestellte (inklusive Bundesfreiwilligendienstleistende) zur Seite. „Wir haben noch keinen Fachkräftemangel, bekommen bei Bedarf noch gut neue Fachkräfte“, informierte Hauke. Der Grund: in den Werkstätten gibt es geregelte Arbeitszeiten ohne Schicht- oder Wochenendarbeit.

Konflikten vorbeugen

Vor einem Jahr hatte eine Wallraff-Reportage über eine Werkstatt in Leverkusen Wellen geschlagen. Das nahm die Kemptener Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) zum Anlass, erneut über Strukturen, Personalauswahl, Beschwerdemanagement etc. nachzudenken. Christina Thüringer, Qualitätsmanagementbeauftragte der AW, setzte sich mit der Thematik konkret auseinander: „Wir können nicht ausschließen, dass in unserer Einrichtung Konflikte entstehen, aber wir können viel dafür tun, mit ihnen richtig umzugehen.“

Für die Menschen mit Behinderung gibt es dazu ab sofort eine eigene unabhängige Beratungsstelle (EUTB, wir berichteten). „Unser Werkstattrat, unsere Frauenbeauftragten in den einzelnen Häusern sowie die Sozialdienste sind zudem Anlaufstellen. Andererseits hat auch unser hauptberufliches Personal die Möglichkeit für Supervision und externe Beratung.“ Thüringer: „Wir wollen unsere Strukturen auf Offenheit und Transparenz immer wieder aufs Neue überprüfen.“

Teilhabe am Arbeitsleben 

Werkstattleiter und Prokurist Matthias Zimmermann zeigte den Eltern und Betreuern die einzelnen Facetten der neuen Teilhabe am Arbeitsleben auf. Hier baut die Allgäuer Werkstätten GmbH auf drei Säulen auf: der internen Qualifikation, der testweisen Vermittlung auf einen Außenarbeitsplatz und der Vermittlung in Arbeit (ViA). Letzteres gilt auch für die mögliche Quereinsteiger, die aufgrund bestimmter Voraussetzungen die Möglichkeit hätten, in den AW zu arbeiten.

Personalleiterin Sonja Binzer informierte über gesetzliche Neuerungen und den Spendenbeirat der AW. Er hilft finanziell bei speziellen Notwendigkeiten wie Spezialschuhen, einem besonderen Brillengestell etc.

Ergänzend zu Kempten wies Einrichtungsleiterin Barbara Grözinger in Sonthofen auf den Tag der offenen Tür am 13. April von 13 bis 17 Uhr in Zusammenhang mit dem 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Südlicher Landkreis Oberallgäu hin. Joachim Wawersich, Vorsitzender der Lebenshilfe Sonthofen, informierte ausführlich über das 12-Punkte-Programm zum Jubiläumsjahr.

Außerdem gedachte Einrichtungsleiterin Barbara Grözinger des kürzlich verstorbenen Bürgermeisters der Marktgemeinde Bad Hindelang, Adalbert Martin. Er war immer ein Freund und Förderer der AW gewesen.

mori

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