Der Kreistag hat gewählt

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Landrat Anton Klotz (Mitte) mit seinen Stellvertreterinnen und Stellvertretern: Alois Ried (von links), Ulrike Hitzler, Gertrud Knoll und Roman Haug.

Sonthofen – Der Oberallgäuer Kreistag hat in seiner Konstituierenden Sitzung vergangenen Freitag den Stellvertreter von Landrat Anton Klotz gewählt: Mit großer Mehrheit votierten die Kreisrätinnen und Kreisräte für Alois Ried (CSU), Bürgermeister von Ofterschwang.

„Mit diesem Glockenklang darf ich die neue Wahlperiode von 2014 bis 2020 einläuten“, eröffnete Landrat Anton Klotz die erste Sitzung des neuen Kreistages; die Glocke bedeute für den Landkreis jedoch keine Mehrkosten im Haushalt, sei sie doch sein Privateigentum, er habe sie bei seinem Amtsantritt als Bürgermeister von Haldenwang vor 24 Jahren geschenkt bekommen.

Nach der feierlichen Vereidigung des neuen Landrats und der 27 neuen Kreistagsmitglieder hob Klotz in seiner Ansprache hervor, dass die Wählerinnen und Wähler ihm, dem Landrat, und dem Kreistag eine große Verantwortung übertragen hätten. Bei allen künftigen Entscheidungen müsse daher der Mensch im Mittelpunkt stehen. Die Gemeinden und der Landkreis seien für die Bürger der wichtigste gesellschaftliche Bezugspunkt. „Hier wird Demokratie unmittelbar, praktisch und überschaubar gelebt“. Der Landkreis und die Gemeinden seien nicht nur eine Verwaltungsebene, sondern eine Solidargemeinschaft, die getragen sei von lebendigen Initiativen, konstruktivem Miteinander, freiwilligem Engagement und der Verantwortung für den Mitmenschen.

Eine besondere Herausforderung für den Landkreis liege im Bereich Jugend und Familie. „Wir müssen unsere ganze Kraft dafür einsetzen, die Familie als Basis unserer Gesellschaft zu stärken und zu unterstützen“, so Klotz weiter. Die Rahmenbedingungen für die Familien, Kinder und Jugendlichen im Landkreis müssten weiter verbessert werden. In Klotz’ Augen müsste daher in den Bereichen Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum und sozialer Wohnungsbau, Pflegeeinrichtungen, Dienstleistungs- und Gesundheitswesen sowie Bildung, Ausbildung und Berufsorientierung weiter gearbeitet werden.

„Uns muss vor allem klar sein, wenn wir die Zukunft meistern wollen, brauchen wir Veränderung, nicht Beharrung“, appellierte Klotz an den Kreistag. „Probleme sind da, um gelöst zu werden, an ihnen zu wachsen und nicht, um an ihnen zu zerbrechen!“, so Klotz weiter. Am besten gelinge dies durch ein konstruktives Miteinander, denn „Gemeinsam sind wir stark!“

Auch die einzelnen Fraktionssprecher hoben im Folgenden die gemeinsame Arbeit als fruchtbarste Arbeitsweise hervor. Manfred Baldauf (CSU) forderte zudem eine „bürgernahe Kommunalpolitik mit raschen und nachvollziehbaren Entscheidungen.“ Dr. Philipp Prestel (FW) hob hervor, dass seine Fraktion für alle Altersgruppen ihr Bestes tun wolle und empfahl seinen Kreistagskollegen „Wenn du die Welt verändern willst, dann fang bei dir an!“ Für Ulrike Hitzler (Grüne) sind die künftigen „Baustellen“ im Landkreis die Themen Senioren, Verkehr und Flächenverbrauch. Armin Ländle prangerte für die SPD die geringe Wahlbeteiligung an; seine Partei werde an einem „sozialeren und zukunftsorientierten Oberallgäu“ arbeiten. Tobias Paintner (LJOA) hob hervor, dass man sich nicht auf dem bisher Geleisteten ausruhen dürfe. Gisela Bock (FDP) begrüßte die Änderung in der Geschäftsordnung des Kreistages, dass in Zukunft die Protokolle der Sitzungen veröffentlicht werden, denn „Transparenz ist wichtig!“.

Bei der Wahl zum Stellvertreter des Landrates hatte die CSU-Fraktion den Ofterschwanger Bürgermeister Alois Ried als einzigen Kandidaten vorgeschlagen. Von den 68 abgegebenen Stimmzetteln waren 58 gültig, 52 davon entfielen auf Ried, der somit mit großer Mehrheit zum Stellvertretenden Landrat gewählt wurde.

Zuvor hatte der Kreistag darüber abgestimmt, dass es künftig drei statt wie bislang zwei weitere Stellvertreter des Landrates geben solle. Die SPD-Fraktion hatte sich geschlossen dagegen ausgesprochen, insgesamt wurde der Antrag mit elf Gegenstimmen angenommen. Dies zeigte sich denn auch bei den Wahlen zu den weiteren Stellvertretern: Gertrud Knoll (CSU), Roman Haug (FW) und Ulrike Hitzler (Grüne) bekamen jeweils sechs bzw. sieben Gegenstimmen.

Eva Veit

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