Großreinemachen beim AOI

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Beim Abwasserverband Obere Iller wird bald kräftig investiert, um die Klärtechnik weiter zu optimieren. Im kommenden Jahr wird der Faulturm gereinigt.

Nach sechs Jahren steht sie wieder an: die Reinigung des so genannten Faulturms in der Kläranlage des Abwasserverbandes Obere Iller AOI in Immenstadt-Thanners. Im nächsten Jahr soll der Behälter gereinigt werden.

Durch den geplanten Einbau des Feinrechens wird diese Reinigung künftig nur noch alle zehn bis zwanzig Jahre nötig werden, erklärte die Technische Betriebsleiterin Juliane Thamm.

Der Faulturm, in dem der Faulschlamm in Gas erzeugt, ist bereits vor einem Jahr untersucht worden. Bei einer Pilottauchung wurden die Ablagerungen digital vermessen. Fazit: Im Turm befinden sich rund tausend Kubikmeter an Feststoffen, die dort nicht hineingehören. „Damit“, so Juliane Thamm, „ist das Faulraumvolumen um etwa ein Viertel reduziert.“ Das wiederum hat zur Folge, dass der Faulschlamm nur noch ungenügend in Klärgas umgesetzt wird. Das Gas wird in zwei Blockheizkraftwerken verbrannt und „verstromt“. Die Ausbeute deckt nach Auskunft der Technischen Betriebsleiterin den Stromverbrauch der Kläranlage zu etwa 70 Prozent.

Eine spezielle Tauchfirma wird die Ablagerungen in zwei Etappen beseitigen. Die ausgeräumten Stoffe werden danach über eine mobile Presse entwässert und anschließend entsorgt. Die Reinigungsarbeiten zu verschieben wäre keine gute Lösung, sagte Juliane Thamm in der jüngsten Verbandsversammlung. Denn die „Versottung“ werde weiter zunehmen und nach und nach zu einer Reduktion der Gasproduktion führen. Dann müsse Strom zugekauft werden. Im Falle eines Totalschadens würden zudem „immense Kosten“ entstehen, so Thamm weiter. Täglich müssten dann 150 Kubikmeter Schlamm entsorgt werden, der Strom würde zu 100 Prozent von außen bezogen.

In den Kosten von rund 433 000 Euro für die Reinigung des Faulbehälters sind die Einsätze der Tauchfirma, die Entwässerung und die Entsorgung der Ablagerungen enthalten. Einkalkuliert wurden auch 88 000 Euro für den „Fremdstrom“ – denn während der Reinigungsarbeiten wird zweimal zwei Wochen lang kein Gas erzeugt.

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