Forstbetrieb bleibt am Ball

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Der Bagger hält den Stamm fest, während der Waldarbeiter ihn von der Wurzel abtrennt.

Die Stürme Burglind und Friederike der letzten Tage haben in den Wäldern des Forstbetriebs Sonthofen kaum flächige Schäden angerichtet. Aber die starken Böen haben beinahe in allen Wäldern zu sogenannten Einzel- und Nesterwürfen geführt: Umgestürzte Einzelfichten bis zu Baumgruppen von 30 Bäumen und mehr.

Mit der Aufarbeitung der Schäden haben die Staatsforsten Sonthofen unverzüglich begonnen. Denn zum ersten Schwärmflug des Borkenkäfers im Mai muss diese abgeschlossen sein.

Einer der Schadensschwerpunkte im Forstbetrieb liegt diesmal im Werdensteiner Wald bei Eckarts. Die Sturmböen haben dort auf einer Fläche von 25 Hektar rund 500 Festmeter Schadholz hinterlassen.

Bei der Aufarbeitung von Windwurfschäden gelten dabei dieselben Vorgaben wie bei regulären Holzeinschlägen: Die Durchführung der Maßnahme muss so erfolgen, dass der Waldboden geschont wird. Die Forstmaschinen dürfen ausschließliche auf den Rückegassen fahren. Auch dürfen die vorhandenen kleinen Bäume nicht beschädigt werden und auch die noch stehenden alten Bäume dürfen keine Schäden erleiden. Staatsforsten-Betriebsleiter Jann Oetting betont: „Insbesondere die Einhaltung der Vorgaben zur Unfallvermeidung müssen zwingend eingehalten werden. Jeder Unfall ist einer zu viel!“

Die Umsetzung dieser Vorgaben ist im Normalbetrieb Tagesgeschäft für Förster, Forstwirte und Unternehmer. „Bei Sturmschäden aber bedarf es situationsangepasster Lösungen“, so Revierleiter Hubert Heinl. „Hier im Werdensteiner Wald hat der Forstbetrieb zur Unterstützung der Forstwirte einen Raupenbagger angemietet. Dieser fährt auf den vorhandenen markierten Rückegassen, sichert die Bäume während der Waldarbeiter diese absägt, hebt die Stämme aus der Verjüngung und festigt mit den Ästen die Rückegassen. Anschließend kann dann der Rückezug das Nutzholz schadensfrei aus dem Wald an die Forststraße bringen.

Eine Ausstattung aller Beteiligten mit Funkgeräten sichert eine stete Kommunikation aller Beteiligten und verhindert Unfälle“, erklärt Hubert Heinl weiter. „Diese Verfahren kosten zwar Geld, aber die Zustand des Waldes und die Arbeitssicherheit für die Forstwirte rechtfertigen den großen Aufwand“, ist Heinl sicher.

Und wie geht es mit dem Werdensteiner Wald weiter? Aus den anfälligen Fichtenwäldern sollen stabile Bergmischwälder aus Fichte, Weißtanne, Buche und Bergahorn werden. Die Grundlage dafür wurde schon vor ein paar Jahren gelegt: Einige tausend Buchen und Weißtannen wurden in den lichteren Bereich gepflanzt und Dank der engagierten Rehwildbejagung durch Jagdpächter Norbert Vogt und seinen Mitjägern wachsen diese auch ohne Verbissschäden auf. „Der Werdensteiner Wald von morgen wird ein anderes Gesicht haben wie der Werdensteiner Wald von heute. Er ist ein gelungenes Beispiel für eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Förstern und Jägern“, so Sonthofens Forstbetriebsleiter Jann Oetting.

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