Berufliche Förderung von Jugendlichen im Oberallgäu

"Jeder Jugendliche ist es wert"

+
Der Auftakt zur Jugendberufsagentur ist gemacht, nun sind die Kooperationspartner gespannt, wie sie anläuft: (v.l.) Ralph Eichbauer (Abteilungsleiter Landratsamt), Landrat Anton Klotz, Dieter Friede (Berufsschule Immenstadt), Maria Amtmann (Agentur für Arbeit), Andrea Merkle und Dr. Gloria Jahn vom Bildungsbüro sowie Thomas Novy (Schulamtsdirektor).

„Kein Talent darf verloren gehen“ ist das Motto der Bildungsregion Oberallgäu, für die der Landkreis im Juni 2016 vom Kultusministerium das Qualitätssiegel erhalten hatte.

Am Dienstagnachmittag wurde in der Grund- und Mittelschule Durach die Jugendberufsagentur Oberallgäu offiziell auf den Weg gebracht, laut Landrat Anton Klotz „ein weiterer, erfolgreicher Schritt im Rahmen der Netzwerke, die durch die Bildungsregion geschaffen wurden“.

Der Übergang zwischen Schule und Berufsleben ist eine besonders bedeutende Phase in der Bildungsbiographie eines jungen Menschen. Im Rahmen der neuen Jugendberufsagentur arbeiten der Landkreis mit Jobcenter und Jugendamt, die Agentur für Arbeit, das Staatliche Schulamt und die Berufsschulen eng zusammen, um die Jugendlichen aus einer Hand zu fördern und die berufliche und soziale Integration zu verbessern. „Das ist kein Projekt, das in den Amtsschubladen verschimmeln wird“, ist sich Klotz sicher, denn es gehe um die passgenaue Vermittlung der jungen Menschen in den Arbeitsmarkt.

„Warum braucht das Oberallgäu eine Jugendberufsagentur?“ begann Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, ihr Grußwort. Entstanden seien diese in Großstädten wie Hamburg und Berlin, wo es soziale Brennpunkte gebe. „Wir brauchen die Jugendberufsagentur, um Transparenz zu schaffen, ob nicht der eine oder andere Jugendliche verloren geht“, beantwortete sie ihre Frage vor den rund 90 geladenen Gästen, unter ihnen viele Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Jugendpfleger und Schulsozialarbeiter, gleich selbst. Es gehe darum, dass alle Netzwerkpartner an einem Strang ziehen, denn Jugendliche mit diversen Problemen bräuchten einen verbindlichen Plan und nicht viele mögliche Wege. „Jeder Jugendliche ist es wert, dass wir ihn unterstützen“, betonte Amtmann.

Die Vorstellung des Konzepts der Jugendberufsagentur übernahmen Dr. Gloria Jahn und Andrea Merkle vom Bildungsbüro Oberallgäu. Die Jugendberufsagentur hat das Ziel, die berufliche und soziale Integration junger Menschen im Übergang zwischen Schule und Beruf zu verbessern und orientiert sich an folgenden vier Handlungsfeldern:

• Transparenz (unterschiedliche Akteure wissen von den Angeboten der anderen)

• Informationsaustausch

• Harmonisierte Abläufe und Maßnahmen (um effektivere Hilfe anbieten zu können)

• Systematische Zusammenarbeit.

„Die Verzahnung der unterschiedlichen Akteure ist wichtig, damit eine optimale Lösung für den betroffenen Jugendlichen gefunden werden kann“, betonte Dr. Jahn. Die Koordination der Zusammenarbeit von Jugendamt, Agentur für Arbeit und Jobcenter liegt in den Händen des Bildungsbüros und auch die Schulen sind mit im Boot. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene aller Schularten bis 25 Jahre, für die absehbar ist, dass sie nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht keine anschließende schulische bzw. berufliche Bildung oder Arbeit finden werden. Die Jugendberufsagentur setzt präventiv an.

Erste konkrete Schritte waren die Gründung einer Steuerungsgruppe und einer operativen Ebene, bestehend aus Vertretern aller beteiligter Institutionen. Bisher fanden je zwei Treffen statt, bei denen ein Austausch zum Konzept stattfand. Künftiger Schwerpunkt wird die Abstimmung und Planung von Maßnahmen sein, so Merkle. An der Umsetzung wird im Rahmen von Fallkonferenzen gearbeitet. Herauskommen soll so eine Zielvereinbarung für jeden Jugendlichen/jungen Erwachsenen mit einer individuellen Förderplanung, die von allen Beteiligten, auch dem Jugendlichen selbst, unterschrieben wird.

Den Abschluss der Auftaktveranstaltung bildete ein Marktplatz, an dem sich die beteiligten Institutionen vorstellten und der Gelegenheit zum Austausch bot.  Melanie Weidle

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisbote Festwochen-Bummel
Kreisbote Festwochen-Bummel
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Viermal um die Welt geradelt
Viermal um die Welt geradelt
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen

Kommentare