Babyfreundlicher Start ins Leben

Als erstes Krankenhaus in Schwaben wurde die Klinik Immenstadt jetzt mit dem Prädikat „babyfreundlich“ ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel bringt zum Ausdruck, dass die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe beispielhafte Standards erfüllt, was die Betreuung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft und in den Stunden und Tagen nach der Geburt angeht. Ein wesentliches Kriterium: Die Mütter werden ermuntert, ihr Neugeborenes zu Stillen.

Hohen Stellenwert räumt der Aufsichtsratsvorsitzende des Kliniken Oberallgäu, Gebhard Kaiser, der jüngsten Auszeichnung für das Krankenhaus Immenstadt ein. Damit werde nicht nur belegt, dass die Abteilung nicht nur medizinisch auf neuestem Stand sei, sondern auch der wichtige Aspekt einer intensiven Mutter-Kind-Bindung betont, so Kaiser. „Wenn hier Urvertrauen gestärkt wird, gibt das Kraft fürs ganze Leben“, bringt der Landrat das Rezept auf den Punkt. „Die Auszeichnung belegt auch, dass wir an der richtigen Stelle investiert haben. Investiert in Kinder, in die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Stolz auf das Prädikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ ist auch Dr. Jürgen Mende, Belegarzt in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die hohen Anforderungen für den Erwerb des Zertifikats seien vor allem der langjährigen Arbeit der Projektgruppe unter Leitung von Gisela Mäck, der Pflegedirektorin erfüllt worden. „Unserem Team liegt es am Herzen“, so Dr. Mende, „Mütter, Väter und Kinder in der wichtigen Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt und ersten Lebenswochen begleitend und schützend zur Seite zu stehen.“ Die Projektgruppe nahm vor vier Jahren die Arbeit für das „babyfreundliche Krankenhaus“ auf. Mitglieder sind neben den Fachärzten für Gynäkologie und Belegärzten, Stationsleitung und Pflegedirektorin, Beleg-Hebammen und Kinderkrankenschwestern. Zentrales Anliegen war dabei auch die Bedeutung des Stillens wieder zu betonen. „Stillen wirkt sich vielfältig positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus“, betont Dr. Mende. Mindestens sechs Monate sollte ein Säugling voll gestillt werden, raten Mediziner. Allerdings habe das Stillen „aus verschiedenen Gründen an Bedeutung verloren“, gibt Mende zu Bedenken. Genau hier wollte das Projektteam um Pflegedirektorin Gisela Mäck ansetzen. Im „Babyfreundlichen Krankenhaus“ werden die Mütter umfassend informiert und angeleitet. „Aber wir drängen keine Mutter zu Stillen, wenn sie es nicht will“, ergänzt Dr. Mende. Auch Mütter, die nicht stillen wollten erhielten selbstverständlich die volle Unterstützung, betonen Mende und sein Kollege Dr. Günther Schönfelder. Die gängige Trennung von Mutter und Kind während des Klinikaufenthaltes ist in Immenstadt „Schnee von gestern“. Unmittelbar nach der Geburt wird das Neugeborene nackt direkt auf den Bauch der Mutter gelegt, um den engen Kontakt zu fördern. Stillen zu festen Zeiten oder „Besuchszeiten“ von Mutter und Kind gibt es nicht: 24-Stunden können Mutter in Kind in Kontakt sein, wenn sie es wünschen. Ein spezielles Familienzimmer und ein Stillzimmer schaffen den richtigen, geschützten Rahmen. Claudia Jäckle aus Blaichach und ihr wenige Tage alter Sohn Moritz Ferry haben mit diesem Konzept jedenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht: „Ein schönes Gefühl und eine sehr gute Betreuung.“ Das Stillen klappe auch, sagt die 32-Jährige. „Die Kliniken Oberallgäu können stolz sein auf ihre gesundheitsfördernden Familienleistungen. Dieses Engagement ist gesellschaftlich hoch zu bewerten“, gratulierte Dr. Ursula Schwegler, Regierungsdirektorin am Bayerischen Landesamt für Gesundheit, dem Projektteam und der Klinikleitung. Sie wünsche sich, dass möglichst viele andere Krankenhäuser ebenfalls das Prädikat „Babyfreundlich“ anstrebten. Immerhin gebe es in Bayern neben Immenstadt nur fünf weitere Krankenhäuser mit dieser Auszeichnung. In Schwaben sind die Oberallgäuer bislang sogar die Einzigen.

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