Vom Bundestag ins Rathaus

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Allianz für das Oberstdorfer Bürgermeisteramt mit Stephan Thomae (Bildmitte) und Gemeinderat Michael Schmidl (von links) von der AO, FDP-Kreisrat Walter Renn sowie den Gemeinderäten Dr. Wolfgang Nettesheim (FDP) und Otto-Mäx Fischer (AO).

Oberstdorf - Mit Stehpan Thomae geht ein dritter Bewerber in das Rennen um das Bürgermeisteramt in Oberstdorf. Die „Allianz für Oberstdorf(AO)/FDP” stellte auf einer Pressekonferenz den ehemaligen Bundestagsabgeordneten vor.

Der 45-jährige Jurist wohnt in Sulzberg, ist verheiratet, Vater von drei Kindern und Bezirksvorsitzender der FDP in Schwaben. Er tritt damit gegen den Amtsinhaber Laurent Mies (Freie Wähler) und Fritz Sehrwind (CSU) an. „Was ich den Oberstdorfern bieten kann, sind mein Netzwerk nach Augsburg, München, Berlin und Brüssel, meine Erfahrung, Unabhängigkeit und Bodenständigkeit”, so Thomae. 

Das Angebot aus Oberstdorf sieht er als „großartige Herausforderung”. „Wirtschaftlich, sozial und nachhaltig” entwarf er in seiner Präsentation ein „Magisches Dreieck” für die Weiterentwicklung der Gemeinde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag habe er zunächst nicht vorgehabt gleich wieder politisch tätig zu werden, so Thomae. Er habe sich erst einmal um Familie und Beruf kümmern wollen. Doch man habe hartnäckig um ihn geworben und bei einer der „schönsten Gemeinden Deutschlands” habe er letztendlich nicht mehr „Nein” sagen können. Anfragen aus anderen Gemeinden hat Thomae abgelehnt. 

In einer ausführlichen Analyse zeigte er die Stärken und Schwächen der Gemeinde auf und die daraus entstehenden Chancen und Risiken. Oberstdorf habe eine leistungsfähige Tourismusstruktur, sei bei Handwerk und Gewerbe gut aufgestellt, weltbekannt in Sachen Wintersport und habe mit dem Musiksommer ein herausragendes Kulturereignis. Auch gebe es ein großes Gemeinschaftsgefühl, etwa wenn es darum geht, Ereignisse wie Sport-Großveranstaltungen anzupacken. 

Schwächen sieht Thomae im Grundstücksmanagement und in einer zu geringen Innovativität, was zu Verkrustung und Erstarrung führen könne. Es bestehe die Gefahr sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Als „Tourismusflagschiff” müsse Oberstdorf Trends aufspüren und treibende Kraft im Allgäu sein. Chancen sieht er im Bereich Gesundheitstourismus und beim Ausbau erneuerbarer Energien. Weiter setzt der Kandidat auf Öffentlichkeitsbeteiligung, Unterstützung der Landwirtschaft und ein Ortmanagement, um die Kaufkraft im Ort zu halten. „Man muss zu den Leuten hingehen und nicht warten bis sie kommen”, so sein Credo. 

Die Oberallgäuer Kreisvorsitzende der FDP Gisela Bock freute sich, dass Thomae sich für die Kandidatur zur Verfügung stellt. Er habe sich die letzten vier Jahre im Bundestag erfolgreich für das Allgäu eingesetzt. Sie kenne ihn als sehr kontaktfreudig, er höre gerne zu und entscheide nach rationalen Gesichtspunkten. Eigenschaften, auf die auch seine Unterstützer setzen. 

Man habe einen Kandidaten gefunden, der politisch erfahren sei und über gute Kontakte verfüge, so der Fraktionsvorsitzende der AO/FDP-Fraktion im Gemeinderat, Otto-Mäx Fischer. Oberstdorf benötige wieder Ziele und Visionen welche die Bürger begeistern. „Wir brauchen Fortschritt statt Stillstand und Gestalten statt Verwalten.” Man erwarte von Thomae, „dass er Gräben zuschüttet und keine neuen aufreißt.” „Der Tourismus-Tanker Oberstdorf braucht wieder einen Steuermann, der sein Handwerk beherrscht und auch fremde Gewässer und die hohe See kennt”, so Fischer. 

Bei der Verschuldung der Gemeinde sieht Thomae durchaus Risiken. Es zähle aber nicht nur die Pro-Kopf-Verschuldung, sondern auch die Wirtschaftskraft. „Bei Infrastruktur und Bildung sparen heißt an der Zukunft sparen” so Thomae.

Heinrich Bonert

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