Leuchtturm für Immenstadt

Bahn will 14 Millionen Euro in barrierefreien Bahnhof investieren

+
Im März hatten Stadtrat Eberhard Fetzer (rechts) und Peter Götz (links) vom Sozialverband VdK erneut auf die „Baustelle Barrierefreiheit“ bei der Bahn aufmerksam gemacht.

Immenstadt – Die Planungen für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Immenstadt sind angelaufen: Die Deutsche Bahn plant Aufzüge, höhere Bahnsteige und neue Bahnsteigdächer. Stadtrat Eberhard Fetzer freut sich über das „positive Signal“ und hofft auf ein Ergebnis mit „Leuchtturm-Qualität“.

Die Deutsche Bahn hat mit den Planungen für einen barrierefreien Umbau des Bahnhofs Immenstadt begonnen. Die Stadtverwaltung wurde entsprechend informiert. Während die Finanzmittel für die Planungen gesichert sind, laufen noch Verhandlungen zur baulichen Umsetzung. Deshalb können aktuell noch keine Aussagen zu einem Baubeginn gemacht werden.

Geplant werden ein neuer Hausbahnsteig an Gleis 1 und ein neuer Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3; jeweils mit einer Höhe von 55 Zentimetern. Die Bahnsteige erhalten eine neue Bahnsteigausstattung. Auch Bahnsteigdächer werden gemäß den Maßgaben des Bundes zum Wetterschutz sowohl für den Haus- als auch den Mittelbahnsteig geplant.

Für die neue Personenunterführung sehen die Planungen neben Treppen an beiden Bahnsteigen Aufzüge vor. Zum Erreichen des erhöhten Hausbahnsteigs vom Bahnhofsvorplatz aus sind kurze Rampen vorgesehen. Die Barrierefreiheit wird komplettiert durch ein Blindenleitsystem.

Nach ersten Kalkulationen dürften sich die Gesamtkosten für Planung und Finanzierung des barrierefreien Ausbaus auf rund 14 Millionen Euro belaufen. Die Ergebnisse der Vorplanung sind Grundlage für die weiteren Verhandlungen zur Finanzierung der erforderlichen Baukosten.

„Ich freue mich natürlich sehr, dass die Deutsche Bahn tatsächlich mit der Planung und dem Bau der Bahnhöfe Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf beginnt und dass diese dann in absehbarer Zeit barrierefrei sind“, betont Stadtrat Eberhard Fetzer. Der Immenstädter macht sich seit langem für die Barrierefreiheit der Oberallgäuer Bahnhöfe stark. „Dies ist für unsere Menschen vor Ort und für unsere Touristen sicher ein bedeutender Mehrwert und ein Anreiz auf die Bahn umzusteigen. Stichworte Klimawandel und Verkehr.“

Und: Die entsprechenden neuen Züge seien bereits von der Deutschen Bahn bestellt und zeichneten sich durch Barrierefreiheit und ICE-Komfort aus. Der stufenlose Einstieg auf Bahnsteighöhe an allen Türen erleichtere allen Fahrgästen das Reisen und versetze Rollstuhlfahrer in die Lage, künftig selbstständig an Bord der Züge zu gelangen. Erleichterungen, die selbstredend auch allen anderen Fahrgästen zugute kommen würden.

Mit dem Immenstädter Bauamtsleiter Achim Groll hat Eberhard Fetzer bereits besprochen, wie der Bahnhof nun zu einer Mobilitätsdrehscheibe für alle Verkehrsteilnehmer ausgebaut werden kann – für Fußgänger, Radfahrer, Bahnfahrer, Busreisende, Taxi- und Autofahrer, inklusive P + R und Platz für Fahrräder.

„Auch den Durchbruch zum Engelfeld und zur Südstadt wollen wir realisieren, mit einem Verbindungs-Tunnel und/oder entsprechenden Aufzügen“, so Fetzer weiter. „Somit schaffen wir eine weitere sinnvolle Verbindung und kurze Wege in die Stadt und in die Berge.“ Entsprechende Anschlüsse im ÖPNV, Radwegenetze, Taktungen, digitale Technik, lesbare und logische Pläne sollen die Konzeption ergänzen.

„Mich freut es sehr, dass wir in dieser schwierigen Zeit ein so positives Signal der Deutschen Bahn erhalten haben und hier nun gemeinsam weiter kommen“, schließt Fetzer. „Und wie ich bei der Kundgebung zusammen mit den Sozialverband VdK Anfang März sagte: Der Bahnhof ist dann die zentrale Mobilitätsstation und der Leuchtturm für die Stadt. Es freut mich sehr, dass wir gemeinsam mit der Deutschen Bahn etwas in die richtige Richtung bewegen.“

Auch der Oberallgäuer Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Gehring freut sich, dass die Barrierefreiheit am Immenstädter Bahnhof näher rückt. „Wir haben jetzt einen Fuß in der Tür und müssen weiter daran arbeiten, dass die Bahnhöfe in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf möglichst zeitnah auch umgebaut werden.“

Der VdK habe mit seiner Zugfahrt von Kempten nach Oberstdorf im Sommer 2018 eine Initialzündung für dieses wichtige Anliegen gestartet, die zu einem fraktionsübergreifenden Engagement auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene führte. „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir für die Region etwas erreichen“, so Gehring. Wenn Bahnsteige stufenfrei erreichbar seien, sei das eine Erleichterung für alle Menschen mit Einschränkungen sowie für Familien mit Kindern und Urlauber. Das fördere die Bereitschaft auf die Bahn als Verkehrsmittel umzusteigen und werde sicher auch von der Tourismusbranche begrüßt.

Auch interessant

Meistgelesen

Benefiz-Lauf: Symbolisch auf den Mount Everest
Benefiz-Lauf: Symbolisch auf den Mount Everest
Sonthofer Stadtrat beschließt Erhöhung der Kurtaxe
Sonthofer Stadtrat beschließt Erhöhung der Kurtaxe
"Corona-Foto" mit den Jahrgangsbesten
"Corona-Foto" mit den Jahrgangsbesten
Kinderpornografie: Ermittlungen im Oberallgäu
Kinderpornografie: Ermittlungen im Oberallgäu

Kommentare