Bodenständiges Kulturgut

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Florian Karg (links) und Bad Hindelangs Bürgermeister Adalbert Martin erläuterten das Kulturgut Alpwirtschaft im Rahmen der Feierstunde in München.

Bad Hindelang - Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle stellte vergangene Woche das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturgutes bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz vor. Mit dabei in diesem Verzeichnis ist auch die „hochalpinen Alpwirtschaft im Allgäu“ – repräsentiert von Bad Hindelang.

Nicht allein politische Vertreter aus dem Oberallgäu waren zur Feierstunde nach München gereist. Mit Florian Karg war auch ein „Praktiker“ bei der offiziellen Vorstellung des Verzeichnisses. Der 42-jährige Ostrachtaler ist seit drei Jahrzehnten Alphirte auf der Alpe „Plättele“ und weiß aus dem täglichen Leben als Älpler, wofür die Alpwirtschaft „gut ist“. Mit romantischen Vorstellungen habe das wenig zu tun. Vielmehr sei es die Jahrhunderte lang betriebene Bewirtschaftung hochalpiner Grünlandlagen, die die Kulturlandschaft geschaffen habe und erhalte. Das sieht auch Bad Hindelangs Kurdirektor, Max Hillmeier, so: die attraktive Kulturlandschaft sei die Grundlage des Tourismus gerade im Allgäu. Vom Tourismus lebten auch im Ostrachtal viele Menschen.

Das Bayerische Wissenschaftsministerium hat ein Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingerichtet: Die ersten 13 Bräuche, Feste und Handwerkstechniken sind in das Verzeichnis aufgenommen worden. Minister Spaenle betonte bei der Feierstunde: „Als Kulturstaat wollen wir das immaterielle Kulturerbe Bayerns dokumentieren, aber auch das Bewusstsein der Menschen für unsere großartigen und vielfältigen Traditionen schärfen. Diese tragen vor Ort in besonderer Weise dazu bei, Identität zu stiften“, so Minister Spaenle. Für ihn steht fest: „Lebendige Traditionen wie Musik, Tanz, Bräuche, Feste und Handwerkstechniken sind in Bayern unverzichtbar. Sie prägen das Alltagsleben mit. Sie ermutigen Menschen, ihre Zukunft aus der Tradition heraus mitzugestalten. Und lebendige Traditionen fördern Gemeinschaft.“

Mit dem Landesverzeichnis will der Minister den reichhaltigen Kulturformen in Bayern eine angemessene Plattform geben. 13 sogenannte Ausdrucksformen waren in das Bayerische Landesverzeichnis aufgenommen worden. Bis Ende Oktober können weitere Bewerbungen um die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis wie auch in das nationale Verzeichnis beim Kultusministerium eingereicht werden. Eine Expertenkommission wird die Anträge begutachten und einen Vorschlag für die nächsten Aufnahmen in das Landesverzeichnis unterbreiten.

Das Spektrum der ersten Eintragungen im Bayerischen Landesverzeichnis reicht von der Bierbrautradition nach dem bayerischen Reinheitsgebot über die Landshuter Hochzeit und den innerstädtischen Erwerbsgartenbau in Bamberg bis hin zur hochalpinen Alpwirtschaft im Allgäu. Dazu gehören neben anderen auch die Passionsspiele von Oberammergau, die bereits in das nationale Verzeichnis des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen worden sind.

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