Neue Interessenten stellen ihre Entwurfsplanung im Immenstädter Stadtrat vor

Immenstadt: Comeback für das Hotelprojekt?

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Nur ein erster Entwurf seien die Planungen für das neue Hotelprojekt am Großen Alpsee. In der nächsten Phase wollen die Planer die Kritik an etlichen Details in die weiteren Entwürfe einarbeiten.

Immenstadt – Vor zwei Jahren wurden alle Überlegungen für ein neues Hotel am Großen Alpsee bei Immenstadt durch einen Bürgerentscheid gestoppt. Jetzt könnte es allerdings ein Comeback für entsprechende Pläne geben.

Eine renommierte Investoren- und Architektengruppe zeigt sich begeistert von dem möglichen Standort und stellte dem Stadtrat erste Planentwürfe vor. 

Auch wenn die neuen Interessenten dem Stadtrat nur erste, grobe Planentwürfe vorstellen konnten, stehen sie praktisch in den Startlöchern. Falls Immenstadt die Hausaufgaben mache und der Weg frei sei, könne es bald losgehen, deuteten sie an.

„Ein wunderschönes Grundstück; hier ist was draus zu machen – was Schönes, das der ganzen Gegend gut tut...“, schwärmt Richard Sigler, Geschäftsführer der IBS Firmengruppe aus Saarbrücken. Immenstadt möge ja viele Übernachtungen verzeichnen, ergänzt Richard Sigler und betont: „Aber Sie brauchen ein ganz anderes Klientel; doch dazu fehlt das geeignete Hotel.“ Wellness, Fitness, Gesundheit seien die Trumpfkarten der Tourismusbranche. „Das sind die Hotels, die heute laufen!“, meint Sigler, dessen Unternehmen bereits eine Vielzahl von Projekten unterschiedlichster Art für Industrie und Gewerbe „eingefädelt“ habe. „Ein hochwertiges Hotel fehlt hier!“ Die neue Kundenklientel, die man so für Immenstadt erschließen wolle, habe „schon mal einen Tausender in der Tasche“.

Begeistert von dem Grundstück, das fast am Seeufer liegt, zeigt sich auch Christopher Hammerschmidt von KSP Jürgen Engel Architekten, ein deutsches Architekturbüro mit rund zweihundertfünfzig Mitarbeitern, das mehrfach mit Richard Sigler Projekte stemmte. Es müsse ein modernes Haus sein, das sich zugleich bescheiden in das Gelände einpasse, deutet er die Zielrichtung der Planungen an. Der freie Blick auf den See, der Bezug zum Wasser, zeichne den Standort aus: „Besser kann‘s nicht sein!“

Um Betreiber zu finden, so Hammerschmidt weiter, komme man um eine bestimmte Mindestgröße, sprich: Zimmer­anzahl, nicht herum. Grundvoraussetzung sei zudem eine Top-Ausstattung, um eine hohe Klassifizierung zu bekommen. Details des Projektes konnten Sigler und Hammerschmidt noch nicht präsentieren. Bedenken einiger Stadträte, dass etwa die dargestellte Architektur „extrem modern“ sei und Regionalität vermissen lasse, oder die Fassade befremdlich wirke, zerstreuten Hammerschmidt und Sigler mehrfach mit dem Hinweis auf die „ersten Entwürfe“ für das Projekt. „Durch ein Satteldach wird das Haus nicht besser“, so Hammerschmidt. Man plane hier nicht für ein altes Bauernhaus, sondern für ein modernes Hotel. Selbstredend könne man im Verlauf weitere Planungen über Gestaltungsdetails und andere Feinheiten reden. Dennoch: entscheidend sei der freie Blick auf den See, verteidigt der Architekt die unter anderem monierte große Fensterfront. „Das ist kein fertiges Projekt, sondern eine Planungsstudie. „Wir wollten es mit Ihnen diskutieren und nichts Fertiges vorsetzen“, sagt Hammerschmidt.

Unter 120 Zimmern in gehobener, hochwertiger Austattung gehe es nicht, betont Sigler. Nur so könne man renommierte Investoren und Betreiber finden. Gehobene – frei zugängliche – Gastronomie, hochwertige Angebote aus den Bereichen Fitness, Wellness und Gesundheit, ebenfalls für „Laufkundschaft“ nutzbar, seien die Eckpunkte des Konzeptes. Zwischen 20 und 25 Millionen Euro könne man in das Projekt investieren. Investoren und Betreiber dafür zu finden, sei „für uns kein Problem“, verweist Sigler auf „Investorengruppen, die in alles Mögliche investieren“. Und die Planungen habe man auch, „von den besten Leuten, die es gibt“. Sigler: „Wir könnten nächste Woche schon bauen. Dann haben Sie in 18 Monaten ein tolles Hotel.“

Ganz so schnell wird es wohl nicht gehen. Erst müsse die Stadt den Weg frei machen und die Diskussion in den Gremien anstoßen, räumt Bürgermeister Armin Schaupp ein, der sich erklärtermaßen nie mit einem generellen Aus für ein solches Hotelprojekt abgefunden hatte. „Wenn es nach mir geht, geht es schnell.“

gts

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