Erfolgsgeschichte "Aquaria"

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Geschäftsführer Manfred Mader (von links) mit den Jubilaren Hermann Schmelzenbach, Günter Karsay, Geritt Wartenberg, Edith Stöckle (alle 20 Jahre), Marion Eder-Rittweg, Thomas Volland (beide 15 Jahre), Heidi Köberle und Rosi Rasch (beide 20 Jahre)

Oberstaufen - Mit einem Festabend feierte das Erlebnisbad „Aquaria“ in Oberstaufen sein 20-jähriges Bestehen. Mitarbeiter, Ehemalige und die Gemeinderäte von damals und von heute können auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Anfang der 1990er Jahre gehörte laut Bürgermeister Walter Grath auch Mut dazu, das alte Hallenbad nicht nur aufzumöbeln und zu flicken, sondern den Schritt zum Erlebnisbad zu wagen. Bürgermeister Grath redete nicht um den heißen Brei herum. Warum man gerade das 20-jährige Bestehen des Erlebnisbades feiern müsse. Bei der Feier zum 25-Jährigen werde er, zumindest als Bürgermeister der Martktgemeinde, nicht mehr dabei sein. Grath tritt aus Altersgründen bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl im März 2014 nicht mehr an. 

„Wen es da nicht anmacht zu Baden, dem kann man nicht helfen“, umschrieb Bürgermeister Walter Grath alles, was das Aquaria seinen Besuchern damals wie heute biete. „Die Leute sehen, dass bei uns was geschieht.“ Tatsächlich ist das Aquaria immer am Ball, greift Anregungen und neue Bedürfnisse und Besucherwünsche auf. Grath erinnerte an die Neuerungen und Aktionen, die seit der Eröffnung vor 20 Jahren über die Bühne gingen: von der Misswahl über Bodypainting bis zum Solebecken. 

Die ersten Tage und Wochen des neuen Erlebnisbades haben Hanspeter Wucherer und Siegbert Prestel noch gut in Erinnerung. „Tagsüber volles Programm Badebetrieb – nachts mussten die Handwerker ran“, so der erste Geschäftsführer des Aquaria, Hanspeter Wucherer. Und der damalige Sportamtsleiter, Siegbert Prestel, berichtet von einer komplexen Haustechnik, als er einmal einen falschen Knopf der Steueranlage erwischte versank das neue Bad in der Dunkelheit. „Ein paar hektische Telefonate und dann funktionierte alles wieder...“ 

Der Marktgemeinderat stand Ende der 1980er Jahre vor einer schwierigen Entscheidung. Das alte Hallenbad, Baujahr 1971, verlor Wasser in den Untergrund und war dringend sanierungsbedürftig. Es begann die Zeit der Informationsfahrten kreuz und quer durch Bayern und darüber hinaus, Planungen und Berechnungen, Besuche auf Bädermessen. Wie sollte das neue Bad aussehen, was musste es bieten? Fest stand: es sollte was Besonderes sein, erinnerte sich Grath. Er habe sich sogar – auf eigene Kosten – in Orlando / USA informiert. „Wir haben versucht, das was andere machten, gut und möglichst noch besser nachzumachen“, so Grath. In dieser Zeit sei er zum Bäderexperten geworden. 

Es gab aber auch Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen einen Neubau aussprachen, etwa mit 3000 Unterschriften. „Das hätte das Problem nicht gelöst“, so Grath. Nachdem die Entscheidung für den Neubau gefallen war, seien alle Oberstaufner hinter dem Projekt gestanden. 

Es sollte kein x-beliebiger Billigbau – kein Bad aus der Schublade – mit teurem Unterhalt werden. Kein Luxusbad, doch etwas Feines, Zweckmäßiges, Solides. Ein Bad, das Schlechtwetterqualitäten aufweise, bei Sonnenschein aber ebenso wenig leer stehe. Grath: „Es hat sich rentiert, dass wir damals nicht gespart haben.“ Noch heute sehe das Aquaria aus wie neu. Inzwischden ist das Aquaria auch ans Fernwärmenetz angeschlossen. 

Vier Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut. Die Oberstaufner waren die Ersten, freute sich Grath bei der Jubiläumsveranstaltung. In der Presse wurde das spektakuläre Bad an der B 308 als „Badetempel“ gefeiert. Und der Bürgermeister betonte: „Es läuft nach wie vor gut.“ Heute noch verzeichnet das Aquaria rund 300 000 Besucher pro Jahr. Grath schreibt das der „ständigen Weiterentwicklung“ zu. Man könne nicht 20 Jahre stehen bleiben. Andere seien nachgezogen, etwa Kempten oder Sonthofen. Aber die Investition des Kurortes habe sich gelohnt für Oberstaufen. Immerhin wurde der ursprüngliche Kostenrahmen mit 36 Millionen D-Mark gesprengt. Doch Grath rückte zurecht: man müsse investieren, „wenn man sich’s leisten kann“. 

Eine Trumpfkarte könne kein Mitbewerber des Aquaria spielen, so Grath in seinem Rückblick auf die 20jährige Erfolgsgeschichte weiter: „Das Panorama, das man von unserem Aquaria aus sieht, kann uns keiner nachmachen.“ 

 Abgerundet wurde der kleine Festabend mit der Ehrung langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aquaria. Einige sind seit der Eröffnung mit dabei. Das spreche auch für die gute Stimmung im Aquaria-Team, so Grath. „Wenn’s rund geht, sind alle da!“

Josef Gutsmiedl

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