Nachhaltig mobil im Oberallgäu

Elektro-Autos für Carsharing: Bad Hindelang testet E-Mobilität

AllgaEu-mobil: eCarsharing im Test in Bad Hindelang
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AllgaEu-mobil: eCarsharing im Test in Bad Hindelang mit Bürgermeisterin Sabine Rödel und dem stellvertretenden Oberallgäuer Landrat Roman Haugg.

Bad Hindelang – Das Projekt AllgaEu-mobil geht in die Testphase. Ziel ist es im Landkreis Oberallgäu klimafreundliche Mobilitätsangebote aufzubauen. Bad Hindelang testet nun das Potenzial von E-Fahrzeugen im Carsharing. 

Unter dem Titel AllgaEu-mobil wird in den kommenden zweieinhalb Jahren in mehreren Oberallgäuer Kommunen an nachhaltigen Mobilitätsalternativen gearbeitet. Zusammen mit den Gemeinden will der Landkreis ein Carsharing Angebot mit Elektro-Fahrzeugen aufbauen. Als ersten Schritt dorthin startet in Bad Hindelang nun ein eCarsharing-Test. Den ganzen Mai über stehen den Hindelangern zwei Elektroautos und ein E-Roller zum Testen zur Verfügung.

E-Mobilität soll für die Bürgerinnen und Büger im Ostrachtal „erlebbar gemacht werden“, sagt die Bad Hindelanger Bürgermeisterin Sabine Rödel zum Start des Projekts, „so können die Leute sehen, wie E-Autos im Alltag nutzbar sind.“

Carsharing oder ein eigenes Auto?

„In ländlichen Gemeinden ist der motorisierte Individualverkehr sehr groß“, sagte Bürgermeisterin Sabine Rödel zum Start der Testphase, „daher sind nachhaltige Mobilitätsalternativen ein wichtiges Thema.“ Roman Haug, stellvertretender Oberallgäuer Landrat, rief auf, den Test „voll auszuschöpfen“. Es ginge nicht nur darum, Erfahrungen mit E-Mobilität zu machen, sondern auch darüber nachzudenken: „Brauche ich ein eigenes Auto?“

In Bad Hindelang stehen seit 30. April zwei Elektroautos, ein Renault Zoe und ein Skoda Citigo e iV, sowie ein Elektroroller zum Test bereit. Die Fahrzeuge können über eine App auf dem Smartphone kostenlos gebucht werden. Nach Wiggensbach ist Bad Hindelang die zweite Kommune, die am Teilprojekt Carsharing-Test teilnimmt. In den Sommermonaten folgen Durach, Buchenberg, Blaichach und Oberstaufen.

Carsharing auf dem Land muss gut durchdacht sein

„Carsharing muss sehr gut durchdacht sein“, weiß eza!-Geschäftsführer Martin Sambale, „das Projekt soll dazu Daten und Erfahrungen sammeln.“ Ziel sei neben dem Carsharing, in einem weiteren Teilprojekt eine Mitfahrplattform zu schaffen, um insbesondere auch Mobilitätangebote für Jugendliche zu ermöglichen.

Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) leitet das Projekt AllgEu-mobil. Unterstützt wird eza! dabei vom Allgäuer Überlandwerk und egrid applications & consulting sowie dem Unternehmen klarton, das in Ottobeuren bereits Carsharing und eine regionale Mitfahrplattform betreibt. Förderungen erhält das Vorhaben vom Amt für ländliche Entwicklung Schwaben.

Bundesförderung für Wallboxen

Um E-Mobilität überhaupt möglich zu machen, braucht es die richtigen Infrastrukturen. „Bei der Versorgung mit Strom wird sich noch viel tun“, meint Roman Haug und verweist auf die Bundesförderung von sogenannten Wallboxen, Elektroauto-Ladestation, die man auch für Zuhause kaufen kann. Im Allgäu hat momentan Kaufbeuren die größte Anzahl an öffentlichen Wallboxen.

Momentan steht den E-Auto- und Carsharing-Neulingen bei Buchung eines Testautos noch ein etwa 30 Seiten dickes Handbuch zur Seite. Im Testlauf in Wiggensbach habe es aber keine gröberen Probleme mit der Handhabung der App und der Autos gegeben, berichtet Daniel Wendler von egrid.

Probefahrt im Elektro-Auto

Die 30 freien Plätze für Bürgerinnen und Bürger, die eCarsharing in Bad Hindelang testen wollen, waren bei Teststart noch nicht voll ausgebucht. Die Registrierung als Testnutzer muss mit Führerschein und Personalausweis bei der Tourist Information in Bad Hindelang vorgenommen werden. Ansprechpartnerin Martina Tiso-Gardner, Assistenz der Tourismusdirektion, berichtet von Interessenten aller Altersklassen: „Private, Besitzer von kleinen Geschäften und auch große Firmen wollen schauen, ob für sie E-Mobilität interessant sein kann.“

Auch die Bad Hindelanger Bürgermeisterin selbst spielt schon länger mit dem Gedanken, ein E-Auto anzuschaffen. Nach der Probefahrt im E-Renault urteilt sie: „Die Fahrt war toll, das Fahrgefühl klasse.“

Die Registrierung als Testnutzer ist in der Touristeninformation in Bad Hindelang mit vorheriger Terminvereinbarung möglich, telefonisch unter 08324/892402 oder per E-Mail an martina.tiso-gardner@badhindelang.de

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