AllgäuSchau im Aufwind

Mit einer Rekordbeteiligung von rund 200 Ausstellern startete die AllgäuSchau 2009 in Sonthofen in ihre siebente Auflage. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil eröffnete am Feiertag Christi Himmelfahrt die regionale Leistungsschau und lobte das Konzept von Messe-Veranstalter Eberhard Fetzer: Eine bunte Mischung aus Messe und vielfältigem Unterhaltungsangebot. Zeil forderte eine deutliche Entlastung des Mittelstandes von Steuern und Abgaben und plädierte für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie.

Trotz einer „Ballung von Schieflagen und Herausforderungen“ dürfe man jetzt nicht in Resignation verfallen, stellte Bayerns Wirtschaftsminister, Martin Zeil, fest. „Das passt nicht zu uns Bayern!“ Vielmehr sei es an der Zeit, sich „auf die Kräfte des Landes zu besinnen“. Zudem sehe er erste Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Talfahrt auslaufe. Die Konjunkturpakete des Bundes würden ihre Wirkung nicht verfehlen. Allerdings, so beklagt Zeil, werde noch zu wenig für den Mittelstand und die Entlastung der Bürger getan. „Nur so können Unternehmen zur Stärkung der Binnennachfrage beitragen“, sagte Zeil. Auch die Wettbewerbsverzerrung durch die Mehrwertsteuer müsse vom Tisch. Bayern fördere den Mittelstand, „weil wir wollen, dass der Mittelstand durch die Krise kommt“. Hilfe für die Milchbauern müsse jetzt kommen, forderte der Staatsminister. „Die Bürger und Bauern haben nichts so satt wie leere oder falsch Versprechungen!“ Die EU müsse jetzt die Instrumente einsetzen, um die Vermarktung zu fördern. Zeil: „Jetzt, nicht in ein oder zwei Jahren, wenn weitere Betriebe dicht gemacht haben.“ Die AllgäuSchau in Sonthofen sei auch eine Möglichkeit, Qualitätsprodukte wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken, fand der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser. Angesichts der jüngsten Protestaktion von Tiroler Landwirten, erinnerte Kaiser an den Aufstand der Tiroler im Jahr 1809. Er wolle nicht zum Volksaufstand aufrufen, aber „etwas Gegenwind für Berlin und Brüssel“ könne nicht schaden. Von einem Milchpreis von 24 Cent pro Liter könne in der Region kein Landwirt leben. Das Allgäu müsse Geschlossenheit zeigen, die regionale Wirtschaft stärken, so sein Appell. Froh zeigte sich der Landrat, dass alle Landkreisgemeinden beim Konjunkturprogramm berücksichtigt würden. Rund 10,4 Millionen Euro können jetzt investiert werden. Nicht zuletzt profitierten davon regionale Anbieter; Geld bleibe im regionalem Kreislauf. Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl vermisste allerdings noch die „Zuversicht für eine nachhaltige Trendwende“. Die AllgäuSchau könne hier positive Signale aussenden. Und der Sonthofer Mundart-Kaberettist Max Adolf brachte in seinem philosophischen Streifzug zum Thema „Schaffen“ zum Ausdruck, dass die „größte Messe zwischen Sonthofen und Immenstadt“ ein Spiegelbild des Allgäuer Selbstverständnisses sei - ein Treffpunkt für Schaffer und Schinder... Nach vier Messetagen zog Eberhard Fetzer eine positive Bilanz: „Für mich als Veranstalter ist dieser Trend ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die AllgäuSchau nahe an den Themen ist, welche die Menschen in der Region bewegen. In diesen Kernbereichen wollen wir uns in Zukunft noch stärker engagieren.“ Bei den kleinen Messebesuchern sorgten vor allem die Tiere im Tierzelt sowie die Kinderwelt mit Spielplatz und zahlreichen Attraktionen für strahlende Gesichter. Für Eberhard Fetzer die schönste Belohnung: „Natürlich sind mir Besucherzahlen wichtig, aber der schönste Beweis für eine gelungene Messe ist doch, wenn man am Ende in strahlende Gesichter schaut.“

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