Waldschäden durch den Föhnsturm im Vorjahr sind »repariert«

Keine Ruhe nach dem Sturm

Sturmschäden im Hintersteiner Tal
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Geräumte Sturmschadensfläche mit Laubholzverjüngung und Weißtannen / Fichten Pflanzung

Bad Hindelang – Im November 2019 zog in den Morgenstunden ein heftiger Föhnsturm durchs Hintersteiner Tal und verursachte Schäden schwerpunktmäßig in den Schutzwäldern zwischen der Möslealpe und dem Wanderweg zur Schwarzenberghütte. Der Sturm war so stark, dass neben zahlreichen Fichten auch Weißtannen und Buchen geworfen oder abgebrochen wurden. Insgesamt sind mehrere Tausend Festmeter an Schadholz innerhalb weniger Stunden im Staatswald und angrenzendem Privatwald angefallen. „Ich war richtig schockiert, als ich die ersten Bilder von Revierleiter Rainer Ruf bekommen habe, die er vom Hang gegenüber der Hubertuskapelle aus am Nachmittag gemacht hatte“, schaut Jann Oetting zurück.

„Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass ein Föhnsturm durchs Hintersteiner Tal zog und große Schäden in unseren Schutzwäldern hinterließ“, erinnert sich Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting. Die Aufräumarbeiten sind nun abgeschlossen, jetzt ist Aufforsten angesagt.

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit konnte mit den Aufräumarbeiten – der Aufarbeitung des Sturmholzes erst im Frühjahr dieses Jahres begonnen werden. Abgeschlossen wurde die Aufarbeitung vor einigen Wochen. Der Großteil des Holzes konnte mit Seilbahnen an den Alpweg im Tal gebracht werden. Aus den unzugänglichsten Lagen wurde ein Teil der Fichtenwindwürfe mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Der größere Anteil wurde vor Ort von Hand entrindet und liegen gelassen. Sinn und Zweck aller Maßnahmen war es, dem Borkenkäfer Brutraum zu entziehen, seine Vermehrung einzuschränken und den Befall von stehenden Fichten in den umliegenden Waldbeständen zu verhindern. Wirtschaftliche Gesichtspunkte – Erlöse durch Holzvermarktung erzielen – traten aufgrund des bestehenden Überangebot an Schadholz und niedrigen Holzpreisen in den Hintergrund. Auch wurden bewusst geworfene Weißtannen und Buchen liegen gelassen. Sie sollen aufwachsenden jungen Bäumen Schutz vor Schneeschub bieten, Lebensraum für Totholzbewohner sein und zur Humusbildung beitragen.

„Wir haben sehr gut mit unserem ebenfalls betroffenen Nachbarn und den beauftragten Unternehmern zusammengearbeitet. Auch mit den Alpgenossen war es ein sehr gutes Miteinander. Dafür bedanken wir uns herzlich!“ so Forstbetriebsleiter Jann Oetting, der nach den Aufräumarbeiten jetzt den Blick nach vorne richtet. Es ist wichtig, auf den Sturmschadensflächen im Schutzwald wieder einen gemischten jungen Wald aufzubringen, der Lawinen, Steinschlag und Erosion verhindert. Erfreulicherweise haben sich bereits auf Teilflächen junge Buchen und Bergahorne von selbst angesamt. In einem funktionsfähigen Schutzwald sollten aber mindesten die Hälfte der Bäume Nadelbäume sein. Deshalb wurden in den vergangenen Wochen am Hang gegenüber der Hubertuskapelle Weißtannen und Fichten gepflanzt. Weitere Pflanzungen werden nächstes Jahr notwendig sein. „Wir suchen Lücken zwischen der vorhandenen jungen Laubbäumen aus und unsere Waldarbeiter pflanzen dann die Nadelbäume in kleinen Trupps um Stöcke, Wurzelteller und kleine Geländeerhebungen“, erläutert Revierförster Rainer Ruf, der den Staatswald im Hintersteiner Tal pflegt.

Die Aufforstung dieser Sturmschadensflächen im Schutzwald der Bayerischen Staatsforsten läuft über die Schutzwaldsanierung. Das bedeutet, dass die Kosten der Pflanzungen weitestgehend aus Mitteln für besondere Gemeinwohlleistungen im Staatswald durch die Forstverwaltung finanziert werden. Die Planung und Ausführung vor Ort erfolgt bei dieser und anderen Maßnahmen in enger Absprache zwischen Revierförster Rainer Ruf und dem Kollegen Jochen Kunz von der Fachstelle Schutzwaldmanagement am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten / Immenstadt.

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