Auch im Allgäu setzen Friseursalons ein Zeichen

»Wir lassen das Licht an«

Friseursalon mit beleuchteten Fenstern
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Freitagnacht bleibt in vielen Friseursalons das Licht an – stiller Protest, dass im Lockdown „nichts geht“.

Oberallgäu – Mit der leisen, aber eindrucksvollen Aktion „Wir lassen das Licht an“ weisen Friseure auf ihre Situation hin. Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr machen Bayerns Friseure auf sich aufmerksam. Die Friseursalons sind 24 Stunden hell erleuchtet.

„Wir wollen sichtbar bleiben und geben nicht auf“, erklärt Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Seit Mitte Dezember müssen Friseure im zweiten Lockdown ihre Salons geschlossen lassen und dies, obwohl überzeugende Arbeitsschutz- und Hygienekonzepte vorliegen. Bereits Mitte Januar machten die Betriebe des Friseurhandwerks in Sonthofen ihrem Ärger bei einer Kundgebung Luft.

„Die Schließung bedroht vielerorts die Existenz der Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und Auszubildenden. Besonders inhabergeführte Familienbetriebe sind hiervon betroffen“, so Petra Zander.

Die Hilfsprogramme des Bundes greifen oftmals für Friseurbetriebe nicht. Die Rücklagen sind nach dem sechswöchigen Lockdown im Frühjahr 2020 bei vielen Friseuren aufgebraucht.

„Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Wir haben seit über fünf Wochen geschlossen und noch keinen Cent erhalten.“ Im Moment arbeiten die Friseure in Bayern auf eine Öffnung ihrer Salons spätestens am 15. Februar hin.

„Für Unternehmer im Friseurhandwerk sehen die aktuellen Programme letztlich keine Hilfe für ein würdiges Überleben in der Krise vor. Die Förderkriterien sind nicht passgenau und unsere Betriebe fallen oftmals durchs Raster. Den Friseurunternehmern bleibt als bisher erfolgreiche Macher nur die Grundsicherung als letzter Rettungsanker“, so beschreibt Zander die Situation. „Es muss endlich eine finanzielle Unterstützung für die seit über fünf Wochen geschlossenen Betriebe geben. Sonst macht Corona unseren Betrieben das Licht aus.“

Dabei waren die Friseure die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dort waren bis Ende Dezember im Friseurhandwerk sechs Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80 000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland gemeldet, von denen keiner anerkannt ist. Daher stehe fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle, betont die Berufsgenossenschaft. Die Aktion „Wir lassen das Licht an” wurde am vergangenen Freitag fortgesetzt.

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