Stadt Sonthofen will beim Bahnhofsnutzung mitreden

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Bei der „Wiederbelebung“ des Bahhofsgebäudes will die Stadt Sonthofen mitreden und entsprechende Zielvorgaben mit dem Verkauf verknüpfen.

Im vergangenen Sommer hat die Stadt Sont­hofen das Bahnhofsgebäude mit angrenzenden Freiflächen von der Deutschen Bahn AG erworben.

Die Stadt versteht sich dabei als eine Art Zwischenhändler und will sich mit dem Kauf die erforderlichen Flächen für das geplante Mobilitätszentrum und die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes sichern. Darüber hinaus geht es auch um die Mitsprache bei der zukünftigen Nutzung des Gebäudes nach dem Weiterverkauf an einen geeigneten Investor.

Die Zielrichtung des Zwischenerwerbs ist klar. Das verdeutlichte Christoph Stöberl vom Fachbereich Bauverwaltung als er dem Stadtrat den Sachverhalt schilderte. Die Stadt wolle sich alle Möglichkeiten bei der „Wiederbelebung“ des Bahnhofsgebäudes sichern. „Voraussetzung für den Verkauf des Gebäudes ist deshalb der Erhalt und die Sicherung städtischer Nutzungsziele“, so Stöberl. Als Maßstab für die Folgenutzung sehe die Stadt zum einen die Sicherung der bahnhofsbezogenen Grundversorgung von bahnhreisenden und ÖPNV-Nutzern am geplanten Mobilitätszentrum. Zum anderen wolle die Stadt bei der späteren Nutzung des Bahnhofsgebäudes entsprechende Weichenstellungen durchsetzen. Dazu gehört etwa der barrierefreie Zugang zum Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes oder die Durchgängigkeit der Bahnhofshalle.

Es geht um „zwingende Nutzungen“ und „gewünschte Nutzungen“, wobei letztere Ziele Teil eines Investorenkonzeptes sein können. Für zwingend hält die Stadtverwaltung neben Ladenflächen für einen Bahnhofsbuchhandel und einen Backshop sowie eine öffentlich zugängliche WC-Anlage mit Behinderten-WC. Desweiteren „zwingend“ sind im Erdgeschoss das Video-Reisezentrum der Bahn und womöglich auch Räumlichkeiten für die Taxiunternehmen. In der Kategorie der gewünschten Nutzungen findet sich ein Hostel-Angebot, das als Ergänzung zum bestehenden Übernachtungsangebot betrachtet werden soll. Auf dem „Wunschzettel“ steht zudem ein Café, möglichst mit Nutzung der Außenflächen. Schließlich wären Räume für den Verkehrsverbund der mona GmbH sinnvoll. Und Gedanken machen wolle man sich auch über eine Rad-Leihstattion.

Auf der Tabu-Liste der Stadt steht dagegen eine Nutzung durch Spielhallen, Wettbüros oder Discotheken, aber auch ein „innenstadtrelevanter Einzelhandel“ und Wohnen.

Als weitere „Ideen“ stellte Stöberl dem Stadtrat eine kulturelle Nutzung des Gebäudes vor, sowie eine Zweigstelle der Tourist-Info direkt im Bahnhof. Beides bedürfe allerdings einer weiteren Prüfung.

Nicht unter den Tisch fallen sollte der attraktive Biergarten mit seinem Baumbestand, unterstrich Stadtrat Josef Zengerle (CSU) und erhielt Unterstützung von Michael Borth (Grüne): „Das ist ein Stück Qualität des Bahnhofsplatzes und sollte nicht abgetan werden wie Dispositionsmasse.“

Für die Abstimmung über den Beschluss gab Christoph Stöberl den Stadträten mit auf den Weg: „Heute geht es nur um die Grundlagen für ein weiteres Vorgehen und die Verhandlungen mit möglichen Investoren.“ Die Weiterveräußerung diene den städtebaulichen Zielen des Sanierungsgebietes „Innenstadtbereich“ sowie der Aufwertung des Bahnhofsumfeldes. Das Gremium stimmte der weiteren Verkaufsvorbereitung unter Maßgabe der vorgestellten „Zielrichtung“ einstimmig zu.

gts

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